Ratingen Angertal – Mettmann

Ich bin heute mit einem Arbeitskollegen und seiner Frau und einem Ex-Arbeitskollegen mit dem Rad durch das Ratinger Angertal gefahren.

Es war eine Farce für mich. Die Frau hat schon schnell aufgegeben, denn wir Männer fuhren nicht schnell genug. Sie ist immer ganz weit vorgefahren, konnte sich kaum bremsen. Dann hat sie irgendwann gestoppt und sie ist dann eine eigene Tour gefahren. Ok.

Dann sind wir zu dritt gefahren. Es ging aber nur bergauf und bergab und das drei Stunden am Stück. Normal fahre ich solche Touren überhaupt nicht. Und dann noch ungepflastete Strecken mit viel Geröll, wo ich einmal fast vom Weg abgekommen bin. Ich habe den Lenker zum Glück in die richtige Richtung geschwungen, sonst wäre ich an einem Abhang neben der Strecke auf gekommen.

Die beiden Kollegen konnten sich beim Fahren unterhalten und ich immer nur hinterher, versuchte den Anschluss zu wahren. Den Angerbach habe ich nur schemenhaft wahrgenommen. Normalerweise hätte ich angehalten, hätte das Wasser beobachtet, etwas fotografiert und oder gefilmt und so. Aber nein, es ging in eine Tour weiter.

Rauf und runter. Kaum Pausen, außer einer Essenspause mitten in der Sonne. Ich bin dann bei manchen Abfahrten vorher vom Rad gegangen. Ich habe immer sehr im Kopf die Bilder von meinem Sturz im Januar 2019 und bei unbekannten Abfahrten, steige ich dann vom Rad – ich möchte nicht nur einmal stürzen. Ich habe es dem Ex-Kollegen gesagt. Ich will nicht so viel sagen, aber so richtig viel Verständnis hatte er nicht. Wenn ich an seiner Stelle wäre, hätte ich die Tour so abgeändert, dass sich jemand, der sich unsicher fühlt, auch wieder sicher fühlt.

Es fehlte auch das Verständnis von Schauen und Gucken – leider bei beiden. Meine Touren sind immer Touren, wo ich etwas neues sehen möchte und dann anhalte und natürlich fotografiere. Bei Abfahrten ergeben sich immer neue Perspektiven.

Wahrscheinlich ist das alles nicht mehr so zeitig, da fehlt der Reiz, heutzutage. Klar die Kollegen sind die Strecke schon mehrmals gefahren und wahrscheinlich finden sie auch schon langweilig.

Klar passiert mir auch immer wieder mal. Aber meistens fahre ich dann im großen zeitlichen Abstand oder zu einer anderen Jahreszeit.

Das meiste ist halt, wie viele Kilometer kann meinem Kollegen nach einem Wochenende vorweisen. Oh, da muss ich aber 60 km fahren, oder gar 100 km am Stück. Das ist dann mal eine Marke. Wenn man fragt, was hat er gesehen? Dann kommt langes Schweigen.

Bei Radsportlern ist das die Länge, die man fährt, bei Schwimmern auch die Länge und die Zeit und so.

Das Schlimme an heute ist, beide sind rund 20 Jahre älter als ich. Ich mit 41 Jahren will das Ambiente genießen und andere, die älter sind wollen sich noch einmal beweisen?

Bei großen Touren heißt es immer: Das Tempo macht der Langsamste in der Gruppe (damit auch alle etwas davon haben).

Nach vier Stunden Berg und Tal Fahrt war ich dann einem Punkt, wo ich sehr müde wurde und durch die Wärme war ich dann ziemlich gereizt. Irgendwo an der L239 (der Mettmanner Straße) bin ich dann diese nach Ratingen gefolgt. Die beiden wollten sich auf eine weitere Berg- und Tal fahrt einlassen. Ich kannte die Mettmanner Straße nicht, aber ich hatte gerade einen Bus der Linie 749 (Rheinbahn) wo auch Mettmann Jubiläumsplatz angeschlagen war und ich wusste, wenn ich nach rechts fahren würde, käme ich nach Ratingen.

Ich wollte schon viel früher mich von den beiden trennen. Wir waren auf der Ratinger Straße (der L156) Richtung Heiligenhaus. Ich kannte die Straße, weil da damals mal mit dem früheren Auto her gefahren bin und es stand auch bei einem Schild 7,8 km nach Essen Kettwig. Der Kollege hat den Einwurf von mir nicht verstanden und beiseite geworfen.

Die andere Gelegenheit wäre in Mettmann gewesen. Wir sind in Mettmann Metzhausen am Löffelbecksweg ausgekommen. Es wäre mit der S28 ab Mettmann ein kleiner Umweg über Düsseldorf zu fahren, aber die Schinderei durch die Berge wollte ich mir ersparen.

Die L239 war auch im weiteren Verlauf sehr steil. Wenn die Konzentration flöten geht, ist es besser bei 8 % Gefälle zu schieben und wenn wie in diesem Falle kein Fußweg vorhanden ist, ist es mir wirklich scheiss egal was die Autofahrer denken.

Ich bin dann mit der S6 ab Ratingen Ost um 15.46 Uhr gefahren. Wenn die Frau vorher schon bei sich zu Hause war, hat sie sich bestimmt gewundert, warum ich nicht dabei war. Wahrscheinlich muss ich beim nächsten Sehen Rede und Antwort stehen, warum ich so langsam war.

Aber jedem das seine. Ich mag die Berge nicht. Eine solche Tour kann man gut wandern. Praktisch von einer Bushaltestelle zur nächsten und so.

Bei den vielen, die mir entgegen gekommen sind, frage ich mich, wer fährt morgen früh im Regen mit dem Rad zur Arbeit. Ich wette nur eine absolute Minderheit.

Die Alternative, die ich schon länger im Auge hatte, war ein Tag der offenen Tür des Deutschlandfunks in Köln.

Aber weil mich so selten jemand fragt, habe ich auf den Tag der offenen Tür verzichtet.

Ich mache wieder meine eigene Touren, mit dem Fahrrad und mit Bus & Bahn. Ist besser so.

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