Lieferungen sind angekommen

10. Februar 2022 Aus Von elsenorweb

Meine Lebensmittellieferungen von Amazon sind heute alle angekommen. Das hat alles super gut geklappt. Insgesamt waren es nun zwei Tage. Ich habe direkt noch eine Kiste Clementinen für 6 kg bestellt. Angeblich sollen sie erst am nächsten Mittwoch ankommen, aber meine Frikadellen sollten auch erst morgen kommen und kamen heute. Blöd wenn man nicht raus darf. Mir fehlt der Gang nach draußen sehr, die kurze Fahrt mit dem Rad wenigstens zum Supermarkt. Auf dem Hinweg geht ja alles bergab. Die Rückfahrt, wo es bergauf geht, die ich vor meiner Corona-Infektion gut geschafft habe, wird bestimmt bald zur Herausforderung.

Seit Sonntag mache ich ja nichts, sitze nur herum, laufe mal in die Küche oder ins Bad. Die Wohnung ist zwar mit 89qm groß und ich wohne hier alleine – daher kann ich mich frei bewegen, es ist aber trotzdem ein wenig klein.

Wie ging es mir den Tag über? Eigentlich recht gut. Jetzt aber am Abend merke ich langsam, dass ich noch so fit bin, wie am Tage gedacht. Heute habe ich mir einige Mehlpfannekuchen mit Apfelmus gemacht. Aber im Gegensatz zu der gestrigen Menge war es eher überschaubar.

Ich muss ja auch einmal am Tag nach der Post sehen und da bin ich doch recht glücklich in der 3. Etage ohne Aufzug zu wohnen. Natürlich gehe ich auch nur raus, wenn keiner im Flur ist. Die drei Etagen nach oben schaffe ich im Sauseschritt wie vor Corona auch.

Was mache ich den ganzen Tag zu Hause? Ich habe viel zu lesen in Sachen IT; ich habe auch wieder zwei Videos über Linux-Sachen produziert und weitere zwei Videos, die ich vor dem Infekt aufgenommen hatte, hoch geladen.

Am Abend schaue ich dann vielleicht einen Film auf YouTube. Ich habe das selbständige Beschäftigen eh seit der Kindheit drauf. So schnell kommt keine Langeweile auf.

Ich musste ja in der Kindheit auch fast alles selbstständig machen, denn meine Mutter saß im Rollstuhl (Multiple Sklerose) und konnte mir auch nicht mal eben was zeigen. Ich lege mich auch mal kurz hin. Die Bettwäsche ist ja gewaschen.

Ich werde mein zukünftiges Verhalten so ändern, dass ich am Freitag/Samstag wieder mehr einkaufen werde. Bis vor dem Infekt habe ich immer so viel eingekauft, um den Samstag/Sonntag und den Montag nach 15.30 Uhr – nach der Arbeit zu überbrücken, weil ich dann wieder einkaufen gehe. Dass ich nun mit den Lebensmitteln bis beinahe nächste Woche Montag auskommen muss, so bin ich nicht eingestellt. Natürlich habe ich einen gewissen Vorrat an Nudeln / Reis, Soßenbinder, Soßen und Erbsen/Möhren in Dosen, aber das Essen wird doch ein wenig eintönig mit der Zeit.

Ich habe allerdings die Befürchtung, dass ein zweiter Fall so schnell nicht wieder eintreffen wird, dass ich in Isolierung gehen muss und dass erst dann wieder Lebensmittelknappheit herrschen könnte, wenn ich damit nicht rechne. Klar kann ich alles weniger essen.

Natürlich habe ich mich seit meinen Beingeschichten (Thrombose, Venenentzündungen etc..) immer wieder mal Gedanken gemacht, wie es mal sein könnte, wenn ich hier in der dritten Etage „gefangen“ bin.

Meine Mutter war mit dem Rollstuhl damals gefangen (sie hatte so einen Treppenlifter am Rollstuhl) und meinem Vater ging es im letzten Jahr vor seinem Tod auch nicht anders (ohne Rollstuhl). Das macht einen schon nachdenklich und man fragt sich, ob das einem wert ist, Eigentum hin oder her. Wir werden alle nicht jünger.

Meine Mutter hatte schließlich eine Wohnung ganz in der Nähe im Erdgeschoss, die zwar nicht behindertengerecht war, gefunden, aber zumindest halt ebenerdig.

Ich weiß von einem älteren Pärchen hier, wo bei „nur“ in die erste Etage müssen, sich aber sehr anstrengen müssen, um nur dahin zu kommen. Sie schauen sich nach etwas Neuem um. Und da sagt man immer die Eigentumswohnung ist die Altersversicherung. Schöne Altersversicherung, wenn man gar nicht mehr hoch kann. DAS vergessen sehr viele, die mit 30 eine Eigentumswohnung in einem Hochhaus kaufen. Wenn das eine Wohnung in einem ebenerdigen Zweifamilienhaus ist, ja ok, aber nicht in der dritten Etage ohne Aufzug (oder erste wie bei den beiden). Auch die müssen noch das Wohngeld an die Hausverwaltung zahlen und auch die Grundsteuer.

In der vorletzten Woche kam ein neues Schreiben der Stadt Essen für mich, wegen der Abgabe der Grundsteuer. Im Jahr sind es 416 Euro. Es gab ja mal vor Corona so eine Reform der Grundsteuer. Die Politiker konnten sich lange nicht auf die Einzelheiten festlegen – es zog sich über zwei oder drei Jahre hin oder länger hin? Witzig war nur, dass die Stadt Essen mir vor einigen Jahren schrieb, dass sie kein Papier mehr verwenden wollte für die jährlichen Hinweise. In dem Schreiben von diesem Jahr schrieb sie mir, dass das wieder auf Papier machen wolle.