Wesel Auesee

Am heutigen Morgen war ich in Wesel, am Auesee mit Fahrrad. Nein, die gesamte Strecke bin ich nicht mit dem Rad gefahren. Ich bin teilweise mit dem Rad, teilweise mit der Bahn gefahren.

Auf mein Ticket 2000 kann ich ja mein Rad mitnehmen, also da erübrigt sich eine komplette Fahrt.

Erst einmal war ich um 6.45 Uhr beim Bäcker, habe mir Brötchen geholt und bin dann direkt zum Bahnhof Essen-Altenessen gefahren. Dort hatte ich auch noch ungeplant schon die S2 nach Oberhausen HBF mitnehmen können (Abfahrt 7.09 Uhr) und wollte eigentlich dann im Oberhausener HBF auf die RE19 (7.49 Uhr) nehmen. Aber auf der Tafel leuchtete der RE5 nach Wesel, 7.27 Uhr auf also habe ich den genommen. Und auch noch pünktlich. Alle Zahlen im Lotto richtig, ist wahrscheinlicher als ein pünktlicher RE5.

Vom Bahnhof in Wesel über den Kaiser-, Kurfürsten-, Herzogenring zur B8, Richtung Kreishaus, um dann auf der Delogstraße auf den Deichweg zu gelangen. Hier wurde es mir etwas bekannter, denn irgendwie kenne ich hier die Situation sehr gut.

Bis zum Auesee sind es mit dem Rad nur noch einige Minuten. Im Gegensatz zum Auto (10 Euro) muss man für das Rad nichts bezahlen und man kann es direkt an der Decke abstellen.

Fahrrad am Auesee

Das Wasser war noch sehr frisch. Letzte Woche in Duisburg, am Wolfssee war es wärmer. Aber der Wolfssee und die anderen Buchten sind auch kleiner als der Auesee, der heute morgen sehr klar war. Nur jemand, Männlein oder Weiblein trug einen Neoprenanzug und schwamm mit einer pinken Tonne durch den See.

Ich war mit meinem langarmigen Schwimmshirt und meiner kurzen Sporthose eher schlechter aufgestellt, was die Isolation gegen die Kälte anging. Zumindest musste ich mich nicht mehr umziehen. Aber es ging noch. Geschwommen habe ich dennoch und auch noch mit meiner Schwimmbrille. Es sieht irgendwie seltsam so auf dem Grund eines Sees aus. Fast richtig unheimlich. Fehlt nur noch eine menschliche Leiche.

Bei der Hitze trocknet die Kleidung in der Sonne eh schnell. Also sehe ich von daher schon keine Probleme. Ein Fahrrad zum See hat wohl für sehr viele den entschiedenen Nachteil, dass sie nicht den halben Hausstand mit an den See bringen könnten. Bis ca. 10.30 Uhr waren nur zwei Frauen mit genauso viel am See wie ich. Bei den anderen habe ich das Gefühl gehabt oder ich habe das Gefühl, je mehr man mitbringt, desto besser. Und dabei war kaum jemand im Wasser. Kann jeder so machen wie er will, aber irgendwie geht dieses Feeling, das besondere Feeling flöten, wenn man an den See geht, wenn man so vieles mit schleppt.

Rhein bei Wesel

Ich habe danach, als es mir zu unbequem wurde, den See mit dem Rad umrundet. Eigentlich das erste Mal und war dann noch am Rheinbad. Das Rheinbad ist ein chlorgefülltes Freibad am Rhein. Man kann sich direkt an den Rhein liegen, aber natürlich nicht drin schwimmen. Das ist nur Tieren gestattet, die ich von einem Selbstbedienungsrestaurant auf der anderen Rheinseite aus gesehen hatte. Ich musste meinen Durst mit einer großen Cola für 2,50 Euro löschen. Wesel hat da im Bereich des Rheinbads eine vorzügliche Rheinpromenade geschaffen, die einbißchen südländisches Flair ausstrahlt.

Der Dom zu Wesel

Über die Fischertorstraße bin ich direkt ins Zentrum gelangt und zum Willibroerdom. Dieser Dom, eigentlich gar nicht groß, aber für Wesel schon, sieht man schon vom Rheinbad und ist eine unübersehbare Landmarke.

Durch die Innenstadt bin ich wieder zum Bahnhof gelangt, wollte mir aber noch kurz die Rundsporthalle von außen anschauen. Hier fanden immer wieder Badminton-Wettkämpfe statt. Die Halle ist für diverse Male Austragungsort für diverse Westdeutsche Meisterschaften und auch der Verein BV Wesel Rot-Weiss trägt hier seine Ligaspiele aus. Wesel war mal in der zweiten Liga spielt aber derzeit in der Regionalliga.

Wesel ist auch radiomäßig ziemlich bekannt. Der Deutschlandfunk sendet hie sein Programm auf der 102,8 MHZ aus und die Sendeanlage steht in dieser Stadt. Radio KW (Kreis Wesel) hatte seinen Hauptsitz früher in Moers (Landwehrstraße 6), heute ist in Wesel beheimatet. Mir ist Radio KW durch die Sendung „Einer gegen den Kreis“ bekannt.

Am Bahnhof Wesel durfte ich und auch noch zig andere Fahrgäste eine Extrapause einlegen. Die Deutsche Bahn AG hat sich wieder entschieden ihren RE5 um 13.06 Uhr komplett ausfallen zu lassen. Also musste ich von meiner Ankunft am Bahnhof um 12.50 Uhr bis zur Abfahrt des RE19 um 13.43 Uhr warten.

Ich sag mir, die anormale Pünktlichkeit des RE5 von heute morgen, muss man sich rot in den Kalender anstreichen. Da die RB35 am Wochenende nicht verkehrt, musste man warten. Jetzt im Sommer und am Sonntag ist das vielleicht noch erträglich, aber zum Düsseldorfer Flughafen möchte, aber anderweitig mit dem Fernverkehr fahren möchte, der hatte nun Pech gehabt. Der Zug wird auch in keine Unpünktlichkeitsstatistik auftauchen, denn nach der Meinung des Unternehmens Deutsche Bahn AG, was nicht fährt, hat keine Verspätung. Komplette Ausfälle zählen nach der Ansicht des Unternehmens nicht zu einer Verspätung. Aber wir sind ja in Deutschland und nicht in den Niederlanden, in Belgien, Frankreich oder sonst wo, wo Bahnunternehmen härter in die Pflicht genommen werden als bei uns. Die achso angeblich strengen Maßgaben vom VRR oder den jeweiligen Zweckverbänden sind doch nur harmlose Papiertiger. Nichts weiter.

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