Schwimmen in der Sechs-Seen-Platte

5. August 2020 Aus Von elsenorweb

Am heutigen Mittwoch, wo ich dachte, das wäre mal wieder der einzige Tag, wo es so warm wäre, war ich nach der Arbeit noch bei der Sechs-Seen-Platte. Ich muss auch fairerweise sagen, ich habe etwas vorgearbeitet und weniger Mittagspause genommen, damit ich die 20 Minuten Fahrt zum Essener HBF schaffen würde.

Seit der Fahrplanumstellung im Dezember 2019 fährt die S1 nur noch alle 30 Minuten von Essen nach Duisburg und das in der HVZ. Ich fahre ja nicht bis Duisburg HBF, sondern bis Duisburg-Buchholz, denn die Station liegt näher zur Sechs-Seen Platte als Duisburg HBF.

Es gibt ja einen Taktabbruch in Duisburg. Die Bahnen außerhalb des Ruhrgebiets fahren von Montag bis Freitag alle 20 Minuten und im Ruhrgebiet alle 15/30 Minuten. Alle sind ja so stolz auf diese Reduzierung, auch ProBahn findet das richtig klasse – nein, sie meinen es richtig positiv. Meine heutige Fahrt verlief so, dass in Duisburg die S1 nun 15 Minuten am Bahnsteig stand, damit sie wieder südlich von Duisburg in diesen 20 Minuten Takt rein passt.

Die S6 (Essen-Köln) fährt aber grundsätzlich alle 20 Minuten, auch von Essen HBF, weil die S6 mehr zum Bereich Düsseldorf / Köln gehört.

Auf jeden Fall bin ich dann in Duisburg-Buchholz ausgestiegen, im letzten Wagen, weil man sonst den gesamten Bahnsteig bis zur Sittardsberger Allee gehen muss. Eine S1, BR422 in Doppeltraktion ist schon lang.

Bis zum See waren es mit dem Rad auch nur 10 Minuten. Zu Fuß braucht man einige länger, vielleicht 20 Minuten.

Da war die Welt noch in Ordnung für mich

Ich habe auch direkt ein schönes Plätzchen am Böllertsee unterhalb von Bäumen entdeckt, wo noch keiner war. Schnell ausgezogen, die wichtigsten Sachen und rein ins Wasser. Ich habe das nichts so ernst genommen, aber ich hatte mich an einem Ast oder einem Felsen meinen rechten Fuß geschrammt. Im Wasser habe ich dann noch nichts gemerkt. Erst als ich so im seichten Wasser saß, schaute ich mal den Fuß an und tatsächlich eine Wunde. Ich habe mich dann barfuß aufgemacht.

Normalerweise, zu Hause wäre mir das fast egal, aber unterwegs mit dem vielen Staub und etc..
wollte ich doch kein Risiko eingehen.

Bei einer Fotopause merkte ich, dass ich die schöne Straße, Wedauer Brücke in Duisburg mit Blutstropfen voll kleckerte. An der nächsten Bushaltestelle auf der Bissingheimer Straße habe ich erst einmal den Schmutz an der Wunde mit meinem Wasser aus der Flasche gesäubert und mir die Stelle genauer angeschaut. Wirklich ein Riss. Hätte ich echt nicht gedacht. Mit Hilfe von Google Maps habe ich mir überlegt, wo ist der nächste Supermarkt – wegen einem Pflaster.

Habe ich Pflaster dabei, passiert nie etwas. Schmeiße ich die weg, dann danach verletze ich mich. Auf der Sternbuschstraße / Ecke Koloniestraße befand sich sogar ein DM, noch viel besser als ein Edeka. Nichts wie rein und habe mir ein Wundspray (war natürlich nur der teuerste für 4,45 Euro da, der für 2,85 Euro war ausverkauft) und Einzelpflaster gekauft und mich bei der nächsten Gelegenheit erst einmal verpflastert.

Normalerweise mache ich das nicht, wenn mir so etwas zu Hause passiert, aber unterwegs und barfuß unterwegs, da möchte ich mir doch nicht eine Infektion einhandeln.

Ich habe auch wieder die Schuhe angezogen und bin dann zum Duisburger HBF gefahren. Natürlich der RE1 um 19.38 Uhr war ein Abellio Zug, aber leider noch einer von der alten Sorte. Normalerweise sollten auf dem RRX die modernen Triebwagen fahren, aber für den RE1 fahren zum Teil noch die alten Züge, also BR146 und Doppelstockwagen.

Ich stand natürlich vorne am Bahnsteig und musste in Windelseile auf der anderen Seite des Bahnsteigs, um ins Fahrradabteil zu gelangen. Natürlich war dieses auch wieder sehr voll. Ist ja typisch für den RE1, der immer erst um 0 Uhr langsam leerer wird ;-).

Alles in allem: Es lohnt sich nicht, nach der Arbeit um 16.45 Uhr noch eben schnell zur Sechs-Seen-Platte zu fahren. Der Aufwand ist viel zu groß. Klar, ohne Wunde wäre ich noch länger geblieben, aber mit diesem dämlichen S-Bahntakt auf dem noch alles sehr stolz sind, macht das keinen Spaß.