Wollen wir alles aufgeben, was wir in den letzten 75 Jahren erreicht haben?

Wollen wir alles aufgeben, was wir in den letzten 75 Jahren erreicht haben?

Ich habe mir gestern wieder einmal ViertelnachAcht angetan bei BildTV (kann man auch in YouTube) schauen. Ich war entsetzt. Bei der Corona-Berichterstattung bin ich noch mitgegangen, aber beim derzeitigen Konflikt in der Ukraine bin ich bei Bild nur noch entsetzt.

Gestern wurden bei einigen anderen deutschen Politikern als bei Gerhard Schröder Verbindungen mit Geschäften mit russischen Firmen erwähnt. Zurzeit wird ja alles gekappt, was nur irgendwas mit Russland zu tun hat. Ich finde das echt witzig. Seit 2014 hat Putin die Krim erobert und auch nicht friedlich und jetzt sind alle Medienvertreter die höchsten Moralisten. Warum hat man nicht schon 2014 so gehandelt wie jetzt, wenn alles so schlimm ist. Europa hätte schon seit 2014 keinen russischen Flugverkehr erlauben dürfen, wenn Putin doch so schlimm ist.

Schlimmer als jeder Krieg ist das Moralisieren in unserer Gesellschaft geworden. Es darf sich niemand wundern, warum die Menschen ihre Meinung hinter dem Berg stellen. Man weiß ja nicht mehr was man sagen kann und was nicht, ohne nicht den ganz erhobenen Zeigefinger direkt vors Gesicht bekommen, so nach dem Motto: „Ich bin der perfekte Mensch“.

Interessant war dass gestern bei ViertelnachAcht auch ein ehemaliger Bundeswehrgeneral war, der leider ganz am Schluss kam (aber die guten Stimmen bringen die öffentlich-rechtlichen auch erst zum Schluss für die letzten 2 Minuten der Sendung). Dieser General sagte, dass wir wenn wir so weiter machen auf einen dritten Weltkrieg zusteuern. So ärgerlich man auch Putin finden kann, aber einen dritten Weltkrieg und dann noch auf deutschen Boden wieder, 75 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg muss um jeden Preis verhindert werden.

Die Menschen haben doch nicht 75 Jahre alles aufgebaut, um dann wieder alles zerstört zu sehen, tausende, Millionen von Toten zu haben. Wenn wir unsere tollen Eigenheime zerstört haben wollen, dann bitte. Dann ran an die Waffen, möglichst an die Atomwaffen, damit alles noch mehr zerstört ist und damit Putin vernichtet wird.

„Tut Euch keinen Zwang an, es nicht zu tun, sondern geht fröhlich in den Krieg“, aber bitte jammert nicht, wenn der Krieg Tod und Elend mit sich bringt, aber Hauptsache ihr habt Eure Rachegefühle befriedigt“.

Bevor alle an die Waffen rennen, sollten sie mal auf YouTube nach Bilder nach dem Ende vom Zweiten Weltkrieg anschauen, wie die deutschen Städte aussahen. Wer unbedingt Krieg haben möchte, kündigt seinen langweiligen Bürojob und bewirbt Euch bei der Bundeswehr

Ich kann dem nichts abgewinnen. Ich wollte hier meine Rente in 23 Jahren nicht in Ruinen erleben.

Ich sag ja immer, ich halte den Deutschen für einen dummen Menschen. Er hat aus der deutschen Geschichte nichts gelernt, überhaupt nichts.

Es gab so eine Aussage eines Deutschen bei einem Interview bei NDR Info. Dieser Bürger ist froh, dass das Klimathema vorbei seie und jetzt über Krieg gesprochen wird. Ja, dem kann ich auch nicht helfen.

Ja, die Klimahysterie ist auch nervig, aber über Krieg, Waffen, Atomwaffen zu sprechen ist für mich keine Alternative.

Es ist aus der Ferne, auch wenn die Ukraine recht nahe ist, so leicht über Krieg, Waffenlieferungen und etc.. zu sprechen, wenn das ganze aber rüber schwappt auf das eigene Land, dann werden die jetzt alles mögliche fordern, plötzlich ganz klein und wollen von nichts gewusst haben.

Aber eins ist auch klar, dass wir nach einem Krieg, sofern es doch Menschen gibt, wird es wohl keinen Staat geben, der dann einen helfen kann, wie die US-Amerikaner, Franzosen, Briten und die Russen den Deutschen nach dem zweiten Weltkrieg geholfen haben. Dann werden die Menschen unter sich sein. Ob dann derjenige, der sich zum Oberhaupt erhebt nur Gutes im Schilde hat, bleibt abzuwarten. Ich meine derjenige, der dann führt, kann auch ein Tyrann sein, weil er seine Macht gut aussprechen kann.

Ich spreche hier von einer Szene aus dem Film „Things to come“ (H.G. Wells) hier ein kleiner Auszug aus der Wikipedia:

Im Jahre 1970 ist die Stadt Everytown zerstört und wird von einem Warlord, dem „Chief Boss“ beherrscht. Die Bevölkerung lebt in einem prätechnologischen/mittelalterlichen Zustand

https://de.wikipedia.org/wiki/Was_kommen_wird

So etwas könnte nach einem Krieg, einem Atomkrieg auch Deutschland treffen.

Bevor man jetzt alles beginnt zu moralisieren, Russland in jeder Hinsicht zu verurteilen, so schlimm was Putin auch angestellt hat, wir müssen wieder zum vorherigen Zustand zurück kommen. Es ist das gleiche wie bei Corona. Alles zu machen ging einfacher als alles wieder aufmachen.

Es wird auch bei den Menschen Narben hinterlassen, wenn Putin längst Geschichte ist, ob man Russland jemals wieder trauen kann. Ja, es ist Putin’s Krieg – so sagen viele, es ist aber auch irgendwie der Krieg der Russen. Putin hat gelogen, aber wer lügt nicht?

Haben die Deutschen in Sachen Corona schon wieder alles vergessen, dass die deutschen Politiker zu uns gesagt haben, wenn alle halbwegs geimpft worden sind, dann fallen alle Beschränkungen? Ging dieses Vergessen so schnell, weil man hat ja einen neuen Lügner gefunden und urplötzlich sind die deutschen Politiker die liebsten auf dem Planeten?

Würde man den deutschen Politiker durch einen neuen Ausbruch von Corona, einer neuer Welle, alles gutheißen, einen erneuten knallharten Lockdown, nur weil die Politiker jetzt Waffen an die Ukraine geliefert haben, so nach dem Motto, ich nehme in Deutschland wieder neue Einschränkungen in Kauf, so lange Waffen in die Ukraine geliefert werden und gegen Putin gerichtet werden?

Ich frage ja nur mal nach, weil alle Welt schaut nur in die Ukraine / Russland.

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