Schneefall und fast alles steht still

Am heutigen Sonntag morgen war ich nur mal kurz Brötchen holen und habe es mir dann für den restlichen Tag gemütlich gemacht.

Der Schneemann von Stoppenberg (vor dem ehemaligen Rathaus)

Am Nachmittag hat es wieder angefangen zu schneien. Eigentlich nichts ungewöhnliches für einen Dezembertag. Wie gesagt, ich war nicht mehr draußen. In den regionalen Nachrichten kamen die erwarteten Meldungen, dass die örtlichen Verkehrsbetriebe ihre Buslinien fast eingestellt oder ganz eingestellt haben.

Selbst die Deutsche Bahn AG hat ihren Verkehr im Raum Wuppertal und auch wohl in der Umgebung von Frankfurt eingestellt. Auch sonst gab es wieder erhebliche Störungen.

Nun gut, dass Petrus es so geregelt hat, das heute Sonntag war, aber wie wäre es an einem Wochentag?

Dass die überregionalen Medien (Welt, Zeit, Spiegel) nichts davon berichtet haben, lag an der einfachen Tatsache, dass es ja nur NRW davon betroffen ist. Wäre München, Berlin oder Hamburg davon betroffen, würde man gar nicht aufhören mit den Nachrichten. NRW ist für das restliche Deutschland inzwischen ohne Bedeutung.

Mich drängt die Frage auf: Sind unsere heutigen technischen Geräte nicht mehr in der Lage durch eine normale Schneemenge zu manövrieren? Ein heutiger Linienbus schafft das nicht mehr? Züge fahren heutzutage auch nicht mehr, zumindest in Deutschland. Die Niederlande, so ein Blick auf NRC.nl fuhren auch etwas vermindert, aber sie fuhren; die Deutschen haben ihren Betrieb wieder zeitweilig eingestellt.

Blick Richtung Sankt Nikolaus Kirche (heute Nachmittag)

Anders als die Meteorologen und Klimaforscher vorhergesagt; es fällt doch noch Schnee, manchmal mehr oder weniger. Aber dass er uns ganz weg fällt, wie es mal einige Winter war, so scheint die Mutter Natur den Wissenschaftlern doch einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Aber wie gesagt, es war nur in NRW, belanglos. In Berlin oder München sind drei Schneeflocken viel interessanter für die überregionalen Medien, als wenn im Ruhrgebiet 2 Meter Neuschnee gefallen wäre. Selbst wenn heute durch den angekündigten Sturm alles lahmgelegt so ist das natürlich nicht so bedeutsam, wenn zwei kleine Äste den Berliner HBF zum Erliegen bringen. Meteorologen interessieren sich auch nur noch für das Wetter in München und Berlin.

Gewiss, dass man vielleicht kurzfristig den Betrieb in gebirgigen Lagen einstellt, ist logisch und auch nicht das Problem. Aber das Ruhrgebiet besteht nicht nur aus Gebirge. Es gibt hier auch flachere Abschnitte. Es geht um Sicherheit – wieder einmal.

Ich bin gestern nachdem ich aus der Stadt gekommen bin, noch kurz mit dem Rad über den angetauten Schnee zum Einkaufen gefahren. Es fuhr sich nicht besonders praktisch, aber man konnte fahren. Auf dem Rückweg kam mir ein Fußgänger entgegen, der mich als mutig bezeichnete, obwohl auf der benutzen Ernestinenstraße alles frei war.

Beim Hessischen Rundfunk lief wieder einmal ein Funkkolleg – diesmal zum Thema Sicherheit. Es sind 25 Teile, je 25 Minuten ungefähr. In einem Punkt habe ich mich doch erschrocken. Die Mehrheit der Deutschen opfert für ihre Sicherheit deren Freiheit. Also diese Deutschen möchten lieber mehr Sicherheit auf Kosten ihrer Freiheit. Also lieber fährt der Zug nicht im Schnee oder bei etwas Wind als dass ich zu Schaden kommen würde.

Mein Vater war auch fast so einer. Wurde im Radio von einem stärkeren Wind erzählt, der aufkommen würde, blieb er aus Sicherheitsgründen zu Hause. Für mich war bislang noch kein Wind zu stark, dass ich nicht mit dem Rad auch durch Wälder fahren würde. Regen ist für mich auch kein Grund, nicht zu fahren. Jetzt in der kalten Jahreszeit ist das natürlich nicht mehr so angenehm wie noch im Sommer.

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