Null Verlässlichkeit heutzutage?

Heute am 01.05.2019 der Tag der Arbeit wollte ich schwimmen gehen. Nein, auf eine Maidemo gehe ich nicht, bin ich auch noch nie gegangen und werde auch wahrscheinlich nicht gehen.

Da die Stadt Essen auf deren Bäderseiten, dass das Freibad Dellwig, Hesse, als durchgehend geführt hatte, bin ich also dahin gefahren. Das Freibad Hesse wird von RUWA Dellwig geführt, also verpachtet an einem Verein, der eigene Regeln hat als die verkrustete Stadtverwaltung. Und ich dachte, eigene Regeln: „Toll, die haben geöffnet“.

Am Morgen war es noch sehr nebelig und auch recht kühl, aber ich dachte, dass Freibad hätte durchgehend geöffnet. Ich wollte aber einen gemütlichen Vormittag gönnen und dann schwimmen gehen.

Ich komme dann so um 12 / 13 Uhr an und was war? Richtig

GESCHLOSSEN

Kernöffnungszeiten von 7 bis 10 Uhr und 16 Uhr bis 19 Uhr. Ich bin vollkommen umsonst gefahren, vollkommen umsonst mit dem Rad zum Haltepunkt Zollverein Nord und dann mit der S2 bis Dellwig und dann zum Freibad.

Das 25 Meter Becken hat eine moderne Wannenheizung. Gut in der Luft war es etwas kühl, aber es sollte auch kein Schwimm- und Liegetag werde, sondern reines schwimmen unter freien Himmel. So ist das ja üblich im Mai und für mich auch kein Problem.

Jetzt gibt es schon so etwas, das Internet heißt, wo man aktuelle Informationen hineinstellen kann und dann kann man sich immer noch nicht darauf verlassen. Wofür gibt es dann das Internet? Ich glaube, viele Firmen haben den Sinn des Internets überhaupt noch nicht verstanden.

Auch wenn es mit dem Smartphone etwas mühselig ist, auch damit kann man kurz solche Informationen ändern.

Es geht mir nicht drum, dass es für 99% der Bevölkerung zu kalt wäre. Die meisten gehen erst wenn es um die +30 Grad und aufwärts ins Freibad, aber auch nur dann, wenn 30 Grad sieben Tage am Stück herrschen. Eine nette Schwimmbadmeisterin im Bochumer Freibad Höntrop hatte mir vor zwei Jahren das mal gesagt, dass die meisten Leute erst einige Tage Wärme abwarten und dann erst dann draußen schwimmen gehen. Ich war sehr erstaunt.

Damals war es auch recht warm, aber stark bewölkt. Ich war mit einer älteren Frau, die beiden einzigen Gäste. Es waren also mehr vom Personal im Freibad als Besucher

Aus meiner Kindheit kenne ich es nicht anders, dass man direkt beim ersten Tag geht. Es ist auch sehr auffällig, dass so viele auch heute am 01.05.2019, immer noch mit dicker Winterkleidung herum rennen. Ich meine, es ist kühl, aber so kalt auch wieder nicht. Der menschliche Körper kann schön Kühle vertragen.

Wollen die Leute sich nicht natürlich abhärten? Gerade bei solchen Temperaturen nach draußen, Rad fahren, schwimmen gehen? Oder nehmen sie so viele Ergänzungsmittel, dass sie meinen, sich so abzuhärten? Ich weiß es nicht. Kein Wunder, dass ich und ein Arbeitskollege, arg komische Blicke bekommen, wenn wir bei relativ niedrigen Temperaturen draußen schwimmen gehen.

Ich bin dann mit der S9 (weil ich noch dringend auf die Toilette musste; das hatte ich eingeplant, im Freibad zu gehen, weil sich unterwegs etwas aufbaute) zum Essener HBF gefahren, die neueste IX gekauft und dann nach Hause gefahren.

Die Menschen, die so reagieren, müssen von irgendwas beeinflusst worden sein. Ich meine, das sind ja nicht nur junge Menschen, aber auch viele ältere denken so.

Viele wollen zurück zur Natur, sich von räumlich nahen Bioprodukten ernähren, aber der Mensch als solches, fährt nur bei Sonnenschein Fahrrad zur Arbeit. Wenn es warm und trocken ist, dann fahren sie alle, aber sobald nur einbißchen regnet, dann fahren sie alle wieder Auto und draußen schwimmen gehen bei +20 Grad (+15 Grad und einige Wolken empfinden es viele als zu kalt und ziehen sich eher Winterkleidung an, während ich da immer noch mit 3/4 Hose unterwegs bin). Für mich ist das sehr widersprüchlich.

Ich stand mal vor einigen Jahren vor der französischen Bibliothek, es waren 3 Grad, Bibliothek hatte noch nicht geöffnet und irgendwer vom Bibliothekspersonal sah mich und dass sagte, dass die Temperaturen „unmenschlich“ wären, dabei war mir nicht richtig kalt, es fegte auch kein Wind im dortigen Winter an diesem Tage.

Für den Samstag ist die Saisoneröffnung des Grugabads geplant. Aber am Samstag sollen nur 9 Grad tagsüber herrschen und Regen. Aus den letzten Jahren weiß ich, dass die Essener Stadtverwaltung eigentlich so lange gewartet hat, bis annähernd durchgehende wärmere Tage anhalten.

Ich bezweifle, dass am kommenden Samstag bei 9 Grad wirklich geöffnet wird. Höchstwahrscheinlich wird man das einige Wochen nach hinten verschieben.

Ich weiß, ich bin wahrscheinlich noch vom alten Eisen und soll mich nicht so aufregen, weil ich meine Art für normal halte und ich weiß auch; es geht nur noch ums Geld. Wenn man Geld einsparen kann, dann machen das viele Firmen mit dem größten Vergnügen. Wenn das den Städten alles so teuer ist, sollen sie die Hallenbäder und Freibäder wie in Spanien an Clubs und Vereinen überlassen. Vielleicht ist das der richtige Weg.

Nicht dass wir uns missverstehen: Für mich ist schwimmen gehen das höchste der Gefühle und dann endlich nach Monaten wieder draußen zu schwimmen noch einmal eine Stufe höher. Dann machen wir auch +13 Grad draußen nichts aus. Hauptsache draußen schwimmen, die vermeintlich frische Luft, auch wenn man aus dem Wasser kommt und es ist kalt, aber das ist für mich alles kein Problem.

Ich weiß für meisten, ist schwimmen gehen, eine von vielen Freizeitmöglichkeiten, aber nicht die wichtigste. Ein Urlaubsort, wo ich hinfahre, MUSS ein Schwimmbad haben, entweder ein Freibad, wenn es Sommer ist oder ein wenigstens ein Hallenbad, egal wie groß, Hauptsache öffentlich. Das ist für mich das entscheidende Kriterium wo ich hinfahre.

Und wenn es eins hat, dann bin ich auch dort drin und nur eine große Wunde am Körper oder eine starke Erkältung kann mich davon abhalten.

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