Rotthausen

7. April 2020 Aus Von elsenorweb

Ich war nach der guten Arbeit heute – heute war ziemlich gut – noch bei sehr warmen Temperaturen in Gelsenkirchen Rotthausen. Rotthausen liegt im Südwesten der Stadt, direkt an der Stadtgrenze zu Schonnebeck.

Linie 348 auf der Reihe in Richtung Gelsenkirchen HBF

Gestern im WDR Tagesgespräch, welches ich als Podcast gehört hatte, sagte der NRW Innenminister Herbert Reul, dass man jetzt in der Coronakrise doch die nähere Umgebung anschauen sollte.

Das Problem ist nur: Ich kenne die nähere Umgebung. Während die restliche Welt durch die Welt tourte, habe ich mir die nähere Umgebung angeschaut. Aus diesem Grund gelte ich auch eher als Langweiler, weil es ist halt spannender über Ostern (in diesem Jahr ja nicht) nach Mallorca zu fliegen, als sich Gelsenkirchen Buer anzuschauen. Viele kennen die halt New York oder Mailand besser als die nähere Umgebung. Mich zieht es weder nach New York noch nach Mailand. Was soll ich da? Ok in Mailand gibt es ein Straßenbahnnetz, was interessant wäre, zu fotografieren.

Auf jeden Fall war ich in Rotthausen mit dem Rad, was ja nicht weit ist. Ganz streng genommen braucht man nur die L452 zu folgen, also Hallostraße, Huestraße, Auf der Reihe nach Rotthausen.

Evangelische Kirche an der Steeler Straße in Gelsenkirchen Rotthausen

Dann bin ich allerdings rechts auf die Steeler Straße (L643) abgebogen. Jetzt fand ich auch einbißchen Zeit mal die evangelische Kirche zu fotografieren. Ich hatte ja schon einmal vor längerer Zeit geschrieben, auch die kleineren Kirchen haben ihren Reiz. Sie sind zwar nicht so rausgeputzt wie ganz großen Doms, aber irgendwo hat jede kleinere Kirche auch ihren Reiz. An der Karl-Meyer-Straße bin ich dann abgebogen. Hier ist das kleine Stadtteilzentrum von Rotthausen und dann die Hilgenboomstraße in Richtung Landschede gefahren.

Landschede ist seit Jahren die Endhaltestelle der Linie 381 der BOGESTRA (Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn AG, gegründet 1896). An der Haltestelle Landschede hält auch die Buslinie 155 der Ruhrbahn (ehemalige EVAG). Hier ist man schon fast in Essen-Schonnebeck.

Ich bin allerdings zurück nach Gelsenkirchen Rotthausen gefahren, zur Kreuzung Steeler Straße / Rotthauser Straße, wo die Linie 155 (der Ruhrbahn) die Endhaltestelle Achternbergstraße hat. Hier kann man auch die BOGESTRA Linie 340 nach Herne umsteigen oder in den Gemeinschaftsverkehr BOGESTRA / Ruhrbahn in die 194. Gemeinschaftsverkehr bedeutet: Abwechselnd ein Bus der Ruhrbahn und BOGESTRA verkehren auf dieser Linie. Die Linie 194 ist aus der ehemaligen Straßenbahnlinie 4 entstanden.

Radweg mit Baustellenschild (richtig ungewohnt)

Ich habe die Kreuzung überquert und bin kurz auf der Achtenbergstraße gefahren, ehe ich vor der Straße „Am Achternberg“ rechts abgebogen bin. Auf dem ersten Blick ist die Straße trotz des Torbogens unscheinbar, aber unmittelbar da hinter beginnt die Radtrasse, die in den Zollvereinweg mündet. Auf den Zollvereinweg in Richtung Schonnebeck bin ich dann abgebogen. Eigentlich mündet der Zollvereinweg in den Nordsternweg, aber ich fahre seit eh her an der Straße „Kleiner Bruch“ in Richtung Stoppenberg ab. Das hat jetzt schon einbißchen Tradition, wie mein Vater, wenn wir mit dem Auto aus Düsseldorf (meist vom Düsseldorfer Flughafen kamen), statt in Essen-Frillendorf abgefahren sind, sondern schon auf der Bundesautobahn A52 in Essen-Süd abgefahren sind, weil nach der Anschlussstelle Essen-Bergerhausen es immer einen Rückstau vom Essen-Dreieck Ost gibt.

Und für mich ist „Kleiner Bruch“ halt die Ausfahrt wenn man so sagen will, um mit dem Rad nach Stoppenberg zu fahren. Ich fahre den „Kleinen Bruch“ bis zur Huestraße, biege dann kurz an der Ampel an der Tankstelle rechts ab und dann links am Karl-Meyer-Platz in die Saatbruchstraße (schon L452) in Richtung Hallostraße und damit in Richtung Stoppenberg ab.

Ich war noch bei REWE in Stoppenberg. Es nimmt mehr groteskere Züge an. Wenn man nur zum Bäcker bei REWE möchte, muss man sich einen Einkaufswagen nehmen, damit REWE weiß, wieviele Menschen im Laden sind. Vielleicht sollte man Schienen in Läden verlegen und die Einkaufswagen darauf fahren lassen, damit man keine unfreiwilligen Begegnungen riskieren will und natürlich sollte man Weichen und Signale einbauen. Das wäre noch der Idealzustand. Draußen stand einer und hat alle Griffe der Einkaufswagen jedes mal desinfiziert oder nur gewaschen. Keine Ahnung was für ein Zeug auf die Griffe gespritzt wurden.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es nun eine gesetzliche Regelung, wonach ein Mensch auf 10 qm Fläche sich bewegen darf. Ich habe den Markus Söder immer für einen harten Hund gehalten, aber Manuela Schwesig (die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern) steht ihm in nichts nach.

Es gibt aber eine Nachricht, die ganz unbemerkt von der Öffentlichkeit ereignet hat. Es gab einen Brand in der Ukraine im Bereich des Kernkraftwerks Tschernobyl und ereignete sich schon am 04.04.2020.

Ich habe die Nachricht im RSS Feed vom IRSN gelesen.

Alle Sportverein bangen derzeit um ihre Existenz. Während ich das beim Männerfußball noch gelassen sehe, ist das in anderen Sportarten viel schlimmer. Eishockeyvereine kämpfen nicht um Millionen Verluste (also auch in normalen Zeiten, außerhalb von Corona), sondern um viel kleinere Summen. Der ehemalige ERC Westfalen Dortmund ist vor sehr vielen Jahren mit 600.000 DM (damals noch kein Euro) in Konkurs gegangen.

Corona war bei manchen Fluglinien schon der endgültiger Auslöser für die Insolvenz. FlyBe gibt es nicht mehr. Lufthansa stellt die Germanwings ein. Ehrlich gesagt, ich habe schon sehr lange keine Flugzeuge mehr gesehen.

Die Dragonkapsel hat sich gestern von der ISS abgekoppelt und fliegt zur Erde zurück. Sie wird 815 km südlich von Los Angeles wassern.

In der Zeit, auf der Jugendseite, gibt es einen Artikel was der Corona-Lockdown fürs Homeoffice bringt. Für sehr viele ist das eher negativ. Für mich, in der dritten Woche, empfinde ich das als sehr positiv. Ich kann bedeutend konzentrierter arbeiten, ich bin in den englisch- und französischsprachigen Calls viel sicherer geworden. Eigentlich machen wir keine französischsprachigen Calls, aber ich kann die Sprache, also wenn sich die Gelegenheit bietet und ich jemanden aus Genf am Telefon habe, nutze ich das auch. Bei Arbeitskollegen kommt das leider nicht gut an habe ich inzwischen so bemerkt.

Selbst für die Frühschicht muss ich nicht mehr um 5.15 Uhr spätestens das Haus verlassen und kann noch bis 6 Uhr eigentlich im Bett bleiben. Das schaffe ich zwar nie, weil ich früher wach werde, meistens so um 5 Uhr herum.

Ob ich meine Kollegen vermisse? Ehrlich gesagt, weiß ich das nicht. Es zeigt sich jetzt, dass die angeblichen Interessen eigentlich keine sind. Ich meine, ich möchte niemanden zu nahe treten, aber so richtig, bis auf zwei Kollegen, vermisse ich niemanden. Die Kollegen haben eh alle Kinder und eine Partnerin, die sie von der Arbeit ablenken. Ich bin ja seit 18 Jahren Single. Jetzt im Homeoffice merke ich, dass es doch sehr positiv ist. Das Gefühl der Vereinsamung habe ich überwunden und ich glaube nicht, dass ich jemals jemanden an meiner Seite brauche. Also so richtig ernsthaft.

Also ich gönne jeden seine Lebensform, ob Single, zu zweit, mit 1 Kind, mit mehreren Kindern. Aber alles andere als Single ist nicht so meins. Ich merke, dass ich bei den Frauen auch nicht so ankomme. Klar gibt es welche, die mich anhimmeln werden, aber das ist nur ein Anhimmelei. Konkret kommt bei den Frauen sowieso nichts. Ich dachte immer wenn Frauen reifer werden, würden sie auch mutiger werden, aber gefühlt ist eine 40 jährige Frau genauso schüchtern zumindest zu mir wie eine 20jährige als ich auch 20 war, obwohl da noch andere Dinge in den Köpfen bei den Frauen eine Rolle spielten. Ich sende bestimmt auch unbewusste Signale aus, die viele in diese Rolle bestätigt fühlen. Ich bin leider nicht so draufgängerisch wie so viele Männer, die zuerst angehimmelt werden und wo sich Frauen sich sofort verlieben.

Es ist aber auch in Zeiten von MeeToo sehr schwierig geworden, das Richtige Maas zu finden.