Essen-Gelsenkirchen ist für zwei Wochen dicht

11. Juni 2022 Aus Von elsenorweb

Die Bahn baut zwischen Essen und Gelsenkirchen für zwei Wochen. Das heißt der RE2 und RE42 verkehren nicht. Reisende werden über Hamm/Westfalen geleitet.

Doch wir hätten ja noch eine weitere Strecke, richtig Dortmund-Münster. Die Strecke ist aber eingleisig und es fährt nur eine Linie im Stundentakt.

Ich hatte das mal bei LinkedIn gepostet. Es kam die blöde Frage auf, ob wir überhaupt da eine zweigleisigkeit bräuchten, ob das überhaupt vonnöten wäre. Ja es ist von Nöten.

Jetzt drängeln alle mit dem 9 Euro Ticket über diese einzige Relation. Münster/Westfalen, Osnabrück etc.. und etc.. hätte man entzerren können, aber nein. Wenn Dortmund-Münster nicht nur im Stundentakt angeboten werden würde, sondern alle 30 Minuten, wäre das eine Alternative in Baustellenzeiten. Klar von Essen ausgesehen müsste man erst nach Dortmund, dann über 10 Gleise umsteigen, aber wenn ich weiß, dass der Zug alle 30 Minuten fährt, dann mache ich das nicht in einem hektischen Tempo.

Selbst in der heutigen Zeit, trotz 9-Euro-Ticket haben sehr viele Menschen die Lage der Situation nicht begriffen. Der Mitforist spricht ständig auch was von Netzausbau, aber stellt das hier in Frage. Klar, man braucht vielleicht nur den Stundentakt, aber in dieser Situation, wo mit Sicherheit die meisten über Hamm/Westfalen fahren, weil es doch ein Stück weit bequemer ist, wäre eine halbstündige Alternative über Lünen/Ascheberg ganz sinnvoll.

Wenigstens verkehrt der RE2 zwischen Münster/Westfalen und Osnabrück mit der RB66.

Aber in Münster steigt man auch nach Warendorf/Bielefeld (RB67 – Eurobahn) und vor allem nach Emden (RE15 – Westfalenbahn) um. Der RE15, die Emslandstrecke ist eine wichtige Strecke im Sommer. Sie geht über Rheine, Lingen, Meppen, Papenburg, Leer nach Emden. Zwischen Münster/Westfalen und Rheine verkehrt noch die RB65.

In Rheine kann man noch nach Hengelo (NL) mit der RB61 umsteigen.

Andere Ausbauten wären zum Beispiel Osnabrück-Bremen auf vier Gleise, statt nur zwei, (zwei für den Fernverkehr und Güterverkehr und zwei für den Nahverkehr). Es gibt Bilder im Netz, wo auf der Linie RE9 (Osnabrück-Bremerhaven), die nur stündlich verkehrt und das Naherholungsgebiet den Dümmer See bedient, wo sich die Menschen auch wieder in den Zug reinquetschten. Der RE9 ist auch bekannt für zahlreiche Ausfälle, so dass der nächste Zug doppelt so voll ist, wie wenn zwei Züge gefahren wären.

Ab Syke fährt mit dem RE9 noch die Regio-S-Bahn S2.

Mit Sicherheit würde so etwas in Frage gestellt. Klar, wenn man 100 Millarden für die Bundeswehr ausgeben möchte, dann muss man andere Infrastrukturprojekte immer in Frage stellen. Lieber Menschen umbringen das macht wohl mehr Spaß als was für die eigene Infrastruktur zu machen.

Ja, es gibt die Alternavtive RB58 der Nordwestbahn von Osnabrück über Bramsche, Vechta, Delmenhorst nach Bremen, aber das ist eine Nebenbahn, eingleisig, nicht elektrifiziert, Streckenhöchstgeschwindigkeit 80 km/h, Triebwagen der Baureihe LINT 41. Zugkreuzungen können in den Bahnhöfen: Neuenkirchen (Oldenburger Land), Lohne (Oldenburger Land), Vechta und Wildeshausen stattfinden.  Der eigene Zug kann noch so pünktlich sein, aber wenn der Gegenzug Verspätung hat, dann hat der eigene Zug auch Verspätung dann kann der Anschlussbus an einem Bahnhof schon weg sein und der nächste kommt erst in 4 Stunden.

Aber darüber macht sich ja keiner Gedanken in Deutschland. In Deutschland wird alles nur auf Wirtschaftlichkeit getrimmt und nicht auf Nützlichkeit.

Spätestens jetzt mit dem 9 Euro-Ticket müssten die Zeichenstifte am PC glühen und die Auftragsbücher von Ausbau von Strecken. Aber bis sich jemand in Deutschland bewegt, vergehen Jahrzehnte.

Die Deutschen reagieren erst, wenn etwas passiert.

Die Züge, meist wohl nur Einzeltriebwagen, brauchen 2 Stunden und 10 Minuten, der RE9 (Osnabrück-Bremen) 1 Stunde und 23 Minuten. Das ist ein Unterschied.

Wenn man die RB58 ertüchtigt hätte, mit modernen Triebwagen, Zweigleisigkeit, unter Strom und so ausgebaut, dass man hier Tempo 120 km/h fahren könnte, wäre das eine Alternative. Ja wir brauchen diese Alternative, denn wenn Osnabrück-Diepholz-Bremen mal für Bauarbeiten stillgelegt wird und sei es nur für ein Wochenende im Hochsommer, dann gute Nacht, für mehrere Wochen in der Ferienzeit, wenn die Züge in Richtung Nordsee/Ostsee voll sind (auch InterCity).

Oder es kann ein Unfall passieren, wo dessen Bergung die Züge 1 bis 2 Wochen nicht bewegt werden dürfen.

Der Deutsche wacht erst dann auf, wenn etwas passiert.

Auch deutsche Behörden denken, es ist nichts passiert, warum sollen wir dafür Geld ausgeben?

Und der Deutsche wird auch so erzogen.

Der Fernverkehr könnte man noch immer über Hannover umleiten, aber beim Nahverkehr bleibt nur die Linie der RB58.

Nein, über die Emslandstrecke bis nach Leer und dann nach Oldenburg / Niedersachsen geht auch nicht, weil es immer noch eingleisige Streckenabschnitte zwischen Leer und Oldenburg/Niedersachsen gibt. Warum weiß ich nicht. Hier müssen zwei, wenn nicht gar drei Gleise liegen.

Die Niederländer haben ihr Streckennetz auch bei der Bahn, nicht nur beim Radverkehr, konsequent, weitsichtig ausgebaut. Der Deutsche, der sich immer für den Nabel der Welt hält, hat genau das Gegenteil gemacht. Aber perfekt Gendern dann kann der Deutsche oder Geld in irgendwelche Renten (Mütterrente) oder etc ausgeben, das geht auch immer locker. Aber darauf ist Deutsche ist stolz, wahrscheinlich auch daher das Denken, man wäre der Nabel der Welt.

Ach so: Ich weiß was jetzt kommt. Warum sollen wir die RB58 ausbauen? Nur für diesen einen Fall? Ja genau für diesen einen Fall und für die Ertüchtigung der lokalen Wirtschaft.

Der Deutsche hat nach Japan gemeckert, warum die Japaner für diesen Fall ihre Schutzmauer um das KKW Fukushima nicht höher gebaut haben, weil der neunmalkluge Deutsche in Sachen Ausland immer seine Moralappelle richten kann. Die Japaner hätten doch wissen müssen, dass man für so eine Anlage eine Schutzmauer von 14 Meter von Nöten wäre. Aber der Deutsche sollte mal lieber auf sich selber zeigen, aber dazu ist der Deutschen betriebsblind (klar, wenn man sich für den Nabel der Welt hält und meint, man hätte die Weisheit für sich gepachtet und hier würde alles perfekt laufen).

Der Tag wird kommen, dass Osnabrück-Diepholz-Bremen gesperrt wird und nur für Bauarbeiten. Dann ist das Gejammere wieder ganz groß. Jetzt wird man meinen Bericht für absoluten Blödsinn hinstellen, brauchen wird nicht, ist zu teuer, weg damit.