Rheine Stadt

Ich war heute wieder in Rheine, aber an einem Samstag, weil ich gerne das Gewusel mal sehen wollte. Rheine ist eine der Städte, die ich ins Auge gefasst habe, für einen möglichen Umzug, denn die Stadt liegt verkehrsgünstig gut.

Mit dem RE15 ist man schnell in Emden bzw. Münster, mit der RE60 fährt man über Osnabrück, Minden, Hannover bis nach Braunschweig, der RE7 ist man ohne Umsteigen in Hamm, Hagen, Wuppertal, Köln (und Krefeld) und die RB61 fährt nach Hengelo (Niederlande) und Bielefeld. Zusätzlich verkehrt noch die RB65 in der Woche alle 30 Minuten und am Wochenende alle 60 Minuten zwischen Rheine und Münster.

Außerdem gibt es Fernverkehr nach Norddeich, Amsterdam, Berlin und Ruhrgebiet.

Obwohl Rheine in NRW liegt, gilt hier auch schon der Niedersachsen-Tarif. Das heißt mit dem Niedersachsen-Ticket, der Tageskarte kann man von hier aus in ganz Niedersachsen, Bremen und Hamburg fahren.

Die Westfalenbahn, der Betreiber auch von der Linie RE15 (und RE60) hat auf der Linie RE15 ein Angebot. Vom Frühjahr bis in den Herbst kann man für 19 Euro einen Tag Personen und Fahrräder mitnehmen. Allerdings nur zwischen Emden und Rheine. Ich finde die Idee sehr gut.

Es gibt ein Stadtbussystem und Regionallinien hauptsächlich nach Burgsteinfurt. Drei Buslinien, 141 nach Lingen über Spelle (welches schon in Niedersachsen liegt) 152 nach Emsbürgen über Salzbergen, 153 nach Bad Bentheim über Salzbergen bedienen auch das Gebiet der Verkehrsgemeinschaft Emsland-Süd (Lingen). Allerdings sind es sehr seltene Fahrten.

In Rheine gilt der Westfalentarif. Ein Tarifverbund, der inzwischen größer ist als des VRR’s.

Für eine solche Stadt ein ganz schönes Angebot. Dazu ist das Radwegenetz gut bis sehr gut ausgebaut. Es fahren auch sehr viele mit dem Rad. In Essen beschränkt das meistens nur auf die wohlhabenden Stadtteile. Hier im Essener Norden fährt kaum einer. Ich meine fährt kaum einer, als Verkehrsmittel.

Ich musste aber diesmal einen Umweg fahren. Die Deutschen Bahn AG hat eine Baustelle zwischen ab Dülmen eingerichtet und die RE42 verkehrt daher bis zum 16.08.2020 nur bis Dülmen. Bei einer Twitternachricht fuhr ein Zug auch nur bis Haltern am See, weil dieser arge Verspätung hatte. Der RE2 fährt durch.

Ich bin aber mit dem RE11 (Abellio) um 8.13 Uhr bis Hamm/Westfalen gefahren, dann von Gleis 2 im Hammer HBF mit der RB69 (Eurobahn) bis Münster/Westfalen. Fahrtdauer bis Münster ungefähr 20 Minuten, mit allen Halten dazwischen.

Die RB69 kommt auf Gleis 2 des Münsteraner HBF an, wo auch der RE15 nach Emden abfährt. Das hieß, ich musste nicht den Bahnsteig wechseln. Der RE15 kam wieder mit Doppeltraktion. Das heißt, es können bis zu 84 Räder in den Zug. Die Haltebereiche im Zug für Räder sind sehr gut, auch wenn ich immer etwas Mühe habe, die Gurte für die Räder bei der Bevorstehenden Beendigung der Fahrt von der Metallbefestigung zu entfernen.

Bis Rheine war der Zug noch recht leer, aber in Rheine standen sehr viele mit ihren Rädern, die dann ins Emsland wollten. Kann ich sehr gut nachvollziehen. Dort ist es auf jeden Fall herrlicher als im Ruhrgebiet.

Rheine Busbahnhof

Den Bahnhofsvorplatz kannte ich und ich schob das Rad in die Innenstadt. Vor dem modernen Busbahnhof war der wöchentliche Markt aufgebaut. Die Fläche ist auch sehr groß. Es gibt doch zu meiner Überraschung einige Hügel in Rheine. Ganz flach ist die Stadt nicht. In der Innenstadt gibt es die üblichen Verdächtigen an Geschäften und auch ein kleines Einkaufszentrum.

Sehr viele Fahrräder an verschiedenen Sammelpunkten gesehen. Da fühlt man sich richtig wohl.

Die Ems (rechts), die Schleuse und Rheine im Hintergrund

Die Ems durchquert die Innenstadt und es gibt auch einige Plätze direkt an der Ems, wo man sitzen kann. Sie sehen zwar nicht so einladend aus, aber besser als gar nichts. Nein, es ist nichts vergammelt oder so, aber halt schlicht. Etwas nördlich der Innenstadt gibt es auch eine kleine Schleuse, wo man als Kanufahrer durch muss, wenn man weiter nach Lingen möchte. Die Schleuse hat noch Handbedienung. Links daneben gibt es ein Wehr.

Wie auch in Bocholt, so ein Fluss macht eine Stadt erst richtig lebendig. In Essen ist die Ruhr zu weit südlich und zu umständlich zu erreichen. Die Berne, die mal durch Essen floss, verläuft seit über hundert Jahren in unterirdischen Rohren und wenn sie zur Tage kommt, ist sie ein Abwasserkanal, der im Sommer zum Himmel stinkt. Bei mir in der Nähe gibt es so einen Abwasserkanal, der überhaupt nicht schön ist. Bis alle Abwasserkanäle zu einer Flusslandschaft werden, vergehen im Ruhrgebiet noch einmal 100 Jahre.

Nach der Innenstadt habe ich mich zu einigen Stadtteilen bewegt. Die höchsten Hochhäuser haben nur 5 oder 6 Etagen und davon gibt es nur ganz wenige.

Ich war in Rheine Schotthock, bin da etwas umher gefahren und dann später habe ich mir das Hallenbad von außen angeschaut und das Freibad. Am Freibad entsteht ein neues Kombibad für 20 Millionen Euro. Bauzeit 2 Jahre. Ich bin persönlich ein kleiner Fan von Kombibädern. Zu den Essener Bädern sage ich lieber nichts. Da geht mir nur die Galle hoch.

Direkt daneben steht die Eissporthalle, wo es den Eishockeyverein ESC Rheine gibt, der in der Saison 2019/2020 in der Bezirksliga NRW gespielt hat, den fünften Tabellenplatz von 10 Mannschaften mit 72:64 Toren und 26 Punkten erreicht hat. Es sind Reisen bis nach Wiehl, Lippstadt, Aachen und Troisdorf notwendig, um die weitesten Mannschaften zu nennen.

Rheine Basilika an der Osnabrücker Straße (L501)

Quasi im Schatten der St. Dionysuskirche habe ich in dem Lokal Echtzeit etwas gegessen. Es wird als Café / Brasserie geführt. Hier hat man einen guten Überblick über den Marktplatz. Rheine hat hier eine gute Möglichkeit, etwas in Ruhe zu essen. In kleineren Städten ist die Aufteilung zwischen Restaurants und Speiselokale auch viel besser als in den Großstädten im mittleren Ruhrgebiet.

Der Marktplatz (der Baum ist mit Absicht mitten im Bild)

Ich gehe in Essen kaum essen, weil die Innenstadt bietet für mich kein Aufenthaltserlebnis an. Bochum und Mülheim haben es besser gelöst.

Nach dem Essen bin ich noch am Bahnhof vorbei auf der Dutumer Straße westwärts einfach so mal geradelt. Gefühlt, dass es immer ländlicher wurde.

Es gibt auch einige Ecken, die nicht so schön sind, aber das hat jede Stadt. Das ist auch nicht die Sache, dass es nur schön sein soll. Es gibt aber Stadtbezirke im Ruhrgebiet, wo man hofft, dass man keinen Platten bekommt.

Für die Rückfahrt habe ich mir den RE15 um 14.29 Uhr ausgesucht. Der Zug fährt von Gleis 5 ab. Gegenüber auf Gleis 4 stand ein RE60 nach Braunschweig. Das ist auch ein Doppeldecker. Auf Gleis 8 fährt der RE7 nach Krefeld und nach Emden mit dem RE15 geht es auf Gleis 3 und nach Henglo mit der RB61 auf Gleis 2. Wenn der RE15 pünktlich ist, dann hat man Anschluss an die RB61 in die Niederlande und man braucht nur zum gegenüberliegenden Gleis gehen, wenn die „Bahnhofsverwaltung“, das nicht mal ausnahmsweise ändert.

Ich war um 14.55 Uhr in Münster/HBF und wollte mit dem RE2 direkt nach Essen fahren. Durch die Baustelle war der Zug total überfüllt (die DB fährt halt noch mit den alten Doppelstockwagen. Die haben nicht so viel Kapazität wie ein RRX in Doppeltraktion. Erst im Jahre 2028 / 2029 soll sich das ändern.

Da ich keinen Platz fand, bin ich mit dem RE7 von Nationalexpress (in Doppeltraktion) bis Hamm/Westfalen gefahren, der um 15.34 Uhr ab Münster abfuhr und um 15.57 Uhr in Hamm auf Gleis 5 ankam. Auf Gleis 1, also gegenüber vom Gleis 2, wo ich am Morgen mit der RB69 nach Münster gefahren bin, fährt der RE1 der Abellio (RRX Züge in Doppeltraktion) um 16.20 Uhr ab. Der RE1 hält wie auch der RE6 nur in Kamen zwischen Hamm und Dortmund.

Eigentlich sollte ich um 17.07 Uhr in Essen HBF ankommen, aber ein Defekt am Zug ließ den Zug um 10 Minuten verspäten.

Ob das alles Zeichen waren, nicht nach Essen zu fahren? Erst der überfüllte RE2 und dann die technischen Probleme mit dem RE1. Vielleicht war das ein Zeichen, dass ich in Essen gar nicht ankommen sollte, sondern vielleicht doch in Rheine bleiben ;-).

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