Ende ist Nahe, der Untergang steht bevor

Karstadt-Kaufhof wird 62 Geschäfte aufgrund von Sparmaßnahmen schließen. Auch in Essen sind die beiden Geschäfte am Willy-Brandt-Platz und im Einkaufszentrum Limbecker Platz betroffen.

Jetzt wird plötzlich, die Systemrelevanz ausgesprochen.

Ich lach mich tot. Ich gehe seit Jahren nur noch ganz sporadisch in Warenhäuser. Die Zeit ist vorbei, denn anscheinend machen das viele Leute. Jetzt wird wegen dem kommenden Leerstand gejammert.

Also wenn man wegen leerstehenden Warenhäuser jammert, hat keine Phantasie mehr. Gerade so ein Warenhaus kann zum kleinen Einkaufszentrum umbauen, man kann dort Gastronomie einbauen oder ein Schwimmbad wäre auch denkbar (natürlich müsste man die Außenfassade mehr mit Glas ausstatten), oder auf dem Dach eine Sonnenterrasse errichten oder das Gebäude ganz abreißen und dann dort eine Grünfläche entstehen lassen.

Jetzt mal ganz ehrlich, was soll man noch in der Innenstadt? Die Sommer werden immer heißer, der Asphalt wird auch immer heißer, Lebensqualität hat eine Innenstadt im Sommer nicht.

Gefühlt werden die Stadtteilzentren eher aus der Schwäche der Innenstadt (ich meine nicht nur Essen, sondern alle Großstädte) profitieren. Das was man braucht, das man braucht, kauft man sich im Ortszentrum des Stadtteils, das andere bestellt man sich im Internet und wo bleibt bei mir die Innenstadt? Bei mir sind das höchstens noch die Buchhandlungen und das eine oder andere Modegeschäft, aber die können auch irgendwo anders in der Stadt stehen. Das sieht man doch bei MediaMarkt oder bei Declathon oder den Baumärkten. Da wo sich solche Geschäfte ansiedeln, siedeln sich meist noch andere. Das Einkaufen wird dezentraler und die Geschäfte (hoffentlich) nicht mehr so riesig.

Die Läger der Geschäfte werden auch unterirdisch gebaut werden. Warum muss ein Lager auf der Erde stehen? Unter der Erde ist viel mehr Platz und ein Computer braucht kein Sonnenlicht oder das Buch (wenn noch auf Papier), der Kleiderbügel oder die Kaffeemaschine.

Wenn man die Lagerhallen schon unter der Erde gebracht hat, dann kann auch mit unterirdischen Schienen-/Hyperloopsystemen die Waren auch zu den unterschiedlichen anderen kleineren Lagerbereichen automatisch transportieren. Die künftigen Lagerarbeiter schult man zum Überwachungspersonal dieser Fahrtrassen um. Auch wenn der Computer das automatisch durchführt, menschliches Personal ist immer von Nöten für Reparaturen.

Unsere Oberfläche wird wieder viel aufgeräumter werden, viel Grün wird an diesen Stellen stehen.

Im Limbecker Platz, wo sich jetzt Karstadt kann auf der einen Etage ein Baumarkt rein und auf der anderen irgendwas anderes oder man halbiert das Geschäft.

In den Niederlanden gibt es nach meinem Wissen eh keine großen Warenhäuser. Die letzte Kette hatte vor einigen Jahren schon Insolvenz angemeldet. Auch in Belgien hat keine Warenhausketten. Die Leben und die Innenstädte existieren trotzdem weiter.

Man hat die Warenhäuser auch einbißchen künstlich überleben lassen. Wenn man Glück hat, wird Karstadt ein zweites oder drittes Amazon, aber auch nur wenn man ein kluge Strategie fährt. Ich habe aber die Hoffnung verloren, dass wir Deutsche irgendwas bis auf SAP internettechnisch so richtig auf die Reihe kriegen werden. Der Zug ist eigentlich abgefahren.

Deutschland ist nun mal ein Land, der alten Denkweisen. Das Land erfährt kaum Neues.

Bei der Corona-Warnapp wird auf einmal von der Technik gesprochen, die man benutzen soll, aber bei den anderen Dingen wie dem digitalen Personalausweis hat man das nicht gemacht. Die Digitalisierung der Stadtverwaltung lässt weiter auf sich warten. Warum benutzen heutzutage nicht alle diese phantastische DE-Mail, die mal das NonPlusUltra hingestellt wurde?

Berliner Behörden beantworten Mails von Bürgern, die unverschlüsselt sind, mit Briefen. Das nenne ich mal ein Fortschritt. Immerhin kommt keine Steintafel zu uns Bürger zu und das nenne ich mal Fortschritt, denn Steintafel sind schwer und nehmen zu viel Platz weg, ein Brief ist dagegen leichter, also ein echter Fortschritt.

Sogar Behörden meiden anscheinend die DE-Mail. Ich finde das erstaunlich.

Nach den Warenhäusern werden auch immer mehr Bürotürme schließen. Die Coronakrise zeigt, man kann auch von zu Hause aus arbeiten. Die Leute, die in den Bürotürme arbeiten, produzieren keine Produkte, es sind reine Büroarbeitsplätze. Da die Wohnungsnot so groß ist, kann man die heutigen Bürotürme, Bürogebäude auch als Wohnraum vermieten/verkaufen und die man nicht mehr vermieten/verkaufen kann, reißt man ab und es entstehen Grünanlagen. Natürlich wird man gefühlt ewig an Bürotürme oder -gebäuden festhalten, aber die Zeit ist nun schneller gekommen als gedacht. In 10 Jahren wird man mehr von zu Hause arbeiten können (also für die klassischen Bürojobs), als dass man noch stundenlang irgendwo hinfahren muss.

Für ein Unternehmen wird das immer mehr ein Kosten- und Imagefaktor. Kosten für Miete sind nicht zu unterschätzen und Imagefaktor ist bei der Jugend ganz wichtig (und auch bei mir).

Ich habe jetzt drei Monate Homeoffice hinter mir und ich kann für mein Leben nichts mehr besseres vorstellen. Die Rückkehr ins Büro graut mir ehrlich gesagt.

Wer unbedingt noch Meeting abhalten möchte, also mit Anwesenheit mietet sich einen Konferenzraum für eine Stunde, kommt sporadisch da zusammen, muss sich nicht mehr um die Technik kümmern, weil der Anbieter vor Ort kümmert sich darum. Laptop einstöpseln und fertig. Vielleicht bekommt man vom örtlichen IT-Techniker noch eine kurze Anweisung. Getränke werden gestellt und nach der Konferenz geht man wieder nach Hause.

Mit der Umstellung zum Homeoffice wird sich auch der Wohnraum verändern. Wohnungen der Zukunft werden auch immer ein kleines Arbeitszimmer beinhalten. Dieses Arbeitszimmer wird einen integrierten Internetanschluss beherbergen, vielleicht in der Form, dass man seinen Laptop direkt an die Wand verbinden kann oder ein WLAN, Anschluss, vielleicht kann man auch Hardware in Form von Festplatten in die Wände verbauen. Dort sitzt ein kleiner Computer, der die Daten speichert. Oder das gesamte Haus, die gesamte Wohnung ist ein einzigartiger Datenspeicher, der wie in Star Trek TNG durch einen Computer gesteuert wird, wo man einfach in den Raum spricht: „Computer, nenne mir mal meine letzten Dokumente oder wie hoch war die Rechnung für Firma ABC vom 19.06.2018“. Der Computer wird zur Sekretärin. Die Sekretärin, wird dann höher gestellt werden und dann auch mehr verdienen.

Klar die Menschen, die meinen das derzeitige oder vor Corona abgezeichnete Weltbild, immer noch als deren ultimativen Maßstab anzusehen, wird mit Generation zu Generation immer kleiner werden. Ich hoffe, dass ich den Anfang des Wandels erleben werde.

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