Grüne wollen keine Autobahnen bauen

31. Oktober 2021 Aus Von elsenorweb

Das sorgt natürlich für erheblichen Sprengstoff in Deutschland. Es gleicht einer Wasserstoffbombe. Der Artikel in Bild.

Aber: Es wurden seit der Bahnreform 1994 über 1.000 km Gleise in Deutschland stillgelegt. Hier gibt es von der Bundesregierung eine Seite mit allen stillgelegten Verbindungen seit 1994. Wenn es eine Liste aller jemals stillgelegten Bahnverbindungen seit Anbeginn der Eisenbahn gäbe, dann wäre die Liste noch länger.

Wer hat hier protestiert? Wo waren hier die Massenproteste? Die meisten haben gedacht: Die Straßenbahn stört nur vor dem Auto, unbeweglich und langsam.

Gegenfrage: Wie viel km gebaute und eins genutzte Autobahnen wurden je stillgelegt?

So viel ich weiß: vereinzelte kleinere Streckenabschnitte (aber großflächig wie bei der Bahn wohl nicht)

Ich spreche hier nur von der Eisenbahn. Stilllegungen bei Straßenbahnstrecken sind noch nicht einbezogen. Das Ruhrgebiet hatte mal ein sehr dichtes Netz von Straßenbahnverbindungen. Davon ist im Vergleich fast nichts mehr übrig. Klar, es gibt es noch einige Linien, aber im Vergleich zu der Blütezeit, nur noch sehr wenig. Natürlich die damaligen Straßenbahnzüge hatte nicht die gleiche Kapazität wie die heutigen.

Auch wenn sich die Grünen mal wieder als sehr tollpatschig anstellen, so haben sie leider Recht. Wenn es nach den meisten Menschen ginge, würde man im Ruhrgebiet noch viel mehr Autobahnen antreffen, als jetzt der Fall ist. Die A31 wollte man quer durch das Ruhrgebiet verlängern, die Abschnitt der A52 in Essen steht noch (zum Glück) aus (sie würde hier durch ein Waldstück bei mir ganz in der Nähe durchpflügen (Frage an die Deutschen: Was ist Euch lieber, Euer Wald in der Nähe oder eine Autobahn in der Nähe?) – also den Wald gäbe es nur noch zur Hälfte, dann war mal von einer A41 die Rede. Ich wette, den meisten wäre das noch zu wenig, denn sie würden noch mehrere Autobahnverbindungen im Ruhrgebiet fordern. Fahren dann diese Leute mit dem Auto raus aus dem Ruhrgebiet ins Grüne? Also hätte man das Ruhrgebiet zu asphaltieren sollen mit Autobahnen? Und was wäre, wenn auf den wichtigen Strecken wie auch auf der A40 so viel Stau wäre? Ach ja, mehrspurig ausbauen. Hier im Ruhrgebiet geht das schlecht.

Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten – ist so ein Spruch. Da ist unglaublich viel dran.

In einer Bild Statement sagt Markus Blume von der CSU: „Wer Mobilität verbietet oder sie unbezahlbar macht, beraubt die Menschen ihrer Freiheit

Ja, da viel wahres dran. Also aus der Sicht der CSU gilt, Bahnstrecken stilllegen und Fahrpreise verteuern („Quelle: Webseite von PRO BAHN e.V.; www.pro-bahn.de“). Ich weiß natürlich: Offiziell natürlich nicht. Auch die CSU hat das alles mitgetragen.

Wer war 1994 als Bundeskanzler unterwegs? Helmut Kohl. Welche Partei war er? CDU. Verkehrsminister war Matthias Wissmann, CDU. Und da die CDU/CSU eins sind, so betonen sie das an 365 Tagen im Jahr, plus die ganzen Schaltsekunden, wer hat die Bahnreform beschlossen? Wer die Streckenstilllegungen? Wie man von der ProBahn Seite sehen kann, ist der Fahrpreis nach oben gegangen. Das wird aber alles von den Medien und den Bürgern getragen. Man bekommt aber immer: „Die Bahn ist so teuer, das Auto so billig – (sahen aber alle nur den Preis an der Zapfsäule).

Am 19.11.2014 gab es in der Welt einen Artikel in Sachen Auto und dem Menschen: „Die Liebe zum Auto wirkt wie Sex und Kokain“. Interessante These finde ich. Ob sie stimmt weiß ich nicht, aber wenn ich mir das Verhalten der Menschen zum Auto betrachte (ja auch Frauen sind davon betroffen) und wie man sich darüber aufregt, wenn man es möglicherweise einbißchen, nur einbißchen einschränkt – es verbietet ja keiner das Autofahren – selbst die Grünen sind ja nicht grundsätzlich gegen das Auto – das Ende des Verbrennermotors (auch in anderen Ländern wurde dieser beschlossen) bedeutet nicht das Ende vom Auto, aber es klingt in allen Köpfen so. Am Ende der Glühlampe kam die LED-Lampe und beides leuchtet. Am Ende des Kohleofens kam der Elektroheizung oder Gasheizung – beides wärmt.

Wer den Verbrenner noch wünscht, der muss sich auch den Kohleofen zurück wünschen und die Petroleumlampe.

Ich hatte auch mal ein Auto, für kurze Zeiten in meinem Leben. Ich empfand Autobahnfahrten immer als sehr anstrengend, vor allem wegen den vielen LKW’s. Für eine kurze Zeit bin ich mit dem Auto von Essen nach Düsseldorf gependelt. Morgens um 6 Uhr bin ich losgefahren, damit ich um 8 Uhr auf der Arbeit war im Düsseldorfer Norden. Schon um 6 Uhr hat sich meistens bei Essen-Rüttenscheid schon ein Stau gebildet, der sich meistens bis zum Kreuz Breitscheid zog, manchmal auch nicht. Jede Woche musste der Wagen betankt werden (18 Jahre alter Nissan Micra), Versicherungen mal abgesehen. 1000 Euro war mal ein Reparatur notwendig. Ich hatte mich dann wirklich ernsthaft gefragt, ob mir das alles wert war. Parkplatzsuche alles super anstrengend. Das Fahrzeug hatte ich 6 Monate, geerbt von meinem verstorbenen Vater und ich hatte einfach keine Lust mehr so viel Geld auszugeben, zumal ich immer noch das Ticket2000, also meine Monatsfahrkarte hatte. 2017 habe ich ihn verschrotten lassen – da hatte ich schon mein jetziges Fahrrad.

Gestern bin ich in mir gegangen und mich gefragt, warum ich keine Liebe zum Auto entwickelt habe, wie jeder anderer auch? Warum ist mir mein Fahrrad so wichtig? Vielleicht habe ich eine Liebe zum Fahrrad entwickelt, so sehr, dass mir Kälte und Regen nichts ausmachen.

Natürlich sehe ich die Welt aus anderen Augen. Aber warum ist meine Sicht falsch? Warum gilt immer nur die Sicht der Autofahrer? Die Frage, die mir stellt, warum muss ich mich als Radfahrer mit 60 cm breiten huckeligen Fahrradweg begnügen während das Autofahrer zwei oder drei Spuren hat? Sind Autofahrer die sozial besser gestellten Menschen? Warum mussten so viele Straßenbahnlinien / Eisenbahnlinien stillgelegt werden, warum wurden so viele Autobahnen gebaut?

Warum sehen es die Menschen weltweit so an, als ob nur das Auto ein Fortschritt wäre? Warum nicht der Zug? Oder der Hyperloop oder der Transrapid? Mit dem Flugzeug teile ich wiederum die Meinung der breiten Masse.

Ich empfinde es als praktisch als Beispiel am Platz A auszusteigen (Zug, Straßenbahn, Bus), 4 km in eine Richtung zu gehen und dann am Platz B (Zug, Straßenbahn, Bus) wieder einzusteigen und weiter zu fahren. Warum ist es schick, das Auto zu parken (und immer zu hoffen, dass man dort einen Platz fürs Auto findet und möglichst kostenlos), dann dreht man eine 4 km lange Runde und kehrt zu dem Platz wieder zurück, wo man angefangen hat?

Warum ist die Geduld eines Menschen für das Finden eines Parkplatzes für sein Auto größer als die Geduld 20 Minuten auf den nächsten Zug/Bus, die nächste Straßenbahn in seiner Freizeit zu warten?

Heutzutage mit dem Handy kann man ja schauen, wo ist die nächste Haltestelle, wann fährt wohin?

Da ja heutzutage nur noch Niederflurbusse zumindest in Deutschland unterwegs sind, ist das selbst für einen Rollstuhlfahrer auch kein Problem mehr. Meine Mutter damals konnte um das Jahr 2000 nur mit jedem dritten Bus fahren, weil dort nicht alle mit der Niederflurtechnik ausgestattet waren, dann musste sie noch einen Umweg fahren nicht direkt zum Beispiel ins Stadtzentrum. Klar sie hatte auch ein Auto und der Betreuer ist dann gefahren.