Drei wichtige Strecken in NRW sind wegen Baustellen gesperrt

11. Juni 2022 Aus Von elsenorweb

Sommerzeit ist Baustellenzeit besonders in NRW.

Vom 11.06.2022 bis 24.06.2022 ist wieder die Betuwe-Linie dicht. Hier wird ja ein drittes Gleis gebaut. Allerdings rechnet die Bahn noch bis zum Jahre 2026 mit der Bauzeit. Das heißt mit anderen Worten in den nächsten vier Jahren wird es mit Sicherheit noch wochenlange Sperrungen geben und das nach 28 Jahren Planungszeit. Ich glaube allerdings nicht daran, dass es schon 2026 so weit ist. Wir wissen alle, dass Baustellen auch bei der Bahn noch sehr lange dauern, weil wieder unerwartete Probleme bestehen.

Dann wie heute schon geschrieben Essen-Münster auch vom 11.06.2022 bis 24.06.2022 gesperrt.

Und ab heute auch Hamm-Kassel vom 11.06.2022 bis 02.09.2022.

Während man von Essen nach Münster über Hamm mühevoll fahren kann, gibt es bei Emmerich-Oberhausen und Hamm-Kassel keine Ausweichstrecken. Man kann, wenn man will von Dortmund über Brilon, Korbach nach Kassel fahren, aber das sind alles Nebenbahnstrecken. Von Dortmund HBF mit dem RE57 bis Brilon Wald, dann mit der RB97 bis Korbach und dann der RB4 nach Kassel HBF oder man fährt von Dortmund HBF mit dem RE6 nach Löhne, dann mit der RB77 nach Elze und dann mit dem RE2 nach Göttingen und einer Regionalbahn nach Kassel, oder von Dortmund mit der RE4, S5 und RB52 bis Hagen/Westfalen HBF, dann mit dem RE16/RB91 bis Siegen HBF und der RE99 bis Gießen HBF und dann mit dem RE30 bis Kassel HBF. Aber Achtung der RE16 fährt unregelmäßig und der RE99 nur alle 2 Stunden.

Oder man quält sich mit SEV / einzelne Zugabschnitte bis Kassel durch.

Wir haben für diesen Bereich keinerlei Ausweichstrecken. Das ist sehr bedauerlich oder man fährt mit dem Flixbus (der wird wohl aber sehr voll sein), 2:05 h braucht er. Er hat aber keine Frühverbindung wie der RE11, mit dem ich gestern schon um 6.13 Uhr fahren konnte. Zwei Fahrten gehen nach Kassel-Wilhelmshöhe, was gut ist für den Umstieg in den übrigen Fern- und Regionalverkehr und eine Fahrt geht nach Kassel-Kaufungen (was außerhalb der Kassler Innenstadt ist und keinerlei Anbindung an die Schiene hat). Der Nachteil des Busses ist, im Gegensatz zur Bahn, passen hier keine 400 Menschen rein und die Fahrt ist fix. Spontanes Mitfahren wohl kaum möglich.

Klar, Kassel-Wilhelmshöhe Bahnhof liegt auch außerhalb der Innenstadt, aber mit den zahlreichen Straßenbahnlinien ist man schnell in die Innenstadt und zur Not kann man die Strecke bei guter Gesundheit auch laufen.

Nachteil auch, während man beim RE11 zum Beispiel in Paderborn zusteigen konnte und in Warburg aussteigen, fährt der Bus durch, denn ich glaube, der Fernbus benutzt die Bundesautobahn A44.

Außerdem wird ab dem 25.06.2022 bis 27.11.2022 die Strecke Kleve – Krefeld gesperrt wegen Bauarbeiten. Also wenn es auf der Betuwelinie zwischen Emmerich – Oberhausen die Totalsperrung von Freitag 26.08.2022 bis Freitag 09.09.2022 und der Streckensperrung zwischen Kleve und Krefeld  zwischen dem 25.06.2022 und 27.11.2022 herrscht, dann gibt es am Niederrhein keine Schienenverbindung mehr. Klar, die eine Woche bei der Betuwelinie wird man noch verschmerzen, aber damit ist es ja nicht getan. Der Niederrhein wird Busland werden.

Die örtlichen Buslinien, auch die Regionalbuslinien fahren nur in der Woche einen Stundentakt, wenn überhaupt. Am Wochenende noch seltener.

Aber darüber regt sich niemand auf. Wenn es aber eine Autobahn betreffen würde, hätten alle Händler und Tourismusverbände aufgeregt und die fürchten sich mal wieder um deren Existenz, der Weltuntergang ist wieder total nah geworden, weil der Autofahrer ausbleiben würde. Wenn aber die Bahn baut und dann die Fahrgäste wegbleiben, darüber regt sich niemand auf.

Ja Deutschland ist ein reines Autoland.

Hätte man früher zum Beispiel Venlo-Wesel-Haltern noch in Betrieb gelassen (schon längst alles abgebaut) oder von Borken/Westfalen nach Bocholt wieder aufgenommen, hätte man noch einige Alternativen. Natürlich wären die auch mal von Streckenerneuerungen betroffen.