Herb / Fahrt Neuss-Kaarst-Osterrath-Krefeld

Ich habe gerade von einer Kollegin gelesen, der man einen Job angeboten hat, sie hat wohl unterschrieben, ihren alten Job hat sie gekündigt und nun stellt sich diese Zeitarbeitsfirma, wo sie unterschrieben hat – soweit ich das verstanden habe aus ihrem Artikel, hin und sagt sie habe ein notwendiges Praktikum nicht gemacht (obwohl sie wohl zwei vor 25 Jahren gemacht hat). Aber das hat die Firma erst im Nachhinein festgestellt.

Es ist echt krass, was bei uns im Personalwesen alles so abläuft. Mich wundert das überhaupt nicht, wie unsere Firmen so arbeiten. Klar, es gibt einige gute, aber die Mehrheit ist einfach nur schlecht.

Und mit so einer schlechten Firma muss ich mich ständig herumplagen, auch heute wieder.

Ich wollte heute nach Mönchengladbach fahren. Ich wollte gerne mal nach Sportscheck. Nach dem freiwilligen Verlassen aus der Essener Innenstadt wegen angeblich zu hoher Ladenmiete gibt es aus VRR-Sicht nur noch Mönchengladbach. Ich glaube, es gibt noch Köln, aber das liegt im VRS und nicht im VRR wie Mönchengladbach.

Den RE42 nach Mönchengladbach um 9.44 Uhr habe ich genommen. Ich sollte dort nie ankommen. Aufgrund des physischen Anfalls eines Fahrgastes und der Herbeieilung des Krankenwagens samt Personals hatte der Zug 30 Minuten Verspätung. Der Fahrgast war im gleichen Waggon wie ich auch, praktisch nur einige Meter entfernt. Der Mann wurde ins Krankenhaus gebracht. Ich hoffe, es geht ihm wieder besser. Wegen Bauarbeiten fährt die Linie von Krefeld-Uerdingen nach Mönchengladbach aber halt über Neuss.

Der Zug fuhr nur bis Neuss HBF (Neuss ist kein Ersatzhalt, sondern normalerweise fährt er hier nur durch). Man hat uns wieder herausgeschmissen. Die Betriebszentrale hatte mal wieder entschieden, den Zug dort enden zu lassen. Der RE13, von der Eurobahn, alle 60 Minuten, fuhr vor der RE42 nach Mönchengladbach. Es gibt noch den stündlichen RE4 nach Aachen (falls er überhaupt fährt, denn zwischen Mönchengladbach und Aachen gibt es weitere Baustellen, wo man den Fahrplan auch eingeschränkt hat) und die halbstündliche S8.

Die Fahrgäste, die in Mönchengladbach in den RE42 einsteigen wollten, sind bestimmt sehr begeistert gewesen. Die Alternative RB33 (Duisburg-Aachen über Krefeld und Viersen) fährt auf Grund von Bauarbeiten zwischen Mönchengladbach und Aachen auch eingeschränkt. Auf einem Bauplakat ist zu entnehmen, dass die RB33 am 02.06. (heute) und 03.06 den Hauptbahnhof Mönchengladbach gar nicht ansteuert. Also fährt von Mönchengladbach HBF nach Duisburg nur die RE42 direkt, aber ohne die Halte in Viersen und Krefeld HBF.

Reisende von Mönchengladbach können an diesem Wochenende gar nicht nach Krefeld HBF fahren, weil nichts fährt. Die eine Linie hält nicht am Hauptbahnhof und die andere umfährt diesen.

Nach Viersen bzw. Venlo verkehrt noch der RE13 der Eurobahn, einmal in der Stunde.

Ich bin dann nicht nach Mönchengladbach gefahren, sondern bin mit dem Rad direkt von Neuss nach Kaarst gefahren. Ich hatte mich im Neusser Norden etwas verfranst. Meine App zeigte mir auch nicht den Standort an, wo gerade ich mich befinde. Aber anhand der Straßenamen auf der Offlinekarte wusste ich doch wo ich war.

Neuss ist auch wieder so ein trauriges Beispiel. Einmal ein Richtungsschild aufgestellt und dann kommt die nächsten 40 km nichts. Ortsinsässige wissen Bescheid, aber weiß das sonst jeder? Und mein Ding ist es nicht, alle 2 Meter auf die App zu schauen, weil das bedeutet, das Rad anhalten, den Rucksack öffnen, Tablet starten und dann schauen und kapieren. Ich schaue da rein, wenn ich wirklich nicht mehr weiter weiß.

Eigentlich wollte ich nach Kaarst-Büttgen, Kleinenbroich, Korschenbroich doch nach Mönchengladbach fahren, aber die Stadt als Zielpunkt.

Trübes Wasser im Kaarster Zentrum

Auf jeden Fall ich bin in Kaarst-Mitte angekommen. Die Stadtmitte ist funktional (man hat alles was man braucht), aber schön ist sie nicht. Leider sind sehr viele Stadtzentren hier in Detuschland nur rein funktional. Jede niederländische und belgische Stadt und sei sie noch so klein, hat ihren eigenen Flair und bislang habe ich bis auf Rotterdam mich in jeder Stadt wohl gefühlt. Beim Wiederaufbau von Deutschland hat man wohl nur Funktionalität geachtet, auf Flair gar nicht.

Von Kaarst bin ich dann nach Meerbusch Osterrath gefahren. Aber ich bin auf der Osterrather Straße (L154) geblieben. Ein Fahrradwegweiser wollte mich bestimmt wieder auf einen kilometerlangen Umweg lotsen, den ich diesmal widerstand.

Meerbusch Osterrath Zentrum

Osterrath ein Teil von Meerbusch hat sogar eine kleine Fußgängerzone und ist doch sehr geschmackvoll eingerichtet. Hier gibt es gut gemachte Bauten.

Auf der ehemaligen B9, der heutigen L476 bin ich nach Krefeld Fischeln und irgendwann nach einer gefühlten Ewigkeit auch in der Krefelder Innenstadt angekommen. Gerade der Teil am Hauptbahnhof sieht aus meiner Sicht sehr heruntergekommen aus. Nicht, nicht dass die Fassade defekt wäre, sondern es ist sehr öde. Nur der nördliche Teil an der Rheinstraße ist schon normaler. Aus meiner Sicht, man muss nicht in die Seidenstadt Krefeld kommen, um dort einzukaufen zu gehen, wenn man eine geschmackvolle Innenstadt sehen möchte.

Mal sind die Radwege super klasse in Krefeld, mal schlechter als grottenschlecht. Das trifft auf die Uerdinger Straße (hier fahren die Linie 042/043 entlang, man kommt hier auch zum Krefelder Zoo und zur Grotenburgkampfbahn des KFC Uerdingen (ehemals Bayer 05 Uerdingen)).

Krefeld Bockumer Platz Sankt Gertrudiskirche

Ich bekam langsam Hunger. Am Bockumer Platz wollte ich etwas essen, aber es gelang mir nicht. Nächster Versuch: Uerdingen hat eine Altstadt und auch Restaurants.

Um 14.30 Uhr Samtag an einem Junitag zeigt sich Uerdingen von zwei Seiten. Die eine Seite: Alle Geschäfte schließen und die zweite Seite, die Gastronomie hat noch nicht geöffnet. Wer wie ich Hunger hat, hat um diese Uhrzeit Pech. Uerdingen ist auch dann eine gefühlte Geisterstadt. Ich hatte es mir so schön romantisch vorgestellt. Man sitzt in der Uerdinger Innenstadt, draußen auf dem Stuhl und ein gut gefüllter Teller Nahrung wird einem serviert.

Ich bin dann mit leerem Magen und der nächsten RE42 um 14.48 Uhr nach Essen zurück gefahren.

Angeblich soll es auf dieser Linie auch freies WLAN geben. Mein Tablet hat überhaupt nichts empfangen können. Entweder ein Etikettenschwindel oder der Testversuch, gestartet 2017, ist schon wieder vorbei.

Meine Ausflüge am Samstag sind zurzeit mit einigen Enttäuschungen gepachtet.

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