Haben manche Leute ihren Beruf verfehlt?

12. Mai 2020 Aus Von elsenorweb

Ich habe heute eine Diskussion auf Twitter verfolgt. Ich folge einigen Personalern und Heathuntern schon einigen Monaten und zwei seit einigen Jahren.

Da beklagt sich die Personalerin über zu viele Bewerbungen und man könne sie nicht alle anrufen und was nachfragen. Mir ist schon klar, dass nicht alle Bewerbungen unklar sind. Einige sind so klar, dass man sie absagt. Das ist der normale Prozess. Damit habe ich auch keine Probleme.

Probleme habe ich nur mit diesen wo es passen könnte, aber weil der Bewerber sich nicht aus der Sicht des Personalers klar ausgedrückt hat. Aber woher soll ich als Bewerber wissen, was der Personaler für eine gut verständliche Ausdrucksweise erwartet? Mag sein, dass von 20 Bewerbungen, vielleicht eine drunter ist, die genau den Erwartungen der Schreibweise entspricht.

Ich schreibe eine Bewerbung so wie ich es denke. Man soll doch seinen eigenen Stil haben. Wenn es nicht so ist, dass muss das Unternehmen eine Vorlage auf seinen Webseiten bereitstellen, das dies zwanghaft benutzt wird. Dann sehen alle Bewerbungen gleich aus, aber dann kann gleich Roboter einstellen.

Wenn ich in meinem Beruf des IT Support nicht individuell auf die Bedürfnisse meiner Anrufer oder Ticketschreiber eingehen würde und ja auch wir verwenden wie alle anderen Vorlagen. Aber manchmal muss man die Vorlagen auch etwas umschreiben, etwas verändern, damit es zum Fall passt.

Wenn ein Personaler etwas unklar ist, dann hat er zwei Möglichkeiten, entweder er sagt dem Bewerber ab (aber dann ist nicht Bewerber Schuld, sondern der Personaler, weil er keine Geduld hatte, es zu verstehen) oder greift zum Telefonhörer und ruft den Bewerber an und fragt nach.

Mir ist das nur bei Zeitarbeitsfirmen passiert, weil die dortigen Mitarbeiter auch eher scharf auf die Provision sind, aber sie rufen an und nehmen sich die Zeit und das mit der Provision ist mir dann egal.

Wenn aber ein Firmenpersonaler nicht in der Lage ist, nachzufragen, dann soll er sich einen anderen Beruf suchen. Vielleicht ist man bei der Müllabfuhr besser aufgehoben, denn da muss man nicht so oft nachfragen oder fast gar nicht. Da macht man seinen Job und gut ist.

Ich muss bei unklaren Tickets, bei unklaren Ticketbeschreibungen in der IT nachfragen und wissen ihr was, ich mache das gerne. Ich weiß auch nicht jeder kann sich gut ausdrücken und gerade was die IT angeht, sind viele verunsichert. Ich bin mir auch immer sicher, da geht es meistens um viel mehr als nur um das reine IT Problem.

Oder es fällt jemanden einen Zacken aus der Krone von der Personalabteilung, wenn man sich telefonisch meldet?

Wer nicht meldet, hat kein Interesse. Dann wandere ich zum nächsten Unternehmen und hoffe, dass das mehr Interesse zeigt.

Ich habe auch so einen persönlichen ähnlichen Fall. Gestern Bewerbung geschrieben, heute Absage. Gut ist nicht schlimm also solches. Schlimm war nur, dass die Stellenanzeige noch online war, aber die Firma auf die Antwort eines Bewerber wartet, der den Arbeitsvertrag unterschrieben per Post zurück sendet.

Ich würde mich nicht wundern, wenn der Bewerber den Arbeitsvertrag nicht unterschreibt, woanders unterschrieben hat und die Firma nun alle Leute, die außerhalb des Bewerbungsprozesses abgesagt. Ich will damit sagen, dass die Firma hätte mir erst dann absagen sollen, wenn sie die Unterschrift des Bewerbers vor sich hat. Aber die Firma hat davor abgesagt. Wenn der Bewerber sich nun wie schon geschrieben anders überlegt hat, dann hat sie all die Leute verjagt, wo sie schon Bewerbungsunterlagen erhalten hatte.

Aber Personaler und Firmenchefs sind ja absolute Profis und sich immer 100%ig sicher, dass alles klappen wird.

Nun gut, wenn sich der Bewerber der Firma wider erwartend nicht meldet und die Firma würde auf mich zu kommen, dann hätte ich auch kein Interesse, denn ich habe ja die Absage erhalten. Für mich ist der Fall auch gegessen. Es gibt andere Firmen, andere Möglichkeiten.

Im Allgemeinen gilt auch für Personalern: Es gibt keine dummen Fragen; es gibt nur dumme Antworten.

Und wenn man meint, es wäre zu viel Arbeit, sich überlegen, ob der Job wirklich der Richtige ist, den man macht.

Wenn man nicht mehr Rekruiter sein möchte, dann kann man vielleicht noch andere Stelle in der Firma, innerhalb der Personalabteilung ausüben, wo man mit diesen Aufgaben nicht in Berührung kommt. Ich gehe jetzt von großen Firmen aus.