Fahrrad als Lifestyle Produkt?

Ich fahre jetzt seit ca. 3 Monaten bis auf die Reparaturen ständig, auch jetzt beim Regenwetter und ich lese auch die verschiedensten Radmagazine. Bis auf die VCD (Verkehrsclub Deutschland)-Nachrichten sind alle Berichte richtige Lifestyle-Berichte.

Besonders stört mich seit einiger Zeit, dass dort alle Fahrräder sündhaft teuer sind. Man sagt, dass man für ein Rad mind. 1.500 Euro hinlegen muss, damit es gut ist. In den meisten Magazinen kosten die Räder auch locker und das ohne Elektromotor. Also in der letzten Ausgabe von „Aktiv-Radfahren“ kosten die Räder zwischen 1.000 und 3.000 Euro.

Und dazu kommen noch die verschiedensten Ausstattungen (Kleidung, Taschen und etc..). Alles hochpreisige Angelegenheiten. Hosen findet man in den Magazinen um die 100 bis 200 Euro, T-Shirt oder Shirts ebenso. Hier möchte man den Fahrrad interessierten wirklich das Geld aus der Tasche ziehen. Von Abzockerei möchte ich nicht sprechen, aber in den Tests, die wohl alle gesponsert werden (auch wenn es nicht dran steht), kommen immer nur die hochpreisigen Produkte dran.

Wirklich niedrigpreisige Produkte werden wohl aus Ekelgründen von den Redakteuren nicht angefasst. Eine Nachfrage bei einem Magazin ergab, dass es keine Antwort gab. Anscheinend sind solche Räder oder Textilien bei den Magazinen nicht erwünscht, oder man verschließt sich bewusst die Augen oder vielleicht erhalten die Magazine bei den höherpreisige Produkten irgendwelche Vergünstigungen für spezielle Feiern, Reisen, weil sie ihr Produkt so gut beworben haben, so nach dem Motto: Berichte gut für unser Produkt, dann erhältst du Vergünstigungen von uns.

Wenn ich mir in den Niederlanden so die Fahrräder anschaue, die die Leute da fahren, also da möchte ich wetten, da haben die wenigsten um die 1.500 Euro gekostet. Eine Umfrage von Leuten vor Albert Heijn ergab, dass sich von 10 Leuten ein neues um die 900 Euro geleistet hatten. Die meisten hatten für ihr Rad, auch wenn es älter war, selten so viel ausgegeben.

Ich frage mich auch, fahren die ganzen Leute, die das sündhafte teure Rad gekauft haben, für 2.500 Euro auch täglich damit rum, auch bei Wind und Wetter, bei Sonne und Regen? Oder wird das nur für den Sonntagsausflug heraus geholt? Der Ehemann einer ehemaligen Arbeitskollegin hatte sich mal eine Fotokamera für 1.000 Euro gekauft, aber nur zwei oder dreimal im halben Jahr damit fotografiert. Meine 250 Euro „billige“ Kamera war dagegen (fast) jeden Tag im Einsatz.

Mit meinem „Billig“-Rad von 430 Euro fahre ich täglich, bei Sonne und Regen. Meine einfache Sportkleidung, bei Declathon gekauft, die auch wirklich sehr gut hält, ziehe ich an und fahre damit herum.

Einen Vergleich möchte ich noch ziehen: Meine Badehose, gekauft bei C&A für 12 Euro hat länger gehalten als die von Sportscheck für 29 Euro.

Der Vorteil meines Billigrades wird sein, dass die Gefahr dass es geklaut wird, wohl geringer ist, als das Rad für ca. 2.000 Euro.

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