Bin am Ausmisten

13. Juli 2020 Aus Von elsenorweb

Es ist schönstes Wetter und ich bin zu Hause und miste aus. Heute war auch mein erster Arbeitstag, wo es wie erwartend hoch her ging.

Schriftstücke sind fast alle eingescannt. Ich habe Berge von Fotos und alle von meiner Mutter. Da sehe ich mich in tausenden Posen, mit Omas, Opas etc.. Ich habe auch viele Fotos von meinen Eltern vor meiner Geburt. Nicht erschrecken: Ich habe etliches entsorgt. Oftmals sagen mir die Orte und vor allem die Personen nichts. Ich erkenne war meine Eltern, aber nicht wer da noch so herum ist. Ich bin noch nicht zu Ende. Es ist noch sehr viel Arbeit vor mir.

Das allerschlimmste ist: Ich habe Berge von Klarsichthüllen. Jeder wird sagen: Kann man immer gebrauchen. Ich frage mich nur wann. Seit mehr als vier Jahren sind die unbenutzt, alles was ich an Schriftstücken bekomme, scanne ich ein und landet als PDF-Datei auf dem Rechner oder auf der externen Festplatte. Inzwischen werden die Energierechnungen auf den Onlineseiten gespeichert. Da bekommt man einmal im Jahr: Ihre Rechnung ist da und das wars.

Meine Telefonrechnungen sind auch nur noch online als PDF-Datei.

Es mag viele erschrecken, aber der Trend geht immer mehr dahin. Mein Ex-Arbeitgeber bot sogar an, die Gehaltsabrechnungen online zu speichern, auf deren Konten. Für mich war die Vorstellung vor zwei Jahren noch einbißchen absurd, aber der Trend verlagert sich immer mehr dahin. Es ist auch gut so. Es ist ein Haufen Papierkram und wer möchte das ganz beim Umzug herumschleppen. Meistens wird es dort gnadenlos aussortiert.

Jeder hat solche Berge von Papier und von Firmen mal ganz zu schweigen. Das was in 20 Aktenordner rein passt, kann an auf zwei oder drei 8,5 GB DVD’s speichern oder ganz in der Unternehmenscloud.

Also das muss man sich mal vorstellen. Ich habe einige 2 TB Festplatten und da passt mehr rein, als so ein Zimmer voller Aktenschränke, inklusive Schränke. Ja vielleicht nicht ganz und diese Festplatten kann man locker mal eben hier nach da transportieren.

In 100 Jahren wird man sagen: „Computer: Bitte mal das Anschreiben vom 23.02.2067 vorlesen“. In Star Trek TNG sieht man das so oder in Voyager.

Eine Bewerbung ist heutzutage ganz papierlos möglich und es ist total selbstverständlich. Streamingdienste zeigen das TV-Programm online, also die Serien und Filme, die Fernsehensender streamen das aktuelle Programm, Musik ist auch online nur noch verfügbar.

Ich hatte als Kind zig Atlanten – heute keinen einzigen, ich habe mal einer Säuberungsaktion auch alle Landkarten entsorgt, weil sie ungültig wurden.

Man mag das Smartphone verteufeln, aber schleppt noch Karten mit sich herum? Das letzte Mal war bei mir 2017 und als ich merkte, die Karte war nicht aktuell, musste ich digital handeln. Ich hatte auch mal alle Reiseführer entsorgt. Die Hotels, die da drin waren, gibt es wahrscheinlich nicht mehr.

Ich habe heute noch etliche Bücher entsorgt, so was wie den Schülerduden und so. Nein, nicht weggeschmissen, aber es gibt ja die Bücherkisten, die nahezu in jedem Stadtteil, auch hier in Stoppenberg stehen. Also habe ich die Bücher da rein gestellt – vor und nach der Arbeit. Ein Buch, welches ich heute Morgen da rein gestellt hatte, stand heute Abend nicht mehr drin – alle anderen schon noch.

Nach dem Tod meines Vaters habe ich bestimmt 100 Romane in solche Bücherkisten „entsorgt“. Es waren historische Romane, welche mir nicht liegen. Von meiner Mutter hatte mein Vater auch zig Kochbücher. Ich habe sie auch in diese Bücherkisten hingestellt.

Ich bin auch noch mal meine DVD-Sammlung, also die Sammlung der selbst gebrannten DVD, die auch seit Jahren nur in verschiedenen Ordner abgeheftet sind, überprüft und entsorgt. Viele waren schon gar nicht mehr lesbar und wenn es um eigene Fotos sind, die sind schon seit Jahren auf externe Festplatten gespeichert.