Soll das flache Land mit IT-Fachkräften abgehängt werden? Ja bitte.

27. Oktober 2020 Aus Von elsenorweb

Ich hatte gestern wieder so einen Anruf von einem Personaldienstleister, wo ich mich in Husum beworben habe.

Ich hatte mich als IT-Administrator beworben und die Stelle klang für mich wirklich vielversprechend. Der Mitarbeiter hatte da wohl einiges verwechselt. Er sprach vom Gefühl her eher vom IT-Support.

Sein Kunde beharrt auf die IT-Ausbildung. Das sei ihm überlebenswichtig und sonst würde der Weltuntergang drohen, wenn ein Mensch diese nicht hätte.

Das Gespräch gestern mit diesem Personaldienstleister aus Husum war unterirdisch. Norddeutschland würde nur aus Eigentumswohnungen (speziell Nordfriesland) bestehen (ich wohne selber in einer Eigentumswohnung, aber hier im Ruhrgebiet) und das wäre so karg hier alles und er könne so eben noch seine Miete bezahlen. Alles wäre hier so teuer. Eine riesige Herumheulerei von einem Angestellten. Vom Gefühl her bat er mich, nicht nach Norddeutschland zu ziehen. Das würde ich später bereuen – aus seiner Sicht. Ich werde seine Firma nun damit immer verbinden.

Im Allgemeinen stelle ich fest: Personaldienstleister, dazu zählen auch die IT-Dienstleister haben irgendwie keinen blassen Schimmer vom dem was sie da erzählen. Da wird immer nur auf dem Kunden verwiesen. Ok, wenn man sich vom Kunden nur abhängig machen möchte und ihm bis in den eigenen Tod folgt, dann soll man sich nicht wundern, und beklagen, wenn man niemanden findet.

Die Personaldisponenten können wohl maximal MS Office, aber dann hört es wohl bei denen in Sachen IT auf und alles andere sind böhmische Dörfer.

Gerade auf dem Lande, wo Spezialisten oder interessierte Spezialisten Mangelware sind, treibt man einen solchen Selektionsprozess. Er sagte mir, ich solle mich in den Städten bewerben.

Bitte dann erzählt niemand mir, dass alle in Städte abwandern, das das Land ausblutet. Im Jahre 2020 wo Homeoffice endlich auch angekommen ist, wird einem so eine Sache noch eingeredet. Ich glaube viele haben die Digitalisierung immer noch nicht verstanden. Viele auf dem Land leben noch im Gedanken: Bauern, Schafe, Kühe,

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In Deutschland ist eine Farce vom Fachkräftemangel in der IT zu sprechen. Es interessiert niemanden. Unternehmen suchen brav ihre ausgebildeten Informatiker. Dann müssen sie halt drei Jahre warten oder bis sie ihr IT-Studium beendet haben. Aber dann müssen Firmen halt hoffen, dass die ausgebildeten Informatiker nicht doch in der Großstadt bleiben oder ganz auswandern. Ein junger Deutscher wird nur ganz selten aufs Land hinaus wollen.

Wenn Firmen so viel Zeit haben, wie gesagt auf dem passenden Menschen zu warten, dann sollen sie warten. Irgendwann wird der passende sich auf dem Land schon verirren, der auch noch die Firma toll findet und die Firma ihn toll findet. Mal angenommen, der von der Ausbildung würde passen, aber vom Charakter nicht. Dann sucht die Firma noch viel länger. Aber man hat ja Zeit.

Wozu braucht dann das Land einen Glasfaseranschluss (also hier in Deutschland), wenn man dem Digitalen sowieso immer nur skeptisch gegenüber steht? Da reicht doch eine alte Kupferleitung. Nein, auch kein 5G. Auf dem Land braucht man das nicht. Man braucht auch keine Quereinsteiger in der IT.

Gut, dann wende ich mich vom Land und suche in der Stadt weiter. Das flache Land braucht keine IT, IT Quereinsteiger.