Die Schläfrigkeit der Autofahrer vor Ampeln

Mir fällt das seit dem auf, seitdem ich mich auf der Straße fortbewege. Mir ist das auch schon vorher als Autofahrer aufgefallen und jetzt als Radfahrer immer noch; die Schläfrigkeit von sehr vielen Autofahrern vor Ampeln.

Gewiss manche Ampelphasen dauern gefühlt lange, aber auch diese gehen vorbei. Nähert man sich langsam einer Ampel und denkt, die Ampel springt jeden Augenblick um, was sie auch dann gelegentlich macht, dann denke ich, dass ich gar nicht vom Rad absteigen muss, sondern durch radeln kann.

Leider ist das zu 95 % der Fälle nicht möglich, weil der Autofahrer, der vor mir steht, noch unbedingt das Smartphone herausgenommen hat und für ihn in dem Augenblick nichts wichtigeres gibt, als seine Privatangelegenheiten darüber zu klären. Dass der Bus oder die Straßenbahn, der Radfahrer oder andere Autofahrer auch weiter wollen, interessiert den meisten Menschen nicht. Das Smartphone, die WhatsApp Nachricht ist scheinbar wichtiger.

Ich war gestern in Duisburg, bei Media Markt, weil ich mir wieder einmal altmodische DVD-Rohlinge für einige Backups meiner Daten kaufen wollte. Ich kam aus einer Nebenstraße und sah, dass die Ampel gerade von Rot auf Grün sprang und dachte: „Klasse, ich muss ja nicht mehr absteigen“, aber vor mir stand jemand, der musste von sich unbedingt ein Selfie machen. Ich wurde wieder wütend, machte eine Armbewegung, aber dann brauste er auch davon. Er musste dann andere wegen seiner Schläfrigkeit belästigen und die verlorene Zeit andere mit der Lichthupe belästigen, weil er es jetzt furchtbar eilig hat.

Na gut früher mussten sich die Frauen auch vor der Ampel eben im Innenspiegel schminken oder alle haben ihr Autoradio genau in diesem Augenblick neu justieren versucht, damit den richtigen guten Musiksender erwischt haben.

Hoffentlich kommt bald das selbstfahrene Auto, dann können sich wohl viele nicht mehr von ihrem Smartphone, Autoradio einstellen oder sich schminken trennen. Auch wenn man von der Industrie immer wieder gewarnt wird, dass man immer noch selber so eingreifen sollte, wenn es wirklich brenzelig wird, weiß ich jetzt schon, dass es bestimmt eine Vielzahl von Leuten es damit nicht so genau werden wird. Das bedeutet, dass sich viele auf die Automatik verlassen werden und denken, die wird es schon machen und sich dann zu ihrer Ablenkung greifen und dann nicht merken, dass die Automatik nicht gemerkt hat, dass es zu eng wurde und sich abgeschaltet hat. Piloten haben noch akustische Warnsignale (zum Beispiel, wenn der Autopilot per Knopfdruck zum Beispiel für den letzten Teil der Landung ausgeschaltet wird, was Piloten auch noch dem Nicht-Fliegenden Piloten mitteilen „Auto pilot off“) und werden auch darin geschult. Aber der ungeschulte Autofahrer, der mit einem selbstfahrenden Auto unterwegs ist, wird er die Zeichen der Gefahr auch wirklich einschätzen können, was sie bedeuten?

Mit einem geschulten Autofahrer meine ich keine Einweisung von ca. 10 Minuten mal eben am Autohaus, weil es wieder schnell gehen muss, sondern eine intensive Einarbeitung von einigen Tagen.

Es ist leider so und ändern kann man das auch nicht. Es ist aber trotzdem nervig, egal mit was für ein Gefährt man unterwegs ist.

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