Eigentlich wollte ich ja gar nicht

Ich habe mir sehr lange überlegt über ich diesen Artikel schreiben werde, aber ich denke, es tut gut, die Gedanken freien Lauf zu geben.

Das Wochenende nach der ersten Arbeitswoche habe bis gestern abend harmonisch verbracht. Samstag war ich erst in der Stadtbibliothek und danach schwimmen und den Nachmittag habe ich mit dem Einscannen von Dokumenten von meinem Vater und meiner Mutter fortgesetzt und die Originale entsorgt. Vielleicht haben Rentenbescheide von meiner verstorbenen Mutter aus dem Jahre 1998 noch rechtliche Bindungen, aber ich glaube nicht.

Ich war dann gestern in der Wohnung meines Vaters. Um nicht morgens in Hetze mit dem Mittagessen zu verfallen, habe ich mir überlegt, dort bei ihm zu kochen. Das hatte den angenehmen Vorteil, dass ich da etwas vor dem Kochen machen konnte und danach. Vielleicht übernachte ich auch noch mal eine Nacht dort. Ich habe mir viele CD’s von seiner Sammlung gesichert (das heißt, als alleiniges Kind, bin ich wohl der 100 %iger Erbe seiner Sammlungen).

Märklin HO Eisenbahnanlage Nov 2015

Märklin HO Eisenbahnanlage Nov 2015

Das große große Problem ist das wertvolle Porzellan. Problem deshalb, weil ich habe meine eigenen Teller und Tassen und dann noch das edle Porzellan meiner Mutter. Wenn ich das auch noch von meinem Vater komplett übernehmen würde, dann könnte ich locker 40 Personen bewirtschaften. Ich werde aber so nach und nach die Kleidung von ihm entsorgen und was ich denke, was gut erhalten ist, auch noch spenden und seine Modelleisenbahn (Märklin HO) habe ich zusammen gestellt, die Schienen abgebaut. Ich werde die Loks und die Waggons und die Schienen (C-Gleis) an einem Modellbahnclub verkaufen (für einen geringen Preis – keine Ahnung für wie viel). Zwei Lokomotiven werde ich als Andenken behalten. Allerdings bin ich erstaunt wie wenige Personenwaggons mein Vater hatte. Ich dachte, das wäre immer mehr gewesen. Ich hätte an der Anlage schon richtigen Spaß, nur ich habe ich keinen Platz und ich weiß nicht, wann ich das nächste Mal so viel Platz hätte, dass ich sie aufbauen könnte und nur diese zu verwahren, um für den Tag X sie aufzubauen ist mir zu dumm. Zumal ich selber auch eine eigene hatte. Ich hatte mal von der Firma „Arnold“ eine in Spur N (1:160). Da hatte ich zwei Lokomotiven, die bei mir immer noch herum stehen. Spur N wäre noch möglich, aber Spur HO 1:87 kaum schaffbar.

Na ja, irgendwann sagte ich mir, dass ich bevor ich das Haus verlasse, noch kurz zu seinem Nachbar gehen wollte und ihm schon mal sagen, wann ungefähr die Beerdigung wäre. Leider habe ich den großen Fehler gemacht und ihm gesagt, dass ich die Wohnung wohl verkaufen werde und wieder und nicht nur von ihm kommt der Hinweis: „Ich würde mir das überdenken. Du bist in der Probezeit und bla bla bla…… und es könnte sein, dass du wieder gehen musst und so..“ Mir ist die Situation voll und ganz bewusst. In den Reden nicht nur von ihm, dann wenn du den Jobverlust haben könntest, dass ich doch hier ganz gemütlich in Essen bleiben würde und so sinngemäß, als ob die Jobs hier nur einem zufliegen würden. Viele sagen immer, dass die Lage schwierig sei, etwas zu finden, aber ich glaube sehr vielen besonders älteren (um die 67 oder 80) ist überhaupt nicht bewusst, wie schwierig das ist. Viele bekommen das nur vom Hörensagen oder irgendwas aus dem Fernsehen („Ich habe da mal eine Doku gesehen“) mit, aber wenn sie sich bewerben würden, wären sie jünger, würden sie das wiederum anders sehen.

Und in den Reden schwingt immer mit, wenn du in Köln bist, dann verliert sich der Kontakt ganz. Ich glaube, bei den Leuten spinnt es ganz gewaltig. Alle die das sagen, haben sich in den letzten 10 Jahren von sich aus überhaupt nicht gemeldet. Meine Leute in Google+ und meine E-Mailfreundin aus Buenos Aires melden sich in der Woche viel häufiger als die das sagen, in den letzten 10 Jahren. Wenn die Beerdigung jetzt bald vorbei ist, weiß ich ganz genau, dass da nichts mehr kommt. Dann grüßt man sich, wenn man sich zufälligerweise mal sieht, aber mehr auch. Bloß nichts machen, aber den großen Moralapostel spielen, das können die Leute ganz gut. Scheinheilige Leute. Am liebsten würde ich die Trauerfeier ganz alleine besuchen und alle anderen nicht einladen.

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Wochenende und ein fünf Tagesfazit

Das erste echte Wochenende seit Ende April 2015 habe ich nun wieder. Und das erste freie Wochenende. Ich muss nichts schreiben, ich darf mich echt ausruhen. Ungewohnt, aber sehr schön.abfahrt_du

Der erste Tag war noch einwenig gewöhnungsbedürftig. Es ist natürlich ein großer Unterschied zwischen Probearbeiten und wenn man weiß, dass man nun wirklich zur Firma gehört. Es ist auch das eingetreten, was ich genau gewusst habe. Ich habe keinerlei Hemmnisse mehr zu fragen. Bei den Probearbeitstagen war das Hemmnis noch größer. Warum weiß ich nicht. Inzwischen weiß man so ungefähr wie die Leute ticken. Auch im eigenen Büro, sondern auch in der Firma.

Das Einscannen der Unterlagen klappt hervorragend. Man muss zwischen Unterlagen immer ein weißes Blatt Papier legen und dann geht man zum Scanner, der in der Druckerei steht. Es ist mehr eine Kopierstelle, aber es wird dort Druckerei genannt. Man legt die Papiere in den Scanner und schaltet auf scannen um. Man muss verschiedene Knöpfe drücken, damit man die Programmierung des Scannen erreicht und dann geht es auch schon los. Wirklich was für Doofe. Später muss ich die zusammengefügte PDF-Datei mit Omnipage 14 als txt. speichern. Es gibt eine Option, wo das Programm die dazwischen gelegten weißen Blätter erkennt und diese als neue Datei erstellt. So hat man aus einer PDF-Datei dann verschiedene txt-Dateien. Diese braucht man lediglich für das Kopieren in die AS400 Datenbank, die für uns Dateneingeber als Formular sichtbar ist. Die Datenbank ist so aufgebaut, dass die txt-Datei während des gesamten Bearbeitungsvorgang geöffnet ist. Ein Nachteil hat diese Datei allerdings. Sie ist nicht durchsuchbar, als wenn man eine normale txt-Datei aus dem Explorer öffnet. Die Texte in dem Dokument sind oftmals so durcheinander (für mich noch), dass ich mir zusätzlich die normale TXT-Datei aus dem Explorer öffne und mit STRG+F nach den Begrifflichkeiten suche.

Gestern gab es allerdings fünf Dokumente, wo ich die Zuordnung sehr gut fand und dementsprechend auch schnell alles einsetzen konnte. Nach der Mittagspause hatte ich zwei Dokumente, die mir das Leben sehr schwer gemacht haben.

Im allgemeinen finde ich die Arbeit ist für 8 Stunden sehr gut zu schaffen und ich bin auch sehr froh, endlich etwas zeit ausfüllend zu machen. Der eine mag das als Stress ansehen (aber wo hat man keinen Stress?) oder als eintönige Arbeit. Vielleicht bin ich noch einwenig zu verkrampft und natürlich nicht so geübt, wie die anderen im Großraumbüro.

Ich stehe meistens um 4.30 Uhr auf und fahre mit der S1 um 5.58 Uhr nach Duisburg, Ankunft 6.13 Uhr. Dann meistens mit dem RE1 ab 6.22 Uhr ab Duisburg bis Köln Messe-Deutz, Ankunft um 7.07 Uhr. Dann bleibt noch Zeit eine neue „Le Monde“ im Zeitungskiosk zu kaufen. Von dort aus fahre ich mit den Linien 1 oder 9 bis Kalk Kapelle, was so ca. 5 Minuten dauert und ich laufe noch ca. 5 Minuten zur Firma, die sich zwischen dem evangelischen Krankenhaus, Kik und Netto befindet. Ich fange um 7.30 Uhr an. Das ist dann praktisch, denn dann mache ich um 16.15 Uhr Feierabend und kann ich noch den RE5 ab Messe/Deutz um 16.34 Uhr nehmen. Um 17.20 Uhr soll er dann in Duisburg HBF sein, wo ich dann um 17.27 Uhr mit der S1 bis Essen-West fahre, wo ich um ca. 17.42 Uhr ankommen könnte. In der Karnevalszeit ist der Zug morgens recht leer, ansonsten war er ziemlich voll.

Auf der Rückfahrt sehe ich zur Zeit die Wirkung des Karnevals in unserer Gesellschaft. In Köln laufen sie alle, also nicht 100%ig, verkleidet herum. Je nördlicher ich weg von Köln komme, desto weniger wird es. Aber nicht alle Kölner sind auch Jeck, was ich so einbißchen befürchtet habe.

Der Montag nach dem Tod meines Vater war noch einwenig schlimm, aber mittlerweile habe ich mich in Arbeit gestürzt. Ich bin dabei viele Unterlagen von ihm einzuscannen. Auf Papier würde ich sie nie behalten wollen. Ja eigentlich ist das Einscannen total überflüssig, aber ich weiß auch nicht so genau warum ich das mache. Was an Briefen und nicht super wichtig ist, scanne ich auch schon seit langen von meiner Post ein und werfe das Papieroriginal weg.

Heute vormittag war ich dann auch wieder schwimmen (im Schwimmzentrum Rüttenscheid). Das Bad war schon ziemlich gut befüllt. Solange es abends ab 19 Uhr nicht hell ist, solange werde ich abends auch nicht nach der Arbeit noch joggen gehen. Derzeit haben wir wieder 12 Grad und ich sitze hier mit einer kurzen Hose und T-Shirt und geöffneten Fenster und friere überhaupt nicht. Winter? Keine Ahnung. Bislang noch gar nicht vorhanden und aufgrund der kurzen Zeit bis April wird das auch nicht mehr dolle werden, so glaube ich.

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Der erste Tag

Der erste Arbeitstag ist auch vorbei in der neuen Firma. Ich muss mich umgewöhnen.  Ok, bei der KSG/GfS habe ich auch einige Monate gebraucht, bis ich mich einigermaßen zu recht gefunden habe. Zum Glück ist diese Firma viel kleiner, da könnte es viel schneller gehen. Mit zwei Mitarbeitern bin ich schon per Du, das heißt, mit einer sehr netten und attraktiven und genauso sprachbegabten Frau (Englisch, Französisch und Niederländisch) wo das sehr schnell ging, mit der anderen, aber wesentlich älteren auch.

Der erste richtige Arbeitstag fing natürlich mit der Total-Katastrophe RE1 wieder an. In Duisburg hatte der Zug schon um 6.22 Uhr ca. 35 Minuten Verspätung. Ich frage mich wirklich manchmal, was das soll? Ich bin auf die RB35 ausgewichen, die nach Düsseldorf (Endstation) fuhr. Abfahrt 6.16 Uhr. Sie klüngelte aber bis 6.22 Uhr auf dem gegenüberliegenden Gleis vom RE1. Ob sie warten musste, um die RE1 Reisenden aufzusammeln? In Düsseldorf HBF habe ich mir noch schnell den Kölner Stadtanzeiger (1,50 Euro) gekauft und bin mit dem RE5 (hätte ich auch schon in Duisburg machen können, aber meine Intuition ist es mit dem nächst möglichen Zug weiter dem Ziel entgegen zu fahren. Meine Befürchtung, dass man dann mit der S6 weiter nach Köln-Buchforst fahren könne, haben sich schnell zerschlagen, denn die Bahn braucht 40 Minuten für die Strecke; sie hält wirklich an jeder Milchkanne. Also doch auf den RE5 gewartet, der dann relativ pünktlich auch in Köln-Deutz ankam (7.32 Uhr). Noch schnell die Linie 9 nach Köln-Kalk gefahren.

Der Tag war recht gut. Ich habe 10 Ausschreibungen ins System eingetragen. Das soll top sein, aber ich weiß aber morgen, wie viele Fehler ich gemacht habe, dann revidiert sich das ganze wieder. Außerdem waren vier Ausschreibungen, die fast nur von der Auftragsnummer verschieden waren, ansonsten alles identisch. In dem Raum, wo ich sitze, ist eine außerordentlich schlechte Luft. Ich habe aber auch dann viele Ausschreibungen zum Korrekturlesen bekommen, wo die Kollegin, die es 8 Jahre macht, auch sich immer den gleichen Fehler geleistet hat.

Es ist für noch schwer zu begreifen, dass die Ausschreibungen nicht so ordentlich ins System eingepflegt werden. Das soll heißen, oft wird auf Absätze verzichtet, die Spiegelstriche stehe auch nicht immer so ganz akkurat untereinander. Ich wurde 14 Jahre auf sowas getrimmt. Nein, im Zweifel haben wir es noch gegen das Licht gehalten oder wir haben eine gerade Linie ins Dokument provisorisch eingefügt, um zu sehen, ob wirklich alles untereinander steht und schon desöfteren getrickst, damit es ordentlich aussieht. Dabei sind wir die allen technischen Raffinessen von Word durchgegangen. Ich habe zwar damals das ganze auch nur mit Kopfschütteln verfolgt, aber in den letzten 4 Jahren, war ich auch an diesem Punkt, ganz genau zu schauen.

Später auf dem Heimweg kam mir der Gedanke, statt über Düsseldorf, über Wuppertal zu fahren. Mit diesem Monatsticket kann ich auch mit der RB48 nach W. Vohwinkel fahren und dann mit der S9 nach Essen-West. Die RB48 ist mir vor den Augen weggefahren, so dass ich dann 40 Minuten auf den RE5 warten musste. Zumindest konnte ich noch in Köln, endlich Rasierklingen und mein Abendbrötchen kaufen. In Duisburg hatte ich lediglich zwei Minuten Umsteigezeit, weil der RE5 fast 10 Minuten Verspätung hatte. Die S1 habe ich noch bekommen, wie so viele andere auch, die mit mir dahin rannten. Der RE5 hatte auch deshalb Verspätung, weil die halbstündliche RB48 fünf Minuten Verspätung hatte. In Deutschland reiht sich ja bekanntlich jede Verspätung ineinander auf, weil ja alles auf ein Gleis fahren muss. Und leider wird sich das auch nie verbessern, weil die Wohnflächen so nah den Gleisen gebaut worden sind, so dass man keinerlei Erweiterungen mehr bauen kann oder man verlegt die Gleise in einen kostspieligen Tunnel.

Ich schaue noch in die Unterlagen von meinem Vater, ob ich da etwas finde für das Beerdigungsinstitut. Auf der Arbeit war ich zweimal kurz davor zu weinen, weil ich einen oder zwei Gedanken hatte.

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Erste Nachgedanken

Mein Vater ist seit fünf Stunden tot. Der Körper ist jetzt am verwesen und er wird sich in den nächsten Jahre auflösen. Ich habe seit dem Anruf kein Auge mehr richtig zu gemacht. Ich habe es versucht, aber ich denke zu viel darüber. Es ist auch die erste Nacht in meinem Leben, in der ich nicht schlafen kann. Selbst bei der stärksten Erkältung konnte ich immer noch zwei oder Stunden am Stück schlafen.

Das Krankenhaus sagte, ich könnte vorbei kommen, aber ich wollte nicht. Um 0.20 Uhr fahren noch vereinzelt S-Bahnen (im Stundentakt), aber wüsste nicht warum, ich ihn jetzt so sehen möchte. Jetzt liegt er in einer Kühltruhe und wartet auf seinen Abtransport quasi in den Feuerofen, denn er möchte verbrannt werden. Er hat nichts schriftliches verfasst, aber ich weiß von einem oder zwei Gesprächen, dass er kein Urnengrab möchte, sondern die Idee der Friedwälder fand er sehr gut (ich auch). Ich werde das Bestattungsinstitut beauftragen seine Asche zu verstreuen. Wir hatten schon das Grab meiner Mutter vor einigen Monaten aufgegeben, was nur Arbeit macht. Ich habe mich noch nie dafür begeistern können. Meine Mutter trage ich in Erinnerungen (Fotos und so) bei mir und ich möchte das auch bei meinem Vater machen. Daher hatte ich schon vor einer Woche, die Idee einer kleinen Webseite über sein Leben zu erstellen. Dazu werde ich noch einige Fotos einscannen und sein Leben präsentieren. Er hat nicht großartiges vollbracht, außer mich natürlich mit Hilfe meiner Mutter, aber sonst war er eigentlich nicht besonders in Erscheinung getreten. Aber für mich war er natürlich trotz Meinungsverschiedenheiten meine Nummer 1.

Ich finde Meinungsverschiedenheiten nichts schlimmes, auch wenn man zu Lebzeiten sich daran stört, aber das war immer nichtig. Vor seiner Krebsgeschichte vor zwei Jahren waren wir auch nicht einer Meinung, haben auf stur geschaltet, aber als ich vom Krebs wusste und er im Krankenhaus lag, damals noch wegen seiner Blutarmut, war ich da, erst täglich, dann auch mal alle zwei Tage, weil mein Vater wollte, dass ich jetzt nicht nur ins Krankenhaus wegen ihm gehen solle. Wir haben uns ja nie richtig gestritten, dass wir total böse auf den anderen gewesen wären. Aber es ist ja natürlich, dass jeder seine eigene Meinung hat und meint, seine wäre die Richtige.

Für mich war das immer zweitrangig. Die Gesundheit des Vaters war immer wichtiger. Ich hatte ihm im Krankenhaus noch immer wieder Zeitungen (WAZ, FAZ, Kicker – eine Sportzeitung) gekauft oder die neuesten Nachrichten aus dem Internet ausgedruckt und ins Krankenhaus gebracht, damit er etwas zu lesen hatte. Gut er hatte zwar ein Buch dabei, denn meistens waren die Aufenthalte fast absehbar für ihn, aber wenigstens etwas Abwechselung.

Jetzt war ich jeden Tag bei ihm. Früher, 2005 beim Tod meiner Mutter war ich auch jeden Tag da, als sie im früher eigenständigen Lutherkrankenhaus, in Essen-Steele starb. Meine Mutter starb am 05.03.2005 um 3.25 Uhr (ich habe die Daten aus dem Stammbuch, das ich mir letzte Woche aus der Wohnung meines Vaters geholt habe, für den Fall der Fälle, der nun eingetreten ist).

Wie gesagt, ich brauche kein Grab, um meinen Vater zu besuchen. Ich habe auch keine Zeit, das zu pflegen (für meinen Vater war es immer wieder eine schöne Aufgabe sich darum zu kümmern). Über den Tod werde ich hinwegkommen. Ob ich jetzt deswegen traurig bin?

Ehrlich gesagt, ich finde es befreiend, dass mein Vater tot ist. Er muss nicht mehr leiden und ich auch nicht mehr. Er hat seine Ruhe gefunden, denn die letzten Tage waren für ihn wohl qualvoll, auch wenn er es auf Befragung immer anders hingestellt hat und er wusste es auch, dass ich es belastend finde. Ein Tod nach einem Verkehrsunfall ist schlimm (keine Verabschiedung ist möglich), eine Leidenszeit bei einer Erkrankung ist schlimm.

Ich habe der GF der neuen Firma, wo ich morgen (?) anfange direkt eine Mail zukommen lassen, dass mein Vater verstorben ist. Sie wusste es auch seit letzten Mittwoch, seit dem Probearbeitstag, dass es meinem Vater überhaupt nicht so gut gegangen ist. Vielleicht kann ich den Arbeitsanfang um einige Tage nach hinten verschieben, weil ich muss ja auch gewisse rechtliche Gesetze einhalten, um meinen Vater aus dem Krankenhaus zu holen und ihn zu beerdigen. Ich kann zwar Nachbarn bitten, mitzuhelfen, aber das Ganze lastet jetzt auf meinen Schultern. Der Fairness werde ich der Firma auch die offizielle Totenbescheinigung zustellen, damit sie keinen Zweifel an den Aussagen haben kann.

Aufgrund der Erkrankung durch den Schlaganfalls hatte ich schon die WAZ (regionale Tageszeitung) und die Programmzeitschrift Hörzu gekündigt. Die WAZ wird bis zur Kündigung am 31.03. an meine Adresse gesendet. Ein Abo kommt für mich nicht in Frage.

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Tod!

Mein Vater ist heute morgen, 31.01.2016 um 0.20 Uhr gestorben.

Das Phillipussstift hat mich also vor ca. 25 Minuten angerufen.

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