Herne zum zweiten Male (weil es so schön war)

Ja, ich war wieder in Herne und auch wieder bei Declathon. Ich wollte mir etwas kaufen und habe auch gekauft, nämlich eine rote-orange Regenjacke mit Reflektoren später für die Regenzeit.

Ich bin morgens so gegen 9.00 Uhr losgefahren. Bis auf der Kray-Wanner Bahn und zum Ausbauende der Erzbahnstrecke war alles ok. Ich hatte vorher noch in der Openstreetmap gesehen, dass ich die Erzbahnstrecke ein Stück nach Bochum fahren müsste, um auf die Hofstraße in Herne zu gelangen. Man kommt dann im Stadtteil Röhlinghausen, 11.000 Einwohner aus. Im weiteren Verlauf bin ich auf der Edmund-Weber-Straße südostwärts gefahren und bin dem roten Fahrradpfeil, was die beste Strecke innerorts signalisiert, gefolgt. Ziel war ja erst einmal Herne Eickel. Ich bin auf der Burgstraße gelandet.

Wäre ich gewohnt ostwärts gefahren, wäre alles ok gewesen. Aber weil ich auf einigen Bushaltestellenschilder das Logo der BOGESTRA gesehen hatte, dachte ich, ich wäre schon in Bochum. In Herne verkehrt die HCR. Dann bin ich links abgebogen, bin noch über Hauptstraße (L644) gefahren, wo die Linie 306 verkehrt und habe mich in Kleinstraße und in einer Schrebergartenanlage verfranzt. Wie auch immer bin ich auf die Kurhausstraße gelangt, die ich am Donnerstag auch gefahren bin und somit wusste ich wieder, wo ich war. Aus der Kurhaus- wird die Dorneburgerstraße und dann auch die Holsterhauser Straße, die mich dann zu Declathon brachte.

Dort habe ich etwas für mich gefunden (siehe oben) und ich bin dann zur Innenstadt gefahren. Bei Backwerk habe ich etwas zu essen gekauft und im Behrenspark, ca 150 Meter von der Fußgängerzone entfernt, verzehrt. Befürchtungen, dass in solchen Parks nahe der Innenstadt üblich, mehrere Leute ihr Bier verzehren, haben sich nicht als die Wahrheit für den Moment herausgestellt.

Ich wollte meine mitgebrachte Wasserflasche, eigentlich eine aus den Niederlanden, öffnen, die ich am Morgen noch mit Mineralwasser gefüllt hatte. Ich hatte den Deckel kaum etwas geöffnet, sprang dieser in einen hohen Bogen, rammte auch meine Wange und landete im Gras. Im oberen Teil der Flasche, die ich nicht ganz gefüllt hatte, bildete sich etwas Nebel. Trinken konnte ich, nachdem ich einige Minuten brauchte, um das Geschehen einzuordnen. Ich kannte es bislang nur, dass das Wasser übersprudelte, aber dass der Deckel mit so einer Wucht aufging, hatte ich noch nicht erlebt.

Nach der Nahrungsaufnahme bin ich die Mont-Cenis-Straße entlang gefahren. Diese Straße kenne ich sehr gut. Mein Ziel war es die Halle vom Herner TC, mal anzuschauen, ob sich etwas verändert hatte. Herner TC, Frauenbasketball war ich des öfteren auch mal als neutraler Zuschauer aber als Fan von NB Oberhausen dort.

Ich bin dann zur Gysenberghalle weiter geradelt. In der Gysenberghalle spielt derzeit der Herner EV (also Eishockey), hier war ich des öfteren, aber nicht so oft. Grund waren die mangelhaften Busverbindungen nach 22.30 Uhr, wenn Spielende war. Aber nur als Fan von ESC Moskitos Essen oder von GEC Schalker Haien. Die Anzahl der Neugründungen im Herner Eishockey übersteigt diesen Bericht, auch wer wo spielte, denn die Spieler im Ruhrgebiet wandelten von Verein zu Verein (eine Zeitlang). Das bedeutete, der in Duisburg konnte man später in Ratingen, Essen, Schalker Haie, Herne oder Dortmund bewundern. Dabei galt mal für einige Zeit ein direktes Transferverbot zwischen Herne, Ratingen, Essen und Schalker Haie.

Von der Gysenberghalle bin ich zu den Flottmannhallen geradelt. Es war mal ein Bergbauzulieferer (wen wundert es schon), heute ist ein bekanntes Kulturzentrum. Wie überregional sie bekannt sind, weiß ich nicht.

Herne Südpool (Schwimmbad)

Mein eigentliches Ziel war aber der Südpool. Nein. Im Gegensatz zum echten ist, dieser nass und recht warm. Gemeint ist ein Hallenbad. Ein sehr schönes, wie sich herausgestellt hat und wo ich sehr gerne wieder hinfahren würde. Es hat auch einen Außenbereich mit einem kleinem Schwimmerbecken und einer großen Liegewiese. Ich bin ein Fan von solch kleinen Hallenbädern. Ich war dort ca. zwei Stunden, habe meine Bahnen gezogen, etwas im Wasser herumgelegen (toter Mann) und den anderen schönen Frauen beim Schwimmen zu geschaut. Es zogen dunkle Wolken auf und ich dachte, ob ich jetzt fahren sollte oder es doch bleiben lassen sollte. Denn durch so einen Regenschauer wie gestern wollte ich nicht fahren, trotz Regenjacke. Am Samstag ist es möglich bis 17.30 Uhr dort zu schwimmen, wenn das Freibad offen hat, auch bis 20.00 Uhr.

Der Südpool bietet das Außenbecken noch bis zum 30.09. an. Mir war das schon seit einem Jahr bekannt. Andere Freibäder schließen pünktlich zum 31.08 (sehr leider).

Auf der Rückfahrt war ich noch in Wanne-Eickel, in der dortigen Fußgängerzone und am Heimatmuseum (Unser-Fritz Straße), wo auch einige alte Schienenfahrzeuge ausgestellt worden waren. Unser Fritz ist ein Name eines Stadtteils in Herne (im Westen der Stadt).

Es gibt neben dem Museum ein Waldstück. Ich habe mich da hingesetzt und das zweite Brötchen gegessen. Es kam eine junge Frau mit einem Hund, ging links an mir vorbei und kam später von der rechten Seite wieder. Dann ging sie noch einmal den gleichen Weg und kam wieder. Ich war mit dem Essen fertig (auch hier flog der Deckel der Wasserflasche zum zweiten Mal in einem hohen Bogen aus der Fassung) und wollte los. Da habe ich die Frau angesprochen, ob dieser Weg, den sie gegangen sei, nur so ein Rundkurs sei (oder ob es noch einen anderen Ausgang gäbe). Sie bejahrte es (Rundkurs).

Malakowturm mit meinem Fahrrad

In der Nachbarschaft steht noch ein alter verlassener und umzäunter Malakowturm von der ehemaligen Zeche „Unser Fritz“. Den wollte ich finden und fand ihn super schnell. Es gab auch einen Zugang von der Unser-Fritz Straße. Also bin ich hin. Parkte mein Rad erst ein einiger Entfernung, weil zuerst dachte, der Schotterweg würde in der Pampa enden.

Eine junge, aus meiner Sicht sehr attraktive Frau mit ihren Hund kam an mir vorbei. Sie grüßte mich, machte sich aber mit dem Hund aus dem Staub in einen Waldweg. Wie ich erst zu Hause gesehen hatte,  war dies auch ein Rundweg. Ich hätte nur warten müssen, um mit ihr vielleicht etwas zu reden. Ich hatte aber die Befürchtung, dass der Weg irgendwo in Herne Wanne aus käme und dass ich umsonst warten würde. Aber dass mich eine Frau jünger oder gleichaltrig anspricht, ist sehr selten. Ok, ich schaue manchmal etwas verbissen, vielleicht auch etwas traurig, aber das sollte kein Hindernis sein, mich kurz zu grüßen.

Über Gelsenkirchen Bismarck bin ich nach Gelsenkirchen Schalke gekommen. Ja, DAS Schalke. Genauer gesagt Kreuzung Uechtingstraße/Kurt-Schumacher Straße. Fans von Borussia Dortmund und RW Essen würde ich dort nicht so offen für diese Vereine werben, denn hier versammeln sich die Schalker Fans und pilgern zum Teil auch noch heute „Auf Schalke“. Hier sind die Schalker Kneipen und die Schalker Meile. Hieß die Haltestelle der Linie 302 sehr lange Uechtingstraße, heißt sie nun auch „Schalker Meile“.

Häuserbeschriftung der Schalker Meile in Gelsenkirchen Schalke

Unweit ist das zweite Schalke zu Hause, die legendäre Glück-Auf Kampfbahn. Das ist aber nicht das erste Stadion vom FC Schalke 04. Spielte hier sehr lange die Zweite Mannschaft vom FC Schalke 04, so spielt hier nur noch Teutonia Schalke (was mit dem FC Schalke nichts zu tun hat). Mein Vater sagte einmal, dass er mit meiner Mutter gegen den 1.FC Köln da war. 27.000 Zuschauer waren bei diesem Heimspiel der ersten.

Vom ehemaligen WDR-Reporter Werner Hansch stammte mal das folgende Statement während einer Talksendung (zu diesem Zeitpunkt gab es die Arena Auf Schalke noch nicht, sondern nur das Parkstadion mit einem Fassungsvermögen von 70.000 Zuschauern). Werner Hansch sagte, wenn ein Tor für Schalke fällt, der Wind kommt aus dem Osten, hört er den Torschrei bis nach Gladbeck. Das kann ich mir sehr gut vorstellen.

Mit meinem Vater und auch einem guten Freund (dachte ich jedenfalls) war ich auch des öfteren Auf Schalke, im Parkstadion, gegen Borussia Mönchengladbach und einmal gegen den 1. FC Nürnberg. Es war immer an diesen Tagen super heiß, man hat super viel geschwitzt, stand irgendwo hoch oben, aber die Atmosphäre war super klasse. Damals konnte man noch einfach zur Kasse gehen und sich spontan eine Karte für das Spiel kaufen, für die erste Liga.

Leider hat sich der Erstligafußball sich von diesen Prinzipien alle verabschiedet, zumindest im Herrenbereich.

Kurt-Schumacher Straße über die Berliner Brücke (da wurde selbst mein Vater einmal geblitzt, als er mit seinem ersten Auto drüber fuhr), Musiktheater, durch den Stadtgarten hindurch, südlich vom ehemaligen Revierpark Nienhausen, Essen-Katernberg/-Schonnebeck zurück nach Stoppenberg.

Wieder so ein langer Bereich. Wer weiß, ob das jemand alles so durchliest. Wahrscheinlich keiner. Aber mir fällt so viel ein, die Ausflüge sind wirklich Tagesausflüge und machen mit dem Fahrrad sehr großen Spaß. Man sieht so viel von der Umgebung. Nicht einmal mit dem ÖPNV konnte ich so viel verschiedenes sehen, mit dem Auto erst recht nicht.

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