Meine persönliche Kritik an den ÖR

Ja, auch als Freund des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks (hier kurz ÖR), habe natürlich laufend Kritik an deren Programm. Gegner des ÖR werden mit Sicherheit jetzt die Hände in Position bringen und bald mit Freude reiben.

Leider habe ich nicht so die pauschalen Kritikpunkte an den üblichen offensichtlichen Programmpunkten wie das berühmte Traumschiff (das ich selbst ab und zu mal schaue, ja ich finde die Sendung ab und an recht gut, weil ich am Sonntag abend nach 2 Stunden Badminton spielen im Verein keine Lust habe, auf kompakte spezielle Informationen zu allen möglichen Themen – ich bin nach dem Sport natürlich müde).

Meine spezielle Kritik geht an den WDR. Nein in Sachen WDR5 und deren Wochenendprogrammreformation geht die Kritik nicht. Dass der Krimi am Samstag endlich von der 10.05 Uhr Position verschwunden ist, ist aus meiner Sicht ein großer Gewinn für den Samstagvormittag.

WDR5 und eigentlich schließen sich da fast sämtliche Infosender der ÖR mit ein, haben oftmals nur gemeinsame Themen in deren Tagesgesprächen. Die Tagesgespräche sind Call-in-Sendungen, also Hörer rufen beim Sender an und geben ihre Meinung dem Moderator und meist einem sogenannten Experten (auch wenn es der eigene Rundfunkkollege sein kann) die Meinung an. Erstaunlich ist, dass bei manchen Themen alle Sender gleichauf anspringen. Bei der aktuellen Dokotorarbeit von Frau Schavan sind sie natürlich alle sofort zu Stelle, bei Christian Wulff, dem ehemaligen Bundespräsidenten konnten sie auch kaum eine Woche auslassen über ihn eine Sendung zu machen.

Erstaunlich ist, wenn es um eine Selbstreflexion der Häufigkeit der Themen geht, so beteuert jeder ÖR, dass sie nur im Interesse der Hörer gehandelt und überhaupt nicht übertrieben hätten. Natürlich, klar.

Ein Kritikpunkt ist beim WDR besonders, dass der viel gelobte RadioRecorder immer noch nicht für Linux-Anwender zu Verfügung steht. Eine Anfrage beim WDR vor 1-2 Jahren brachte ein, dass der Markt für den Sender so unterirdisch klein wäre, dass es sich überhaupt nicht lohnen würde, so etwas zu programmieren. Damit ist das Thema für den WDR für die nächsten Jahrzehnte wohl erledigt. Das ist unabhängig ob man 17,98 Euro zahlt oder nicht. Es wird nicht gemacht. Schade, damit wird man aus diesem Bereich ausgesperrt, zumindest von offizieller Seite aus.

Der WDR speziel WDR5 sind sowieso Windows-freundlich eingestellt. Natürlich benutzen dieses Betriebssystem sehr viele Leute, aber die anderen Betriebssysteme werden systematisch vergessen. WDR5 betreibt die Verbrauchersendung “Servicezeit Computer”. Das sind kurze Sendungen von ca. 5 bis 6 Minuten Länge. Der so genannte Leonardo-Computer-Redakteur verweist in dieser Sendung meist auf die Möglichkeiten vom Windows-Betriebssystem. Es gab auch mal eine reine Sendung über Ubuntu (einer sehr populären Linux-Distribution), aber das ist schon sehr lange her, aber das war es auch schon. Anfragen von meinerseite bezüglich, dass man in gewissen Kontexte hätte auch auf freie Alternativen (OpenSource) hinweisen können, igoniert der WDR sehr gerne. Mit Zuge der Tablets muss er wohl auch leider auf Android hinweisen. Er hat das Gewissenkonflikt zwischen Google (ist in Deutschland in der öffentlichen Diskussion natürlich grundsätzlich total böse) und Android einem von den Anfängen her ein kostenloses Betriebssystem, das auf Linux basiert. Die Tendenz, so glaube ich, geht in seinen Kommentaren eher in Richtung Ipad. Von Android hält er persönlich nicht so viel. Schade, wieder einmal sehr viel Potenzial verbaut.

Was mich beim ÖR auch total stört, ist die ständige Buchwerbung in den deren Sendung. Natürlich ist das Buch auch ein Kulturgut, aber jeder der irgendwann mal ein Buch geschrieben hat, wird in diesen Gesprächssendungen (siehe Punkt oben) eingeladen. Natürlich wird da auf das Buch eingegangen und natürlich wird da der Verlag genannt. Viele sehen sich diese Art der Werbung als ganz normal an. Dabei weiß doch jeder, dass Buchverlage keine sozialen Einrichtungen wie die Caritas oder das Rote Deutsche Kreuz sind. Die Buchverlage verdienen mit Büchern, mit gedruckten Papier, Geld und erzielen auch immer wieder Gewinne, die die Verlage gerne publizieren. Ich verstehe nicht, warum der ÖR da mit den Verlagen in die Karten so zu spielen?

Wenn es um Schleichwerbung bei den Soaps oder bei “Wetten dass” geht, sind alle empört, aber bei der täglichen Buchwerbung im Radio und auch im Fernsehen, da regt sich keiner auf. Warum eigentlich? Ich habe nichts gegen Bücher, aber wenn es um Autos, Waschmaschinen, Kaffeemarken oder Schokolade in den anderen Sendungen geht, dann ist der Teufel los. Das ist dann alles wieder unmoralisch, alles unmöglich, bei den heiligen Buchverlagen wird immer wieder eine Ausnahme gemacht.  Nein, Leser stellen sogar ihre eigenen Bücher in manchen Sendungen selber vor. Würde man sagen, dass man bei einigen Discountern einkaufen würde, so ist man verhaltend und sagt, dass man keine Werbung machen möchte.
Ich finde: Verkehrte Welt, die ich nicht verstehe.

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Hobbys: schwimmen, Badminton spielen, verreisen, Musik hören, lesen, Spanisch und Französisch lernen. Ich kann natürlich auch Englisch sprechen.
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One Response to Meine persönliche Kritik an den ÖR

  1. Wolfgang says:

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