Radfahrt mit Glück einer langen Regenpause nach Oberhausen

Eigentlich ist eine Fahrt nach Oberhausen nun wirklich nichts besonderes. Kilometermäßig ist das wirklich Nahverkehr, auch von Stoppenberg aus, wo man quer durch das Stadtgebiet fahren muss.

Nach den starken pausenlosen Regenfällen (ca. 22 bis 25 Liter pro qm), die von Freitag Nachmittag bis Samstag Vormittag anhielten, war mir nicht klar, dass ich es bis Oberhausen überhaupt schaffen würde. Ein Nachbar, den ich noch traf, sagte mir noch, dass ich doch nass werden würde. Ich trug heute meine Radfahrshorts (nein, nichts 3/4 und hauteng, sondern eigentlich eine stinklangweilige Shorts), dazu noch ein T-Shirt, ein Langarmshirt und meine orange Regenjacke. Ich dachte, wenn es einwenig regnen würde, würde die Shorts reichen.

Ich fuhr erst einmal zur Innenstadt. Dieses Wochenende ist Essen Original, ein Musikfest in der Innenstadt, was jedes Jahr verteilt kostenlos Musik meist von einheimischen Bands bietet. Aber durch die Terroranschläge sind die Sicherheitsvorkehrungen so verschärft worden (Taschen und Rucksackverbot), Betonsperren und natürlich auch Einlasskontrollen wegen Glasflaschen, dass ich überhaupt keine Lust mehr auf das Fest habe. Schade eigentlich, ich hatte es sehr gemocht. Zur Geschäftszeiten war die Innenstadt auch Rucksackträgern zugänglich. Ein Glück, aber man weiß ja nie, heutzutage.

Erst habe ich das Rad am Essener Hauptbahnhof abgestellt. Schon dort gab es einen kleinen Schreck. Bei vielen wohl herrenlosen Rädern hang ein Schild, dass die Stadt Essen deren Besitzer (vermeintliche) aufmerksam gemacht hat, dass sein Rad bald zur Verschrottung ansteht. Ich vermute mal, den meisten, die das Schild hatten, werden es wohl absichtlich hingestellt haben (aus den Augen, aus den Sinn). Es ist aber richtig, denn sie verbrauchen wertvollen Parkraum für die diejenigen, die da parken wollen.

Dunkle Wolken am Rhein-Herne-Kanal in Essen (auf der linken Seite sieht man den Radweg)

Da sich das Wetter hielt, bin ich doch Richtung Oberhausen, CentrO gefahren, aber über Altendorf und den Stadtstraßen. Der Radweg, den ich hätte fahren können, der vom RS 1 nach Borbeck abzweigt ist nicht asphaltiert und nach den Regenfällen sehr matschig. Die Stadt Essen will auch solche Wege bald (also in ca. 10 Jahren schätze ich mal) asphaltieren. Man trennt sich schwereherzens von der tollen naturnahen Lösung. Über die Haus-Berge-Straße (K1) und dann die Bergmühle, Zechen-, Neustraße, Schacht Neu-Cöln zum Weidkamp (K13). Die Levinstraße bin ich bis zur Rauchstraße gefahren und dann doch den matschigen Weg am Rhein-Herne Kanal bis zum Freibad Hesse (Freibad Dellwig). Der Weg bis Oberhausen-Borbeck ist hier recht schmal und für den Radfahrer kaum zu empfehlen. Also habe ich den Rhein-Herne-Kanal überquert und in die Einbeckstraße abgebogen.

Die Einbeckstraße und den Radweg am Kanal bin ich bis Haus Ripshorst gefahren, damit ich dann da wieder den Kanal in südliche Richtung überquert habe und die Schlaglochpiste Ripshorster Straße bis zur Osterfelder Straße (L450) gefolgt bin.

Eigentlich wollte die L450 weiter zum CentrO folgen, wollte auch die Straße zum Aquarium überqueren, aber die Ampel springt nicht automatisch auf grün, wenn die Autofahrer auf der L450 grün haben. In Oberhausen, was in diesem Punkt reichlich unterentwickelt ist, muss man extra drücken und dann extra lange warten. 5 Minuten muss man bestimmt für jede Straßenüberquerung einplanen. Ich bin im Normalzustand ein extremer geduldiger Mensch, aber bei solchen Blödsinn nicht. Da drücke ich, obwohl ich genau weiß, dass es überhaupt nichts bringt, tausendmal auf den Knopf, damit die Ampel das auch bloß nicht wieder vergisst.

Die einzigen Parkplätze am Einkaufzentrum für Fahrradfahrer. Autofahrer haben hier 6 große mehrgeschossige Parkhäuser zur Verfügung)

Am CentrO habe ich dann wieder in der Nähe des Haupteinganges geparkt, bin einbißchen durch das CentrO gelaufen und dann wieder zum Hauptbahnhof gefahren. Beim letzten Mal bin ich einfach auf die B231 gefahren, weil diese gerade frei war und bin da links auf die B223 abgebogen. Hier gibt es drei Fahrspuren für die Autofahrer. Linienbusse fahren rein gequetscht auf der rechten Seite, Fahrradfahrer müssen sich den Weg mit den Fußgänger teilen. Das Abbiegen als Fußgänger von der B231 auf die B223 hat mich 10 Minuten gekostet. Für jede Fahrspur (Rechtsabbieger) gab es eine Ampel und auf allen musste man drauf drücken und warten. Die Stadtverwaltung macht das mit voller Absicht, den Radfahrern das Leben total schwer zu machen.

Dafür konnte ich vergnüglich einen Autostau auf der B223 vorbeifahren. Über die Tannenbergstraße bin ich Richtung Hauptbahnhof geradelt. Das typische an Stadtverwaltungen ist, egal wo auf diesen Planeten, Abkürzungen werden urplötzlich angezeigt, so dass man das Schild erst richtig lesen kann, wenn gerade vorbei gefahren ist. Ich bin dann die nächste rechts abgebogen. Ein Sportwagenfahrer, der es mal wieder super brannt eilig hatte, hatte mich von hinten angehupt. Über solche Idioten rege ich mich nicht auf.

Radabstellanlage am Oberhausener Hauptbahnhof

Im Hauptbahnhof von Oberhausen habe ich vor diesem geparkt. Hier ist der Parkplatz sehr nahe am Gebäude. In Essen muss ich einen ganz schönen Weg laufen und der Abstellplatz ist nicht überdacht.

Auf dem Rückweg war ich noch am Theater Oberhausen, wo es einen Bücherschrank gab. Über die Ebert-/Falkensteinerstraße (K1 in Oberhausen) bin ich zur Mellinghofer Straße (L450) gefahren.

Heute schienen mir sehr viele Autofahrer sehr ungeduldig zu sein. Es wurde gedrängelt, sehr viel gehupt, geschnitten (nicht nur mich). Über die B231 bis zur Unterstraße (Endhaltestelle der Linie 105) und Dellwiger Straße / Donnerstraße (L231) bin ich wieder auf K1 von Essen ausgekommen. An der berüchtigen Hafenstraße bin ich links abgebogen. RW Essen hatte ein Heimspiel gegen den FC Wegberg-Beeck (1:1), 5.337 Zuschauer. Auf der Krablerstraße hatte ich das vor allem gemerkt. An jeder Bauinsel stand unerlaubt ein Auto. Autofahrer dürfen das wohl anscheinend.

Von der Krabler-, auf die Altenessener Straße (L448) und dann links auf die Lierfeldstraße (L20). Ein armer Autofahrer musste meinetwegen bremsen, weil ich links abbiegen wollte. Zum Abschluss war ich noch bei REWE in Stoppenberg, wo dann ein total kräftiger Schauer niederging. Bis dato war es ganz trocken. Als es etwas aufhörte, bin ich zum Rad und nach Hause gefahren. Leider ging der Schauer noch heftiger weiter. So wurde meine Hose jetzt total nass, aber die Regenjacke hat das T-Shirt, was ich drunter an hatte vor den Wassermassen geschützt.

Morgen soll es den ganzen Tag nicht regnen. Heute waren es nach WDR Wetter ca. 22 Liter pro qm (ich hoffe, das ist nicht zu wenig für die ganzen Hobbygärtner und Bauern). Ich hoffe, das überleben die Blumen morgen. Aber dann soll es ja Montag und Dienstag wieder endlich regnen. Nicht auszudenken, wenn die armen Blumen verdursten würden und ich hoffe, die ganzen Bauern sind dann auch sehr zufrieden wegen dem sehr vielen Regen.

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