19.05.2010

28. Dezember 2021 Aus Von elsenorweb

An diesen Tag werden sich so manche Menschen nicht gerne erinnern wollen oder den Tag bewusst aus den Kopf streichen.

Zugegebenermaßen ein sehr kleiner Teil, aber der Tag oder der Abend der Abende.

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Das gilt praktisch überall und es war so ein Abend, wo ich mich sehr freute und die anderen nicht.

Gemeint ist das Pokalendspiel (im Herrenfussball wohlgemerkt) Niederrhein-Pokal, den der ETB SW Essen an der Essener Hafenstraße gegen den Erzrivalen RW Essen mit 2:1 gewann und damit in die erste Runde des DFB-Pokals einzog.

Warum war das so gut? Weil RWE in den vorherigen Spielen egal ob Freundschaftsspielen oder Punktespielen immer gewann und ausgerechnet im Endspiel des Niederrheinpokals und damit der Einzug in den DFB-Pokal verlor RWE.

Im alten Georg-Melches-Stadion an der Essener Hafenstraße,
SW Essen in Schwarz-Weiß, RWE in schwarz, 19.05.2010

Als Essener schlug mein Herz immer mehr für den ETB SW Essen – die feinen Pinkel und RWE ist der Arbeiterverein.

SW Essen spielte dann in der ersten Runde gegen Alemania Aachen (die erste Mannschaft, denn gegen die zweite Mannschaft hatte SW Essen im Ligabetrieb sehr oft gespielt). Der ETB verlor mit 1:2 gegen die Alemania. Es war ein Tag zum Vergessen. Nein nicht vom Spiel – vom Wetter. Obwohl ja die erste Runde im DFB-Pokal im August stattfand, hat es an dem Tag wie aus Kübeln gegossen. Der Regen setzte wie immer bei den Heimspielen vom ETB auch pünktlich zum Spielbeginn an. In den gesamten 90 Minuten goß es ohne Pause. Mein Vater war damals auch dabei – wollte sich das Highlight nicht entgehen lassen. Nein er war kein ETB-Anhänger.

Der ETB SW Essen spielt im Uhlenkrugstadion in Essen-Stadtwald – die vornehmere Gegend von Essen, welches mal 35.000 Zuschauer fasste. Am 23.12.1951 spielte die deutsche Nationalmannschaft vor 45.000 Zuschauern im Uhlenkrug gegen Luxemburg. Kann man sich heutzutage gar nicht mehr vorstellen. 4:1 für Deutschland.

Normal kamen zu den Heimspielen vom ETB um die 400 bis 600 Zuschauer zu der damaligen Zeit um 2010.

Das schöne war daran, wenn es mal in Strömen regnete konnten die Stehplatzzuschauer auch das restliche Spiel unter der überdachten Tribüne sich anschauen. Dazu hat der Stadionsprecher immer eine kurze Ansage gemacht und die Tribüne wurde freigegeben. Ich weiß noch bei einem Spiel kam ein damaliger Schulkollege mit. Es hatte auch in Strömen gegossen. Alle gingen zur Tribüne und er stand da als einziger im Regen und wollte den Harten machen. Er hat dann später doch nachgegeben und ist zu mir auf die Tribüne gekommen.

Im Gegensatz zum „Feind“ aus der Hafenstraße (RWE) hat der ETB neben Fußball noch andere Sportarten im Angebot wie zum Beispiel Basketball (ETB SW Essen oder ETB Wohnbau Baskets waren mal bis in die 2. Liga A aufgestiegen), Handball, Tennis, Feldhockey, Schwimmen und vieles mehr.

Die Fußballer vom ETB spielten auch mal zweite Liga, aber für ein Jahr 1975, damals noch im heute abgerissenen Grugastadion an der Norbertstraße. Heute steht dort das Hochhaus von EON. Im Grugastadion, welches auch ein Leichtathletikstadion war, war ich auch einmal zu einem Ligaspiel gegen Fortuna Düsseldorf im Jahre 1993.

Ansonsten blieb der ETB der Oberliga Nordrhein oder wie sie ähnlich heißen treu. Spielte der ETB mal eine Saison in der Hinrunde sehr gut, blieb auf Tabellenplatz 2 oder 3, so vergeigten sie in der Rückrunde fast jedes Spiel und fanden sich im Mittelfeld wieder. Umgekehrt lieft es auch oft. Hinrunde vergeigt, Rückrunde umso besser.

Auswärts war ich mal beim KTSV Preußen Krefeld (wo sie 7:0 gewannen) und bei TSV Bayer 04 Leverkusen 2. Nein, Jens Lehmann war vor meiner Zeit beim ETB. Für mich waren Spieler wie André Greine oder Ralf Mölders eher damals prägend. André Greine ging später als Spieler nach Rotthausen und Ralf Mölders war später Trainer bei Tura86 (Kreisliga in Essen-Altendorf).

Ein ehemaliger Arbeitskollege war dort mal viele Jahr der Vorsitzender vom Fanclub. Ja tatsächlich der Verein hat einen Fanclub. Der ETB ist auch für seine Jugendarbeit sehr bekannt.

War das eine schöne Zeit? Ja ich denke schon. Leider hat sich der Uhlenkrug heute verändert. Der DFB ordnete an, dass auch in der Oberliga für Gästefans einen getrennten Bereich haben mussten und es wurden Gitterzäune aufgebaut. Von den 20.000 Zuschauern wurde das Stadion auf 9900 Zuschauern reduziert. Ich war aber seit Jahren dort nicht mehr.

Auch nicht mehr beim Basketball.

Ich habe in der Helmholzhalle in Sachen ETB SW Essen Basketball Herren (eine Damenmannschaft gibt es auch) angefangen. Dieter Krausch war da früher Trainer. Es waren echt super Spiele. Gegen den unangefochtenen Tabellenführer aus Schwelm hat man gewonnen. Später den Wechsel zum Hallo hier in Stoppenberg habe ich nicht mehr mitgemacht. In der Helmholzhalle roch es immer nach Waffeln, man saß sehr nahe am Spielfeld; es waren einfache Bänke, eine Toilette für Herren und für Damen. Der „Hallo“, wo auch TUSEM Essen spielt – die Handballer – ist nicht sonderlich groß. „Nur“ 3.200 Zuschauer passen dort rein, aber irgendwie war es nicht mein Ding. Der Hallo genannt nach dem gleichnamigen Park war auch nigelnagelneu, weil die alte Halle von der HSG Hallo einem Brand zum Opfer fiel.

Ja neben dem TUSEM Essen (Handball 2. Bundesliga) und dem ETB SW Essen (Basketball) spielt noch der HSG Hallo (Herren und Frauen – eher Landesliga) am Hallo.

Ich könnte zum TUSEM Essen aber auch zu meiner anderem Basketballverein der Evo NB’92 Oberhausen (Frauenbasketball aus Oberhausen) auch noch jede Menge schreiben. Aber ein anderes Mal.