Neues Rad

Nein, ein komplett neues Rad habe ich nicht (noch nicht). Ich musste mein Hinterrad wieder austauschen. Ich bin am Montag nach der Arbeit fast ohne Unterbrechungen das heißt wenn man die verschiedenen doofen Ampelschaltungen besonders in Ratingen absieht komplett von der Arbeit nach Hause gefahren.

Einerseits ist Ratingen eine schöne Fahrradstadt, aber andererseits wiederum total unüberlegt. Fährt man auf der rechten Straßenseite auf einen Radweg, auch auf der Straße, dann endet dieser plötzlich und man stellt nach 50 Meter fest, dass der Radweg auf der linken Seite (auf dem Bürgersteig) weitergeht. Mit Sicherheit wissen alle Ratinger wo es weiter geht, aber da die Stadt auch offen für andere Städter ist, und die wissen das nicht.

Besonders tückisch ist das auf der L139 (Mülheimer Straße), die die Ratinger Innenstadt am Blauen See mit Ratingen Breitscheid verbindet. Zeitweise können Autofahrer hier 100 km/h fahren (und ich wette, nicht einmal an diese Geschwindigkeit wollen sich manche daran halten).

An der Haltestelle Blauer See endet der Rad auf der rechten Seite und geht auf der linken weiter. Das tückische war, ich habe das mal wieder zu spät erkannt. Und das witzige ist, man kann nicht einfach rüber, denn die Stadt Ratingen hat die Fahrbahn mit Leitplanken versehen. Bis zum nächsten Feldweg, wo der Verkehr mal ausnahmsweise weniger wurde, bin ich rasch nach links gewechselt.

An der Anschlussstelle Breitscheid der A52 (B1 und B227) muss man als Radfahrer besonders viel Geduld haben. Die Ampel eigentlich für Fußgänger lassen einen sehr lange warten, bestimmt ca. 5 Minuten. Die Stadt auch brav alle 20 Meter eine Ampel hingestellt. Bei einer bin ich dann schließlich bei Rot drüber gefahren, weil mir die Warterei zu doof wurde.

Dann fährt man bis Selbeck (Richtung Norden) auf der Gegenseite (man hat auch keine Chance die Seite zu wechseln. Die B1 ist so dermaßen mit Autos überfüllt (wahrscheinlich fällt das keinem auf). Von Mülheim Saarner Kuppe bis nach Ratingen wäre ein eigener Radschnellweg von nöten. Aber wahrscheinlich will man das in Deutschland nicht, weil erstens es ist keine ehemalige Bahnlinie vorhanden (nur da darf man solche Wege bauen) und zweitens würde jeder Naturschützer das Herz stehen bleiben, wenn auch nur ein Grashalm für einen Radweg etwas angetan werden).

Ich bin von Selbeck schnurstracks die B1 befahren, weil der Fuß- und Radweg für meinen Geschmack zu wackelig ist. Bin dann schließlich auf B223 nach Schloss Broich abgebogen und durch die Mülheimer Innenstadt zum RS1 nach Essen gefahren. Die ca. 12 km auf dem RS1 sind inzwischen nichts für mich. Allerdings habe ich diesmal bis zur Hardenbergstraße eine leichte Steigung feststellen können.

Mir ist allerdings schon spätestens auf dem RS1 aufgefallen, dass mein Hinterrad nicht mehr so lief wie gewohnt. Später bei EDEKA in Stoppenberg stellte ich fest, dass wieder zwei Speichen gebrochen waren.

Nach der Arbeit bin ich am Dienstag wieder zu meinem Fahrradhändler gefahren und habe dort das komplette Hinterrad austauschen lassen plus Kassette und Kette. Kostenpunkt 99,20 Euro. Ich weiß Autofahrer werden jetzt denken: „Huch, wie teuer“. Klar eine Autoreparatur kostet locker das Doppelte bis dreifache, aber das ist dann wieder super billig. Komische verdrehte Welt.

Ich habe das Rad am Mittwoch wiederbekommen. Bei LuckyBike, wo ich vorher war, hätte ich 2 bis 3 Wochen warten müssen. Das war mir wirklich zu doof. LuckyBike ist mir daher als Reparaturwerkstatt und als Teilezulieferer gestorben.

Gestern und heute bin ich dann wieder auf dem normalen Weg zur Arbeit gefahren. Das heißt bis zum Hauptbahnhof (Essen) mit dem Rad und dann mit dem Zug nach Düsseldorf Flughafen. Allerdings bin ich morgens dann schon um 5.47 Uhr mit dem RE11 gefahren. Der ist noch leer. Der RE 1 um 6.09 Uhr ab Essen HBF ist mir schon fast zu voll. Zumal die Baureihe BR425 auf dem RE11 noch mehr verteilten Platz bietet als die Doppelstockwagen (meist geschoben von einer BR 146), wo man nur ein Fahrradabteil hat, das man noch hart gegenüber Leute mit ihren Reisekoffern verteidigen müssen. Solche Leute meinen, dass das Abteil (was ein Fahrrad-, Rollstuhl und Kinderwagensymbol aufweist), nur für sie mit den Koffern bestimmt sei. Das sei so ein natürliches Recht. Der doofe Rad-, Rollstuhl- und Kinderwagenfahrer, für dieses Abteil ist, hätten dort keine Rechte.

Einmal hatte ich einen Reisezugbegleiter erlebt, wie er völlig zurecht jemanden mit Koffern aus dem Abteil verwies. Der mit den Koffern hat sich auch noch sehr rebellisch verhalten, indem er das nicht einsehen wollte. Erst als der Schaffner ihm mehrmals mit der Polizei drohte, ist er weiter hinten in den Zug gegangen.

Uneinsichtige Idioten gibt es leider immer. Unsereins hat ein winziges Abteil, wo wir uns knüppeln müssen, während der normale Reisende vier oder fünf Wagons für sich hat.

Die nächsten zwei Wochen habe ich Spätschicht. Da wird es wohl einen Vormittag geben, der mal trocken ist, wo ich dann mal den umgekehrten Weg von mir zu Hause dann zur Arbeit fahren möchte.

Seit heute Nachmittag schüttet es in Kübeln hier im Ruhrgebiet (aber das meteorologisch unbedeutend ist, wichtiger ist ja Berlin und Bayern) und das ganze soll noch bis morgen Nachmittag anhalten und trotzdem wird man wieder Flecken in Deutschland finden, wo es bislang noch nicht geregnet hat und dann uns einen vor jammern, wie staubtrocken der September schon gewesen sei.

Auch wenn der Sommer bei uns in Westdeutschland wieder sehr bescheiden war, wird man uns erzählen, wie staubtrocken er dieser war und er war natürlich wieder einmal viel zu warm. Die üblichen Märchen, die man uns weismachen möchte.

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