Essen-Stoppenberg

Der Essener Stadtteil Stoppenberg liegt 3,5 km im Nord-Osten vom Stadtzentrum und ist umringt von Katernberg,Schonnebeck und Frillendorf. Er hat 17.000 Einwohner und liegt im Stadtbezirk VI, welcher 58.000 Einwohner hat.

St. Nikolaus


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Geschichte des Stadtteils

Stoppenberg wurde 1929 nach Essen eingemeindet. Das Rathaus der Großgemeinde Altenessen/Stoppenberg befindet sich noch heute am Stoppenberger Platz, beherbergt heutzutage die Zweigstelle der Stadtbibliothek und das Jobcenter. Der Wohnbezirk Wallmannaue wurde in den 1979/1980 durch die Häuser Bau GmbH erbaut. Die Straße befindet sich in einer Linie zur Zubringerbahnlinie vom jetzt ehemaligen Güterbahnhof Essen-Nord zur ehemaligen Zeche Friedrich Ernestine.

Zechenvergangenheit

In Stoppenberg gab es zwei Zechen, die Zeche Zollverein, im Nordosten und die Zeche Friedrich Ernestine im Osten. Ernestine wurde im Jahre 1871 durch die Firma "Stinnes" eröffnet. Die Produktion begann 1873 und sie endete im Jahre 1955. Die beiden Schächte 1 und 2 befanden sich zwischen der Ernestinen- und Langemarckstraße. Heutzutage steht hier ein Gewerbegebiet, das auch Ernestine heißt.
Im nördöstlichsten Bereich des Stadtteils befindet sich das Weltkulturerbe Zeche Zollverein. Hier ist der Schacht 12 mit seinem markanten Fördertum ein weithersehbares Symbol. Neben der Zeche gibt es noch die Kokerei Zollverein, die sich gegenüber der Zeche befindet. Im Sommer, außer im Jahre 2016, gibt es ein kleines Schwimmbad. In der Winterzeit ist ein Bereich als Eisbahn deklariert. Die Geschichte beginnt im Jahre 1845, als der 1779 geborene Industrielle Franz Haniel aus einer Ruhrorter Kaufmannsfamilie, das Förderrecht einreichte. Der Schacht 12 wurde 1986 als letzter stillgelegt. Eher unbedeuten lagen die Schächte 6/7 fast direkt in Stoppenberg, nämlich an den Straßen: "Im Natt" und "Hallostraße". Die Kokerei schloss im Jahre 1993.

Ortsteilzentrum

Im unmittelbaren Ortsteil befinden sich zahlreiche Geschäfte des täglichen Bedarfs, ein Optiker, ein Rechtsanwaltsbüro, ein Blumenhändler, die Sparkasse, Bäckereien und einige Apotheken. Nach der Schließung der Drogeriemarktkette Schlecker hat der Stadtteil keinen Drogeriemarkt mehr. Die beiden Supermärkte REWE und EDEKA bzw. Aldi befinden sich außerhalb des Zentrums, aber immer noch gut fußläufig erreichbar.

Öffentlicher Personennahverkehr

Bis zum Jahre 1984 hatte der Stadtteil auch einen Bahnhof, der sich an der Bahnstrecke Altenessen-Essen HBF, die 1898 eröffnet wurde, befand. Darüberhinaus gab es auch Verbindungen nach Winterwijk (Niederlande). Der Bahnhof befand sich an der heutigen Grabenstraße, also außerhalb des Zentrums.

Essen-Stoppenberg liegt im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr im Tarifgebiet 35 und in der Wabe 354.

Straßenbahnen

Linie 107 zum Abzweig Katernberg

Bis zum Jahre 1899 verkehrte zwischen dem heutigen Essener Zentrum und Stoppenberg ein Pferdekutschen Omnibusverkehr, der von der Firma Eupen betrieben wurde. Seinerzeit fuhr aber schon die Elektrische seit dem 02.09.1898 zwischen Essen und Stoppenberg, das ja noch eigenständig war. Die Straßenbahnlinie fuhr über Katernberg nach Gelsenkirchen, aber nicht die heutige Strecke, die erst 1912 eröffnet wurde, sondern bog am Abzweig Katernberg Richtung Rotthausen ab und am südlichen Teil des Gelsenkirchener HBF's. Erst mit dem U-Bahnbau in Gelsenkirchen wurde die damalige Linie 7 im Jahre 1978 eingestellt und verkehrt heutzutage als 107 auf ihren bekannten Weg über die Hanielstraße in die Nachbarstadt. Zwischenzeitlich verkehrte anstatt der Linie 107 nach Gelsenkirchen, so wie das heute üblich ist, die Linie 127 bis Gelsenkirchen HBF. Durch den Einsatz mit den Niederflurbahnen verkürzte man die Linie 107, die ursprünglich von Gelsenkirchen HBF bis Essen-Bredeney ihren Linienweg bis Essen HBF, da auf so genannten unterirdischen Südstrecke aufgrund der erhöhten Bahnsteige keine Niederflurbahnen eingesetzt werden können. In Schulzeiten, das heißt morgens und nachmittags, verkehren die weiterhin bekannten Einsatzbahnen zwischen Abzweig Katernberg und Essen-Bredeney, allerdings mit den hochflurigen M-Wagen. Im Stadtteil halten die Bahnen an den Haltestellen: Zollverein, Kapitelwiese, Nikolausstraße, Ernestinenstraße, Krankenhaus Stoppenberg, Herbertshof und Herzogstraße.

Aufgrund von Personalmangel bei der EVAG fielen zwischen November 2016 und Mai 2017 die Einsatzbahnen am Nachmittag aus und wurden durch gechartete Busse von privaten Reisebürounternehmen ersetzt.

Linienbus

Die Linien 140 (Stoppenberg nach Borbeck), 160 (Stoppenberg nach Borbeck via Rüttenscheid), 161 (Stoppenberg nach Altendorf via Rüttenscheid) enden in Stoppenberg an der Ernestinenstraße. Die Endhaltestelle befindet sich auf dem Barbarossaplatz, der sich neben einem großem Parkplatz auch ein Marktplatz ist, gegenüber der Thomaskirche. Die Linie 183 (Altenessen nach Katernberg) erreicht Stoppenberger Gebiet schon an der Haltestelle Backwinkelstraße betrifft, durchfährt den gesamten Komplex der Zeche Zollverein und verlässt den Stadtteil auf der Hallostraße nach der Haltestelle "Im Natt". Der Takt ist auf alle 30 Minuten wochentags tagsüber und alle 60 Minuten zu den übrigen Zeiten angesetzt. Daneben gibt es noch den Nacht-Express, NE2 von Essen HBF nach Essen-Katernberg, der stündlich verkehrt, in der Woche allerdings nur bis 1.30 Uhr. Der NE2 hat den gleichen Linienverlauf wie die Straßenbahnlinie 107, tagsüber. Zwei Fahrten des NE2, am Samstag morgen, um 5.41 und 6.11 Uhr ab Ernestinenstraße werden bis zur Trabrennbahn in Gelsenkirchen verlängert.

NE2 Richtung Katernberg

Der NE3 (Essen Hauptbahnhof nach Essen Leithe) hält nur am Helfenbergweg (Tageshaltestelle der Linien 154, 155, 160 und 161) auf Stoppenberger Gebiet.

Fahrradverkehr

Radweg vor der Abzweigung zur Wallmannaue

Kommend von der Essener Innenstadt biegt der Radweg südlich des Paketverteilszentrums der Deutschen Post AG scharf nach rechts ab und fährt dann eigenständig nach Stoppenberg hinein. Er folgt der ehemaligen Zechenbahn der Zeche Ernestine. Kurz vor der Überquerung über eine Brücke des Hangetals, gibt es eine direkte Ausfahrt durch einen Gartenweg nach Stoppenberg hinein. Der übrige Weg befährt die Wallmannaue, um dann wieder als eigenständigen und stark gebirgigen Weg über die Ernestinenstraße in den Hallopark zu enden. Insgesamt gibt es aber einige lieblos aufgestellte Fahrradbügel am Barbarossaplatz und gegenüber dem Rechtsanwaltsbüro. Insgesamt gesehen gibt es nur noch Radwegeanlagen in der verkehrsberuhigten Straße "Im Mühlenbruch" und einen immer noch sehr desolaten an der Backwinkelstraße, an dem man in den letzten 20 Jahren kaum etwas gemacht hat, es sei denn es standen allgemeine Straßenerneuerungsmaßnahmen an.

Radweg vor der Abzweigung zur Wallmannaue

Derzeit baut die Stadt Essen den Radweg von der Essener Straße bis zum Hallopark aus. Der Abschnitt zwischen der Wallmannaue und dem Hallopark ist auch gesperrt. Es ist eine weiträumige Umleitung zum Hangetal eingerichtet. Die Asphaltierung des Radwegs ist das Ziel des Ausbaus. Dieser Radweg dient als Ausweichstraße für den noch nicht fertigestellten RS1 von/nach Bochum. Nach Baumfällarbeiten in der Wallmannaue haben die Mitarbeiter der Gartenbaufirma das Hinweisschild verkehrt herum hingestellt. Wenn man den Anweisungen folgen würde, stürzt man mit dem Rad von der Brücke auf dem Weg zum Hangetal.

Autoverkehr

Stau auf der Essener Straße

Dem Autoverkehr stehen drei Hauptverkehrsstraßen zur Verfügung. Die Essenerstraße Richtung Stadtmitte, die Gelsenkirchener Straße Richtung Katernberg bzw. Gelsenkirchen und die Ernestinenstraße Richtung Frillendorf. Daneben gibt es noch die Twentmannstraße nach Altenessen und die Hallostraße nach Schonnebeck. Durch eine verunglückte Ampelschaltung an der Ecke Essener-/Ernestinenstraße kann wie auf dem Foto dokumentiert auf der Essener- und Ernestinenstraße im Berufsverkehr zu langen Staus kommen.

Sport

Stoppenberg Stadion

Die sportlichen Aushängeschilder des Stadtteils sind der TV Stoppenberg mit seiner Badminton-, Turn- und Skiabteilung und der FC Stoppenberg, einem reinen Fußballclub. Derzeit beherbergt der FC Stoppenberg reine Männermannschaften, es gab aber auch lange Zeit eine Frauenmannschaft, die in der Kreisliga ihr Glück versuchte. Allerdings spielen spielt die 1. Herren des FC Stoppenberg auch kaum höher als Kreisliga B. Nach einem Aufstieg in die Kreisliga A erfolgt auch sofort deren Abstieg. Der FC Stoppenberg spielt auf den Aschenplätzen des Stadions "Am Hallo". Auf dem eigentlichen Rasenplatz spielten langezeit die Frauenfußballer der SG Essen-Schönebeck, die ursprünglich von der Ardelhütte aus Schönebeck kamen, nun aber im Stadion Essen in Bergeborbeck spielen. Mit einem Zuschauerrekord von 3.700 Personen im Derby gegen den damaligen FCR 2001 Duisburg (heute MSV Duisburg) hält man hier in Stoppenberg den Stadionrekord. Ansonsten wird das Stadion für gelegentliche Leichtatletikwettkämpfe auf Stadtmeisterebene benutzt. Die unmittelbar am Stadion "Am Hallo" gelegende Sporthalle, die ein Fassungsvermögen von 3.200 Zuschauern bietet, wird wöchentlich durch den Handballvereine TUSEM Essen (2. Liga) und HSG Hallo (Bezirksliga) und dem Basketballverein (2. Liga Pro A) ETB Wohnbau Baskets benutzt. Bis auf die HSG Hallo sind es "nur" Gäste, denn der TUSEM ist ja bekanntermaßen auf der Magarethenhöhe beheimatet und die Basketballer des ETB in Rüttenscheid.

Der eben erwähnte FC Stoppenberg ist nach einem 2:0 Erfolg gegen Adler Union Frintrop II in der Kreisliga B in der Saison 2016/2017 in die Kreisliga A aufgestiegen. Die zweite Mannschaft des FC Stoppenbergs ist nach einem 2:0 Erfolg beim FC Alanya in die Kreisliga B aufgestiegen (auch in der Saison 2016/2017).

Religion

FriedhofNikolauskirche

Hier gibt es die große und von weitem sichtbare katholische Nikolauskirche an der Ecke Ernestinen-/Nikolaus-/Essener-Str zu nennen, die im Jahre 1904 erbaut worden ist, aber auch praktisch gegenüber die evangelische Thomaskirche am Bararossaplatz. Desweiteren stehen den Katholiken noch die Stifskirche auf dem Stifsberg und St. Anno in der Straße "Im Looscheid" zur Verfügung. Die Evangelien haben noch eine Kirche im Erlenkampsweg installiert. Die Katholiken können sich auf dem Friedhof im Schatten der Nikolaus- und Stiftskirche begraben lassen, während die Evangelien sich mit dem Hallofriedhof begnügen müssen, der eigentlich eher zum Nachbarstadtteil Schonnebeck gehört. Hier gibt es auch eine Möglichkeit für jüdische Mitbürger eine letzte Ruhestädte zu finden.

Kultur

Die schon erwähnte Stadtteilbibliothek befindet sich im ehemaligen Rathausgebäude Stoppenbergs an der Schwanhildenstraße 25, die zweimal in der Woche öffnet, am Dienstag von 10.00 Uhr bis 16.30 Uhr und Donnerstag von 14.30 Uhr bis 18.30 Uhr. Vor vielen Jahren befand sie sich noch auf der Gelsenkirchener Straße, direkt an der Sparkasse. Bis zum 02.07.2016 herrschen hier Sommerferien.
Ansonsten gibt es noch einen Schützenverein und ein Jugendhaus, das sich an der Gelsenkirchener Straße befindet. In der Zeche Zollverein befindet sich das Ruhrmuseum und die Akra-Kulturwerkstatt.

Entspannungsorte

In den umliegenden Parks kann man sich in Stoppenberg wunderbar entspannen. Hier kann man den schon erwähnten, 30 Hektar großen Hallopark nennen. Bis zum zweiten Weltkrieg stand hier auch ein großer Aussichtsturm, der Kaiser-Wilhelm-Turm, der nach dem Krieg nicht wieder aufgebaut worden ist. Oberhalb, eigentlich schon zu Schonnebeck gehörend befindet sich der Modellflugplatz für kleine Hobbyflieger. Der große nach der Zeche Helene benannte "Helenenpark" befindet sich im nordwestlichen Teils Stoppenbergs zwischen der Lierfeldstraße, Twentmannstraße und Grabenstraße. Er entstand Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts und ist ca. 25 Hektar groß. Zwischen den Straßen Hangetal und Helfenbergweg befindet sich noch ein Waldgebiet.

HalloHelenengrünfläche Kleiner Wald am Hangetal

Schulsystem

Schulzentrum am Stoppenberg

Neben den Grundschulen, "Tuttmannschule" an der Twentmannstraße, der "Nikolausschule" an der Schwanhildenstraße und "Kapitelwiese" befindet sich in der Straße "Im Mühlenbruch" das Bischöfliche Schulzentrum am Stoppenberg, das 1969 eröffnet wurde. Es besteht aus einer Haupt-, Realschule und einem Gymnasium, die neben einer Dreifeldersporthalle auch ein kleines eigenes Schwimmbad und eine Mensa (wobei die Haupt- und Realschüler sich diese teilen, während die Gymnasten eine eigene betreiben) haben. In der Aula des Gymnasium am Stoppenberg wurde in den Jahren 2015 und 2016 der ATT (Astronomie Tausch- und Trödelmarkt) abgehalten, der eigentlich wegen Umbauarbeiten in der eigentlichen Bockmühle-Gesamtschule in Essen-Altendorf jährlich abgehalten wird. Am 13.05.2017 wird der nächste ATT auch wieder im Gymnasium Essen stattfinden.

Medizinische Versorgung

Krankenhaus Stoppenberg

Am westlichen Teils des katholischen Friedhofs befindet sich das 1886 eröffnete St. Vincenz-Krankenhaus. Man kann das Krankenhaus direkt durch die Straßenbahnlinie 107 an der Haltestelle "Krankenhaus Stoppenberg" erreichen. Zwischen den Jahren 1996 und 2009 schlossen sich die Kliniken St. Vincenz, Marienhospital in Altenessen und Philipusstift in Borbeck zum Krankenhausverbund "Katholischen Kliniken Essen-Nord-West zusammen. Jedes dieser drei Kliniken beherbergt eine Spezialabteilung.