Emmerich – Tolkamer – Zevenaar

Bei sommerlichen Temperaturen habe ich es mir nicht nehmen lassen, auch endlich wieder in die Niederlande zu fahren. Prinzipiell ist das immer ein Fehler, weil ich wieder Tage brauche, um mich mit den steinzeitlichen Verhältnisse für Radfahrer in Deutschland besonders in Essen wieder vertraut zu machen.

Diese Fahrt von Emmerich nach Tolkamer, im Südosten von Zevenaar fehlte mir noch. Erst ging auf die B8 und für den Radfahrer sollte es dann am Deich Richtung Spijk gehen. Der Weg bis niederländischen Grenze war ein Privatweg, zugelassen für Radfahrer. Die ungefähr 6 km waren eher grausam. Zum Glück gab es keine Schlaglöcher, aber ein Radweg war es auch nicht. Deutschland muss halt die Schwarze Null halten.

Mit einem Schlag wurde es besser. Kein Wunder ich war in den Niederlanden. Das spürt und sieht man sofort. Das ist ein Unterschied zwischen Tag und Nacht.

Typisch Niederlande. Eine bessere Verknüpfung kann es für Radfahrer nicht geben (hier am östlichen Ortseingang von Tolkamer)

Spijk lag etwas unterhalb der Straße, was ich auch nicht begutachtete. Ich bin Richtung Tolkamer unterwegs gewesen. In einem Jumbo-Supermarkt (geöffnet von 10 bis 18 Uhr – das soll man niemanden in Deutschland sagen) habe ich prompt zwei Computerzeitschriften und eine allgemeine geholt (natürlich auf Niederländisch – natürlich – denn wenn man die Sprache kann, dann muss man da auch was lesen).

Ich bin dann auf der Ostseite von De Bijland, ein großer See, der vom Rhein gespeist wird gefahren. Hier kann wirklich ordentlich Geschwindigkeit geben. Ich habe dann kurz einen Fietspunkt gestoppt und bin zwei Frauen dann praktisch nachgefahren.

Beinahe hätte ich einen Unfall mit einem Moped gehabt. Moped (bromfiets) sind hier auch zugelassen. Ich hatte mich schon umgedreht und sah nur zwei Fahrradfahrer auf mich zu kommen, das Bromfiets hatte ich gar nicht gesehen. Meine Vermutung, es ist auch mit 50 bis 60 km/h gefahren. Die Fahrerin hatte über mich geflucht, weil ich so unaufmerksam gewesen war. Das sind immer diese Leute, die selbst über alle Grenzen hinweg setzen und dann über andere schimpfen.

De Bijland, großer See noch mit ziemlich kühlem Wasser

Ich bin dann auf der Westseite von De Bijland gefahren bis zum Badestrand auf der Südseite (hätte ich auch einfacher gehabt, aber ich wusste es nicht). Zum Glück gibt es hier auch Toiletten (immer ein großes Problem für mich, denn nach einigen Stunden muss ich und meistens wenn es zum Strand und etc.. geht, muss ich erst einmal noch auf die Toilette. Während die restliche Menschheit direkt nach der Umkleide zum Becken geht, muss ich erst noch zur Toilette).

Auf der Toilette habe ich mich meine Jammer Badehose angezogen und die restlichen Sachen, inklusive Schuhe in die Fahrradtasche gesteckt Unter einen schattigen Baum habe ich dann das Rad geparkt und habe mein neues Schwimmshirt angezogen. Es ist ja ein Kurzarmshirt (ich habe auch eins als Langarmshirt) und darin lässt es sich sehr gut schwimmen. Natürlich die 50 Meter in 10 Sekunden wie es die meisten wollen, damit geht es nicht, aber für einen solch heißen Tag wie jetzt am See, genau richtig.

Da sich die restliche Menschheit vor den elektromagnetischen Strahlen zum Beispiel 5G mehr fürchtet als vor der UV Strahlen der Sonne, sieht man viele Menschen mit geröteter Haut (was ja als Unbedeutend hingestellt wird). Bei mir ist es eher umgekehrt, aber irgendwie ist der UV-Schutz der Haut unbedeutend geworden. Lieber schmiert man sich mit Sonnenmilch ein, was genau im Körper damit passiert, ist unbedeutend, aber 5G, Radioaktivität und etc.. da wird ein großer Bogen gemacht.

Ich war auch nicht lange dort. Vielleicht eine Stunde. Das Wasser war noch sehr frisch – aber so kalt auch nicht. Bei kalten Wasser verkrampfe ich beim ersten Augenblick im Rücken an einer bestimmten Stelle. Ich muss mich entspannen, dann geht es auch mit dem Schwimmen im kalten Wasser.

Ich habe das Schwimmshirt bis hier nach Essen anbehalten. Erst hat es wunderbar gekühlt und zweitens dadurch dass es auch den Hals umschließt, kommt da keine Sonne dahin.

Mein Ziel war es in Zevenaar Mitte zu essen.

Zevenaar Mitte

In Zevenaar Mitte war ich schon des öfteren und die Stadt gefällt mir sehr. Verblüffend war, dass fast alle Geschäfte offen hatten, auch der Zeitschriftenhandel auf der Marktstraat. Hier habe ich noch ein niederländisches Linuxmagazin gekauft.

Nach dem Essen war ich noch einbißchen so in Zevenaar herum gefahren, um dann mit einem völlig überfüllten RE19 kommend aus Arnhem nach Oberhausen Hauptbahnhof zu fahren.

Aus meiner Sicht ist Zevenaar auch das bessere Venlo. Es ist überhaupt nicht von Deutschen überlaufen. Nach Venlo mag ich nicht mehr an einem so sonnigen Sonntag oder Samstag zu fahren.

Wenn im Juli 2019 der Haltepunkt Elten an der Strecke Arnhem-Oberhausen vom RE19 kommt, dann ist Tolkamer, aber auch die Fähre nach Millingen aan de Rijn viel einfacher zu erreichen. Aber nur wenn, denn in Deutschland wird viel versprochen, aber nur wenig gehalten.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.