Erstmals mit dem Rad zur Arbeit

Gestern morgen bin ich auf Teilabschnitten erstmals mit dem Rad zur Arbeit. Aufgrund meiner Entfernung nach Düsseldorf kann ich nur in Teilabschnitten mit dem Rad fahren, denn die Gesamtentfernung wäre ca. 40 km für eine Strecke. So etwas fährt man in einer Sonntagstour, vielleicht, aber nicht hin zur Arbeit.

Weg durch den Wald (rechts hoch) (Bild mit alter Digitalkamera aufgenommen)

Morgens bin ich dann schließlich um 7.00 Uhr los gefahren, erst einmal über einen Radweg durch den Wald zur Elisenstraße/Engelbertstraße. Dann musste ich mich auf die Straße einordnen und bin im fließendem Verkehr auch links auf die Herkules-/Hollestraße links abgebogen.

Hier biege ich rechts zum Hauptbahnhof ab. Bild mit alter Digitalkamera aufgenommen.

Endziel war dann der Essener HBF, den ich nach ca. 20 Minuten erreicht hatte. Mit der Straßenbahnlinie 107 brauche ich von Stoppenberg 10 Minuten reine Fahrzeit, aber bedenkt man die Wartezeit und den Fußweg noch dazu, dann komme ich auch auf die 20 Minuten, wenn nicht gar mehr. Mit dem Auto ganz zu schweigen, denn sofort einen Parkplatz am HBF zu finden, ist alles andere als leicht. Eigentlich gibt es dort keine für den Individualverkehr.

Da durch, dass links extreme ja bekanntlich Brandanschläge auf wichtige Sicherheitssysteme verübt hatten, fuhr bekanntlich nichts bzw. fast nichts. Also bin ich mit der S6 bis Ratingen Ost gefahren und dann von dort aus zur Arbeit im Düsseldorfer Norden. Hin geht es leicht bergab. Ungewohnt ist es dort, dass man von Radfahrern überholt werden könne. Aber auch hier zeigt sich: Der Schnelle kommt nicht unbedingt schneller ans Ziel. Ich hatte ständig einen Rennradfahrer, den ich an der nächsten Ampel eingeholt hatte.

Zurück bin ich dann zum Flughafenbahnhof gefahren und dann mit dem RE2 nach Essen. Baustellenbedingt fuhr der Zug nicht nach Essen-HBF sondern nach Essen-Altenessen und von dort aus ist, für mich etwas schneller noch eben bei EDEKA einkaufen zu gehen. Also ein praktischer Vorteil für mich.

Auch wenn ich zwischenzeitlich etwas müde war, so müde wie noch am Samstag war ich gestern nicht. Die Temperaturen stören mich kaum. Es ist wirklich wunderbar, macht viel Spaß.

 

Als Fahrradfahrer ist man in Essen noch ein Exot. In Essen wird der hauptsächliche Teil der Fahrten in der Freizeit am Wochenende ausgeführt und dann noch in Gegenden, die eher zur Erholung dienen. In Ratingen sieht das schon wieder anders aus. In Zeiten von Pedelecs und Fahrrädern wie meins mit sehr vielen Gängen sollte das Argument der Steigung nicht mehr so gelten. Klar, der Essener Süden ist klar gebirgiger. Der Essener scheut noch den Schweiß. Am Sonntag kamen mir zwei Hausmitbewohner hier im Treppenhaus entgegen, wo der Mann zu mir sagte (und das ein Typ, eigentlich eher ein harter Typ, der anpackt und dem nicht zu viel ist), dass das Wetter doch eigentlich zu heiß sein würde, fürs Fahrradfahren. Man findet immer Argumente, nicht zu fahren.

Die Fahrräder in meinem Fahrradkeller sehen so aus, als ob sie schon wochenlang nicht mehr benutzt worden seien. Auch hier bin ich wieder der Exot, obwohl man sagen muss, dass die Mehrheit der Hausmitbewohner hier und auch in der Wohnstraße eher weit über 60 und 70 Jahre alt ist. Ich bin gesamtheitlich betrachtet einer der noch jüngeren mit meinen 38 Jahren  bzw. 39 Jahren am 23.06.

In Essen wird man noch eher als Öko-Mensch, verschroben und eigenartig betrachtet, wenn sich selber jeden Morgen mit dem Rad quält und sein Auto abgeben will.

Außerdem muss man vorsichtig sein. Nicht jeder, der meine Gedanken im direkten Gespräch teilt, hat auch wirklich diese Meinung. Viele stimmen nur einem zu, um keinen Missmut/Streit zu provozieren.

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