Kauhof Schließung am Willy-Brandt-Platz in Essen

Ich habe es immer befürchtet, gerade der Kaufhof am Willy-Brandt-Platz wird Ende Oktober schließen. Die Kündigungen für die Mitarbeiter seien raus und auch die Kündigung für den Eigentümer der Fläche wurde verschickt.

Man träumt in Essen wieder von Edel-Supermarkt, von Restaurants und von Büroflächen in den oberen Stockwerken.

Gerade in Essen träumt man gerne.

Über 10 Jahre hat man die damals asbestverseuchte ehemalige Volkshochschule an der Hollestraße stehen gelassen, ehe man endlich diese abgerissen hat. Seit fast 4,5 Jahren ist das ehemalige Hauptbad an der Steeler Straße geschlossen. Angeblich wollte man das Bad im April 2020 abreißen. Dann muss ich in einer Scheinwelt leben, denn von einem Abriss sehe ich noch nichts.

Jetzt kommt das nächste Gebäude, das geschlossen wird. Die Liste wird immer länger in Essen.

Ich will noch gar nicht davon reden, wie viele Einrichtungen in Essen noch im maroden Zustand betrieben werden: Grugabad, Hallenbad Borbeck, Regattabahn (hier gab es einen Architektenwettbewerb, aber das ganze umgesetzt wird, wird noch sehr viele Jahre dauern, weil man nicht weiß, was im Untergrund der Tribünen der Regattabahn sich befindet).

Immerhin hat man noch rund 18 Jahren endlich das Arenal um den Kupferdreher Bahnhof geschafft fertig zu bauen (ist auch eine Leistung), oder 15 Jahre für eine rund 250 Meter lange Kampmannbrücke in Kupferdreh (wo man etwas ganz besonderes hingesetzt hat).

Ich wette bei den Entkernungsarbeiten vom jetzigen Kaufhofgebäude am Willy-Brandt-Platz, welches ich als Horten noch kenne, findet man irgendwelche Sachen, die die Umgestaltung weiter verzögern werden. Wahrscheinlich werden dann wieder irgendwelche Gefechte auf juristischer Ebene ausgeführt. Nach 10 Jahren wird man feststellen, dass das Gebäude nicht mehr benutzungsfähig ist und es dann abreißen.

In Essen stört man sich weniger wo sich die Gebäude befinden. Je näher zum Essener HBF desto besser. Denn dann sieht der Besucher direkt wie es um Essen steht.

Interessant wird nur sein, wenn weitere Geschäfte aufgeben müssen, weil sie durch Corona geschwächt werden.

In Mülheim an der Ruhr brauchte man für das dortige Kaufhof-Gebäude 7 Jahre.

Ich will nichts schlechtes um Essen einreden. Nur in meinen 42 Jahren weiß ich, wie behäbig langsam die Essener Stadtverwaltung in den letzten Jahren geworden ist.

Neue Städte begutachte ich gerade im Internet, wo ich mich niederlassen würde. Bremerhaven soll auch einen schlechten Ruf haben. Die Stadt Bremerhaven hat aber die Eissporthalle, die nach der Eröffnung der neuen Spielstätte für die Fishtown Pinguins (Eishockey), direkt abgerissen.

Wenn in Essen die Eissporthalle am Westbahnhof mal schließen würde, sie würde garantiert jahrelang als Ruine noch dastehen.

Die Technik der Essener Stadtbahn (wie auch die der Duisburger Stadtbahn) ist immer noch auf dem Eröffnungsstand von 1980, so nach Berichten auf Youtube. Irgendwann wird es (hoffentlich nicht) den Punkt geben, wo die Technik nicht mehr ersetzbar ist.

Bis die seit mehr als 10 Jahren geplante Straßenbahnstrecke von der Altendorfer Straße bis zur Hachestraße gebaut wird, werden immer noch 10 Jahre vergehen.

Ich glaube daran nicht mehr. 2023 soll angeblich der Bau beginnen und 2025 beendet sein. Zu schön, um wahr zu sein. Ich glaube nicht daran. Vorallem wenn im Jahre 2022 irgendwas was den Haushalt der Stadt Essen wieder stark belastet, so dass das Projekt wieder nach hinten verschoben wird.

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Ausmisten geht weiter

Ich habe einen Laden hier in Essen entdeckt, der auch Musik-CD’s empfangen kann. Es ist zwar nur eine Spende, zu Geld kann man da nichts mehr machen. Aber egal. Ich habe hier über 400 Musik-CD’s, die immer noch so im ehemaligen Schlafzimmer da so liegen, wie ich sie vor 4 Jahren hingelegt habe.

Ja, es gibt die Ankaufläden, aber die haben schon 2016 mir signalisiert, besonders Andrä hier in Essen, dass sie die Musik-CD’s nur widerwillig entgegen nehmen, da sie eher auf Raritäten aus sind und nicht das allgemeine Gut, welches sie schon auch sehr viel auf Lager hätten.

Es gibt noch andere, aber da also nichts gegen die Leute als solches, aber wenn ich mir die Konzeption der Läden so anschaue, dann wird sehr viel wert auf Hardrock, Heavy Metal gelegt und so. Da ist Andrea Berg oder The Fortunes eher fehl am Platze.

Ich sortiere schon vorher aus. Also CD’s von meinen Lieblingsgruppe behalte ich natürlich noch weiterhin, aber die sind nur ein ganz kleiner Anteil von der ganz großen Menge.

Und Ebay? Ich bin dagegen, weil man stellt dann was rein und dann muss ein Käufer gefunden werden. Dann verkauft man eine CD und dann wieder eine und so weiter. Aber in einem Schneckentempo. Ich will ja auch Fortschritte sehen.

Ausmisten in der Serie Gilmore Girls würde bedeuten 30 Videokassetten behalten und drei abgeben. Da gab es mal so eine Szene, wo Rory ihrer Mutter auf die Füße trat, weil sie sich für so viel entschieden hatte.

Ich bin da radikaler. Was ich in den letzten 4 bis 5 Jahren nicht angeschaut, angehört, benutzt habe, werde ich auch in den nächsten 4 bis 5 Jahren nicht mehr anschauen, anhören, benutzen.

Ich habe auch in den letzten 4 Jahren keine einzige CD mehr gekauft. Also warum soll ich nicht den bestehenden Bestand ausmisten? Ja, man hat überall Geld reingesteckt.

Nein, ich will auch kein Minimalist werden. Das habe ich nicht vor. Aber wenn man so sagte, dass jeder Deutsche oder gar Mensch allgemein 10.000 Dinge besitzt, die eigentlich nicht benutzt werden, dann liege ich bestimmt darüber.

Es tut auch immer gut, dass die Zimmer jetzt so langsam leerer werden und ein bißchen entlastet das auch. Von etwas loslassen gut sehr gut.

Es kommt bei mir alles auf dem Prüfstand – auch Kleidung habe ich schon entsorgt oder alte Kissen etc.. Ich habe schon etliches an Fotos und Schreiben von mir und meinen Eltern entsorgt. Die Aktenordner werden sowieso nie mehr befüllt werden, also werde ich die auch bald zur EBE fahren, da auch sehr viele Firmen ihre Rechnungen digital anbieten. Es ist auch logisch. Eine Rechnung, die auf einem Server liegt, die dann nach 10 Jahren dort automatisch gelöscht wird, ist doch in Ordnung, sonst hätte ich hier 10 Jahresrechnungen.

Mein Heftchen von der Barmer hatte ich schon vor Jahren in der Papierversion abbestellt – nur noch digital. Und selbst die digitale Version blättere ich einmal durch und das war es dann auch.

Ich habe hier Spiele auf den Schränken stehen, die niemand mehr spielen möchte, also zumindest mit mir, weil den meisten auch die Zeit fehlte, fehlt.

Ich will auch in keiner Wohnung wohnen, wo man nur das nötigste hat, aber zumindest da man nicht mehr so viel hat.

Außerdem begünstigt meine Aktion auch, umzuziehen. Natürlich sehen viele darin den Hauptgrund, aber na und? Wie viele Menschen sind schon umgezogen, in andere Städte, andere Länder? Andere haben auch Eigentum verkauft und wohnten dort wo sie sich wohl gefühlt haben.

Ich wohne ja in der Wohnung, wo ich auch früher wohnte, als Kind. Die Miteigentümer sehen in mich immer noch den „kleinen“ Sven. Ein Nachbar, eigentlich hochgeschätzt von mir, hat mich seiner neuen Lebensgefährtin, noch als das Nachtbarskind. Ich war innerlich entsetzt. Die anderen im Haus, sofern sie noch leben, sehen in mich immer noch so.

Früher in der Wohnung in Essen-Altendorf war das anders.Da war ich ein Neuer, da habe mich um Kontakte gekämpft. Mit einigen hatte ich dort guten Kontakt, aber da sah mich keiner als den „kleinen“ Sven an.

Die hier eingezogen sind, da glaube ich nicht, dass sie alles hier als Eigentum erworben haben, sondern eher auch zur Miete wohnen, denn meine Eltern bzw. mein Vater hat auch ungefähr 25 Jahre gebraucht, um die Wohnung abzubezahlen.

Am Haus werden auch nur die notwendigen Renovierungsarbeiten gemacht. Es grundlegendes Neues ist nicht drin. Nein, wenn neu, muss das in das Konzept der Wohnanlage rein passen. Nachbarn unter mir haben sich einen vollkommen neuen Terrassentyp ausgedacht. Alles fertig. Irgendjemand hat sich daran gestört gefühlt und Beschwerde bei der Wohnungsverwaltung eingelegt und deswegen wurde dann eine eigene Eigentümerversammlung einberufen. Das Ergebnis war, dass sie ein Teil wieder in den alten Zustand umkehren mussten.

Aus diesem Grunde habe ich nichts am Balkon geändert, mit der Furcht, es könnte jemanden stören. Eine Person reicht ja schon aus, die sich gestört fühlt. Die Häuserverwaltung möchte ein einheitliches Aussehen der Balkone und Terrassen haben.

So ruhig ist das hier auch nicht, wie ich mal dachte. Jetzt in Homeofficezeiten erlebe ich dass hier alle naselang an den Bäumen, Sträuchern mit Motorsägen geschnitten wird. Es ist kein direkter Straßenlärm zu hören, nur ganz früh morgens hört man etwas von der Straßenbahn.

Leider muss ich auch sagen, dass die Anlage etwas zerfällt. Man versucht durch Gärtnerarbeiten da etwas entgegen zu wirken, aber das ist nur der Tropfen auf dem heißen Stein. Die Straße ist schon seit Jahren brüchig und das Garagenhaus müsste man mit allem neu bauen.

Vielleicht hat auch in allem seinen Grund, warum das junge Pärchen aus dem Erdgeschoss aus dem Haus auszieht. Es können auch andere Gründe dafür sprechen.

Natürlich schaue ich schon wohin es mich verschlagen könnte. Großstädte also Hamburg, Stuttgart, Hannover, Braunschweig eher weniger, aber Berlin, München, und Frankfurt/Main, Köln auf keinen Fall. Never.

Möglich sind Bremen, Rostock (auf jeden Fall möglich), Bremerhaven, Wilhelmshaven, Kiel, Lübeck, Emden, Rheine, Minden, Freiburg (als einzigste südliche Stadt).

In Hamburg oder Hannover arbeiten ist möglich, aber wohnen außerhalb.

Ein wenig Stadt, ab 30.000 Einwohner aufwärts bis ungefähr 100.000 brauche ich schon noch, aber halt keine Großstadt wie bisher oder eine winzige Kleinstadt oder Dorf (schon gar nicht). Ich brauche ja eine zeitnahe Anlaufstelle wegen meinen Beinen, also Gefäßchirurgie.

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Schwimmen in der Sechs-Seen-Platte

Am heutigen Mittwoch, wo ich dachte, das wäre mal wieder der einzige Tag, wo es so warm wäre, war ich nach der Arbeit noch bei der Sechs-Seen-Platte. Ich muss auch fairerweise sagen, ich habe etwas vorgearbeitet und weniger Mittagspause genommen, damit ich die 20 Minuten Fahrt zum Essener HBF schaffen würde.

Seit der Fahrplanumstellung im Dezember 2019 fährt die S1 nur noch alle 30 Minuten von Essen nach Duisburg und das in der HVZ. Ich fahre ja nicht bis Duisburg HBF, sondern bis Duisburg-Buchholz, denn die Station liegt näher zur Sechs-Seen Platte als Duisburg HBF.

Es gibt ja einen Taktabbruch in Duisburg. Die Bahnen außerhalb des Ruhrgebiets fahren von Montag bis Freitag alle 20 Minuten und im Ruhrgebiet alle 15/30 Minuten. Alle sind ja so stolz auf diese Reduzierung, auch ProBahn findet das richtig klasse – nein, sie meinen es richtig positiv. Meine heutige Fahrt verlief so, dass in Duisburg die S1 nun 15 Minuten am Bahnsteig stand, damit sie wieder südlich von Duisburg in diesen 20 Minuten Takt rein passt.

Die S6 (Essen-Köln) fährt aber grundsätzlich alle 20 Minuten, auch von Essen HBF, weil die S6 mehr zum Bereich Düsseldorf / Köln gehört.

Auf jeden Fall bin ich dann in Duisburg-Buchholz ausgestiegen, im letzten Wagen, weil man sonst den gesamten Bahnsteig bis zur Sittardsberger Allee gehen muss. Eine S1, BR422 in Doppeltraktion ist schon lang.

Bis zum See waren es mit dem Rad auch nur 10 Minuten. Zu Fuß braucht man einige länger, vielleicht 20 Minuten.

Da war die Welt noch in Ordnung für mich

Ich habe auch direkt ein schönes Plätzchen am Böllertsee unterhalb von Bäumen entdeckt, wo noch keiner war. Schnell ausgezogen, die wichtigsten Sachen und rein ins Wasser. Ich habe das nichts so ernst genommen, aber ich hatte mich an einem Ast oder einem Felsen meinen rechten Fuß geschrammt. Im Wasser habe ich dann noch nichts gemerkt. Erst als ich so im seichten Wasser saß, schaute ich mal den Fuß an und tatsächlich eine Wunde. Ich habe mich dann barfuß aufgemacht.

Normalerweise, zu Hause wäre mir das fast egal, aber unterwegs mit dem vielen Staub und etc..
wollte ich doch kein Risiko eingehen.

Bei einer Fotopause merkte ich, dass ich die schöne Straße, Wedauer Brücke in Duisburg mit Blutstropfen voll kleckerte. An der nächsten Bushaltestelle auf der Bissingheimer Straße habe ich erst einmal den Schmutz an der Wunde mit meinem Wasser aus der Flasche gesäubert und mir die Stelle genauer angeschaut. Wirklich ein Riss. Hätte ich echt nicht gedacht. Mit Hilfe von Google Maps habe ich mir überlegt, wo ist der nächste Supermarkt – wegen einem Pflaster.

Habe ich Pflaster dabei, passiert nie etwas. Schmeiße ich die weg, dann danach verletze ich mich. Auf der Sternbuschstraße / Ecke Koloniestraße befand sich sogar ein DM, noch viel besser als ein Edeka. Nichts wie rein und habe mir ein Wundspray (war natürlich nur der teuerste für 4,45 Euro da, der für 2,85 Euro war ausverkauft) und Einzelpflaster gekauft und mich bei der nächsten Gelegenheit erst einmal verpflastert.

Normalerweise mache ich das nicht, wenn mir so etwas zu Hause passiert, aber unterwegs und barfuß unterwegs, da möchte ich mir doch nicht eine Infektion einhandeln.

Ich habe auch wieder die Schuhe angezogen und bin dann zum Duisburger HBF gefahren. Natürlich der RE1 um 19.38 Uhr war ein Abellio Zug, aber leider noch einer von der alten Sorte. Normalerweise sollten auf dem RRX die modernen Triebwagen fahren, aber für den RE1 fahren zum Teil noch die alten Züge, also BR146 und Doppelstockwagen.

Ich stand natürlich vorne am Bahnsteig und musste in Windelseile auf der anderen Seite des Bahnsteigs, um ins Fahrradabteil zu gelangen. Natürlich war dieses auch wieder sehr voll. Ist ja typisch für den RE1, der immer erst um 0 Uhr langsam leerer wird ;-).

Alles in allem: Es lohnt sich nicht, nach der Arbeit um 16.45 Uhr noch eben schnell zur Sechs-Seen-Platte zu fahren. Der Aufwand ist viel zu groß. Klar, ohne Wunde wäre ich noch länger geblieben, aber mit diesem dämlichen S-Bahntakt auf dem noch alles sehr stolz sind, macht das keinen Spaß.

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Teneriffa Flugerinnerungen mit LTU

Leider steht auf dem Foto kein Jahr drauf, so dass ich das nicht genau datieren kann. Aber ich würde sagen, es war wohl 1989 oder 1990 und es muss das Jahr gewesen sein, als ich mit meiner Mutter noch auf Teneriffa geblieben bin und mein Vater zurück musste, weil sein Urlaub zu Ende ging.

Auf dem Bild ist eine LTU Süd, Boeing 757-200 auf dem Flughafen Teneriffa Süd, TFS, GCTS auf dem Apron, also der Vorfeld zu sehen, wie sie von der Bodencrew auf die richtige Position geschoben wurde.

Das witzige ist, das ist mein einziges Foto von einer Boeing 757-200 von LTU überhaupt. Das war wirklich ein klasse Flugzeug und von LTU noch einmal einige Sahnhäuptchen oben drauf. Das Foto hat jetzt nicht die Bildqualität heutzutage und ich habe auch keine Lust, stundenlang die gesamte Palette im Bildbearbeitungsprogramm rauf und runter zu gehen, nur um ein wahnsinniges tolles Foto zu produzieren. Wer dafür Zeit hat, kann es ja wochenlang machen.

Die Maschine hatte eine 3-3 Bestuhlung, also keinen Mittelgang wie bei der Tristar, die wir gemieden hatten. Die Tristar war aus unserer Sicht furchtbar. Meine Mutter mochte sie schon gar nicht, mein Vater auch nicht so sehr und ich finde die Boeing 757-200 schon alleine von der Figur klasse.

Wir reden bei meiner Mutter um eine Frau, die schon damals im Rollstuhl saß. Teneriffa Süd hatte seinerzeit nur ganz wenige Fluggastbrücken und die Boeing 757-200 stand immer auf dem Apron. Das heißt es kam immer der Sonderbus für uns, neben dem normalen Bus für die anderen Fluggäste. Vielleicht habe ich auf daher andere Erinnerungen an Teneriffa. Sonderbus hieß für meine Mutter als Rollstuhlfahrerin, dass sie als erstes mit mir einstieg und als letztes ausstieg.

Bei einem Flug weiß ich noch. Wir als letztes aus dem Flugzeug. Da kam so ein Bus von Iberia, der Busfahrer sagte zu uns etwas auf spanisch (ich würde ihn heutzutage wohl verstehen) und verschwand noch einmal und dieser Bus tuckerte tuckerte vor sich hin, er kam wieder und fuhr uns zum Terminal.

Die Anflüge auf Teneriffa Süd, TFS, begannen immer im Norden, man flog die Ostküste ab, um dann in einer Rechtskurve über Los Cristianos auf Reina Sofia einzuschwenken. Ich würde mich mal interessieren, ob da mit Autopilot geflogen wird oder wie beim Anflug auf Madeira in VFR (also Sichtflugregeln). Youtube-Videos geben das nicht so her. Die Anflüge an der Westküste kenne ich persönlich nicht.

1990 sind wir 10 Wochen auf Teneriffa geblieben. Damals konnte man noch zwei Wochen früher aus der Schule genommen werden, für bestimmte Gründe (wurde von der Schulleitung auch genehmigt), weil es gab einige günstige Angebote, die meine Mutter noch mitnehmen wollte. Das Rückflugticket hatten wir verfallen lassen und sind dann bei einem täglichen Besuch in einem Reisebüro doch noch für den Rückflug fündig geworden.

Warum auch immer, gab es einen Sonderflug von LTU um 1.30 Uhr nachts nach Hamburg. Da waren noch viele Plätze frei. Wir sind dann also nachts von Teneriffa nach Hamburg geflogen. Ich habe leider das meiste verschlafen. Meine Mutter, die eher die Nachteule war, konnte sich den Sonnenaufgang über dem Golf von Biskaya anschauen. Wir sind dann um 7.25 Uhr in Hamburg gelandet.

Die Flugroute war früher immer, wahrscheinlich heutzutage immer noch, Düsseldorf – Maastricht – Luxemburg – Paris – Nantes – Golf von Biskaya, Nordspitze von Spanien – Lissabon, im Süden von Madeira und dann den Anflug auf Teneriffa. Auf dem Rückflug wurde der Landeanflug kurz hinter Paris begonnen.

Ich möchte auf jeden Fall wieder zurück nach Tenerrifa. 1993 war ich das letzte Mal dort. Da musste ich nachfliegen, mein erster Alleinflug quasi. Mit einer Boeing 737-400 von Hapag Lloyd.

Auf Teneriffa hat sich eine Menge geändert. Ich bekomme das so halb aus den spanischen Inselmedien mit. Klimadebatte hin oder her. Ich zahle auch dann den Preis von damals. Das ist nicht die Sache.

Ich liebäugle eh mit einem Umstieg in Madrid, weil ich, wie es früher hieß, ganz klassisch Linie fliegen möchte, mit Iberia.

LTU flog ja schon früh Linie, während alle anderen damaligen Charterairlines noch in ihrem Modell verhaftet geblieben sind und davor wurde auch einzelne Plätze so verkauft, um die Maschine zu füllen. Da musste man schon nachfragen.

1987 war ich das erste Mal auf Teneriffa mit Condor, Airbus A310, über einen Reiseveranstalter, aber danach immer privat. Früher war das noch was besonderes, heutzutage ist das umgekehrt so.

Diesen Standard von LTU habe ich noch bei Swiss im Jahre 2012 erlebt. Air Berlin, damals der Flug nach Barcelona mit der Boeing 737-800 (war noch recht gut), aber mit der Boeing 737-700 war grausig (viel zu enge Bestuhlung für mich mit 1,93 m Größe). Die Flüge danach mit der Eurowings (damals noch Regionalfluggesellschaft) und Lufthansa waren besser.

Seit 2012 bin ich auch nicht mehr geflogen.

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Ahaus – Vreden – Stadtlohn – Südlohn – Borken

Das war meine heutige Tour, die um 8.40 Uhr mit dem RE2 in Essen startete. Mein Umstieg war in Dülmen. Die Fahrplananfrage bezog sich immer auf die RE42 und da wäre ich 6 Minuten später in Dülmen angekommen. So hatte ich 6 Minuten mehr Zeit, umzusteigen.

Ich hatte mir einige andere Optionen für den Tag ausgedacht, aber leider bremsten Baustellen meine Planungen und Ausweichrouten gab es zum Teil nicht.

Also dachte ich fährst du mal nach Vreden.

Es ist wirklich erstaunlich und das beobachte ich, seit dem ich mit dem Rad in den Zügen unterwegs bin. Man lernt immer wieder neue Menschen kennen. Durch das Rad kommt man ins Gespräch, weil irgendwer immer welche Stories zu erzählen hat. Vor allem jetzt wo man mit den Abozeitkarten noch in NRW fahren kann.

Erstaunlich ist, meine Fahrten, die ich so gemacht habe, sind keine Einzelfälle. Wenn ich sagte, ich war gestern in Rheine, dann sagt ein anderer: „Ja da war ich auch schon“ oder wie viele schon in Enschede waren, in den letzten Wochen. Erstaunlich oder in Minden, Paderborn.

Kurz vor Dülmen hatte ich einen älteren Mann kennengelernt, der fuhr nach Enschede. Der war auch im Quereinstieg IT’ler und hat auch mal im IT-Support gearbeitet. Er hat mir davon abgeraten, denn das würde sehr auf die Psyche gehen. Der Mann hat so recht. Ich denke immer, das hätte mit meiner eigenen Psyche zu tun, aber anscheinend ergeht das noch so vielen anderen Menschen auch so. Vielleicht ist der Mensch einfach nicht gemacht für so einen Job, anderen Menschen am Telefon zu beraten.

Ich stieg in Ahaus aus, er fuhr weiter.

Ahaus habe ich jetzt nicht so gesehen, bin nur durchgefahren. Einmal die Bahnhofsstraße quer durch bis zum Adennauerring und dann den Vredener Dyk (L560) bis nach Vreden. 13 km nur Gegenwind, einmal die Blase entleert. 52 Minuten schlug der Routenplaner vor und ich dachte: „Wie 13 km, so lange braucht man für die Strecke doch nicht.“. Aber es stimmt, ich habe auch 50 Minuten gebraucht. Ok, ich bin auch mal stehengeblieben, um mal einige Fotos zu machen, die Blase entleert und dann weiter.

Die L560 endet am Ausserer Ring, an der Bundestraße B70 und führt als Ottensteiner Straße direkt zum Busbahnhof von Vreden. Hier fahren die Linie S70 bis nach Münster, R61 nach Coesfeld und R71 nach Winterswijk (aber nicht am Sonntag). Die Wüllenerstraße führt dann ins kleine Stadtzentrum von Vreden.

Vreden Stadtzentrum Brunnen

Bei Middelberg habe ich mir zwei Rosinenbrötchen und so ein Apfelstück für 3,15 Euro gekauft. Middelberg ist sowas wie Backwerk, eine Selbstbedienungsbäckerei.

Vreden hat aber so gut wie nichts. Keinerlei richtige Restaurants und so.

Über die Wassermühlenstraße und der Bahnhofsstraße und der Stadtlohner Straße habe ich Vreden wieder verlassen. 9 km bis Stadtlohn auf der K24.

Erst in Stadtlohn habe ich etwas von einer ehemaligen Bahnlinie nach Vreden erfahren, dessen Gleise auch erst 1988 abgebaut wurden.

Wie auch Vreden präsentierte sich Stadtlohn sehr menschenleer. Aber das Zentrum war um so schöner. Stadtlohn hat ein Freibad und ist eigentlich durch SuS Stadtlohn, einem Fußballverein, der lange in der Oberliga Westfalen, bekannt.

Da alles an Restaurants noch geschlossen war, konnte ich auch hier nichts essen. Nach Süden hin habe ich über den Owwering, Westfalenring und dann Hundewick die Stadt verlassen. Die Straße Hundewick ist die perfekte Alternative zur L572, denn die führt parallel zur L572 nach Südlohn. In Südlohn heißt die Straße Eschlohn und man gelangt auf die Eschlohner, die auf die man rechts abbiegt und dann erst auf der Eschstraße links abbiegt, um in das kleine Zentrum von Südlohn zu gelangen.

Südlohn St. Vitus Kirche

Da auch in Südlohn nichts zu essen gab, außer ein Eis und so, aber ich wollte was bissfestes habe, habe ich diesmal die Südlohner Bahnhofsstraße bzw. Ramsdorfer Straße nach Süden verlassen.

Mühle am südlichen Eingang von Weseke

Bis zur Nordvelener Straße gibt es noch einen Radweg, aber auf der Nordvelener Straße gibt es nicht einmal einen Standstreifen. Es ist auch die einzige Verbindung nach Weseke, der erste nördliche Stadtteil von Borken. Der Autoverkehr ist aber gering an einem Sonntag. Weseke habe ich nur tangiert, denn ich wollte direkt nach Borken.

Es zogen erste dunkle Wolken auf. Regen ist ja kein Problem für mich, Gewitter schon eher. Ich habe den Radweg auf der B70 genommen, keinerlei Schnörkeltouren durch Nebenstraßen.

Dunkle Wolken über Borken, südwestwärtsziehend

Irgendwo bei Vreden stand mal Borken auf einem Hinweisschild und das waren wohl 31 km. Aber bei diesen Wegen für Fahrradfahrer handelt es sich ja nicht um die Direktwege. So Schnörkeltouren kann man im Urlaub machen, nicht wenn man am nächsten Tag wieder arbeiten muss.

In Borken Gemen, bekannt durch ein Wasserschloss, hat es dann mal etwas stärker geregnet. Aber wenn man wie ich nur ein T-Shirt und eine kurze Sporthose trug, ist das ja nichts. Einige stellten sich hastig irgendwo unter. Na ja, müssen die wissen, aber ich habe keine Angst vor einbißchen Wasser vom Himmel.

Ich bin dann genau in Borken angekommen, wo die Restaurants deren Küchen gerade ihre Mittagspause einlegten. Also wieder nichts zu essen. Ich habe den nächsten RE14 um 15.30 Uhr genommen, wo ich dann um 16.30 Uhr ankam.

Und wen sehe ich? Den älteren Herrn, der nach Enschede fahren wollte.

Ich habe doch mehr Radverkehr auf meinen Routen erwartet. Südlohn, Stadtlohn scheinen keine großartigen Ziele zu sein. Borken scheint auch immer sehr verschlafen zu sein. Also Borken in Westfalen und nicht das in Hessen, südlich von Kassel.

Richtig angetan habe mir von diesem Teil des Münsterlandes nur Bocholt, Burgsteinfurt und natürlich Rheine. Rheine ist eigentlich der Überraschungsieger. Ich habe die Stadt eigentlich viel hässlicher ausgemalt. Vreden, das ich mir super schön ausgedacht hatte, war letzendes nicht so toll.

Das letzte Wochenende wo man mit dem VRR-Ticket noch fahren kann, werde ich das höchstwahrscheinlich mit einer Übernachtung im Emsland verbringen und dieses Angebot der Westfalenbahn in Anspruch nehmen und dann am Sonntag zurück fahren. Meppen, Papenburg oder Emden stehen im Kurs.

Emden kenne ich durch meinen Urlaub 2005 dort. Damals empfand ich es als enttäuschend, aber durch mein Alter haben sich meine Ansprüche geändert. Kleinstädte fand ich damals doof, das war vor 15 Jahren, heutzutage finde ich sie als fein. 2005 war ich auch ohne Rad in Emden, nur mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Ich war an einem regnerischen Sonntag in Norddeich, wo ich mein Regenschirm kaputt ging. Heutzutage würde ich ohne Regenschirm dort stehen, vielleicht auch ohne Regencap und nur den Regen genießen. Lieber nass als einen Sonnenbrand. Mit 42 Jahren muss man nicht mit dem Mainstream mitgehen.

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