Nahtour durch Essen Karnap und Gelsenkirchen Horst

Schon der zweite sonnige Tag in Folge. So etwas muss man ausnutzen und ich war auch heute wieder unterwegs, aber diesmal keine große Tour, sondern alles im Nahbereich, Essen-Karnap, Gelsenkirchen Horst.

Aber es ist schon erstaunlich, was man sonst alles nicht sehen kann, wenn ich zum Beispiel mit dem Auto unterwegs gewesen wäre.

Losgefahren bin ich wieder über den Nordsternweg von der Gelsenkirchener Straße bei Zollverein nach zur Stadtgrenze Gelsenkirchen / Essen-Karnap. An der Emscher bin ich langsam entlang. Der Weg unterquert auch die Karnaper Str. (L448) und man kommt an der Obringer Voerde in Karnap aus. Über Walderney, Spanierwehr und Gravelottestraße bin ich zur Berswortschanze vorgedrungen. Ein Blick in die Straße ergab: Es hat sich völlig verändert, seit dem ich das letzte Mal dort war. In der Berswortschanze 20 wohnte damals meine Mutter und natürlich auch meine Oma. Die Straße vollzog hier eine Linkskurve und neben dem Haus standen viele Bäume und so einbißchen Wildnis. So kannte ich das, noch als meine Oma (Mia, Maria Goldberg) im Jahre 1986 starb. Heute stehen auf der früheren Wildnis, viele Häuser, hübsch, aber den damaligen Zustand fand ich besser.

In unmittelbarer Nachbarschaft steht das Müllheizkraftwerk von RWE. Hier hat mein Opa (den ich nie kannte, weil er 1977 beim Einstieg in die Straßenbahn einen Herzinfarkt erlitt, und auf dem Weg ins Krankenhaus verstarb; ich bin Jahrgang 1978) im Kraftwerk gearbeitet.

Matthias-Stinnes Stadion in Essen Karnap

Bis zum ehemaligen Matthias Stinnes-Stadion, was mal ca. 18.000 Zuschauern Platz bot, habe ich das Rad geschoben, weil ich einige Trampelpfade gegangen bin. Hier fand auch unter dem DFB-Verbot das erste Frauenländerspiel statt. Viele Mannschaften spielten hier, die Zweitvertretung von RW Essen, der Bader SV und die TSG Karnap 07. Seit 2015 wurde es für die Unterbringung von Flüchtlingen verwendet und umgebaut. Nach dem Abbau der Zelte ist das Matthias-Stinnes Stadion wieder leer und kann für Fußballspiele in diesem Zustand nicht mehr benutzt werden. Schade, denn es hat in Essen große Tradition und vielleicht baut man es noch einmal wieder um.

Ich bin dann von der Arenbergstraße auf eine Bahntrasse mit der festen Absicht zum Bottrop Tetraeder gewesen zu fahren, aber dem war nicht so. Auf der Brücke der Emschertalbahn hatte ich von weitem ein grünes Signal gewesen, was bedeutet, dass in einem kurzem Zeitraum ein Zug vorbei fahren würde. Ich habe auch nicht so lange warten müssen bis einer kam. Von der Brücke aus sieht man in westlicher Richtung die Kokerei Prosper (dahinter liegt noch die aktive Zeche Prosper).

Irrtümlich gedacht, ich wäre in Bottrop ausgekommen, war ich doch in Gladbeck Brauck. Zuerst wusste ich nicht so recht, wo ich war, aber da der Tetraeder-Besuch nicht so wichtig war, bin ich frei nach Schnauze weiter Richtung Osten geradelt und kam zur Endhaltestelle der Linie 301 an der Essener Straße in Gelsenkirchen Horst aus. Vorbei am Schloss Horst und dem Hallenbad Horst bin ich in die Buererstraße abgebogen. Hier im St. Josef Krankenhaus ist meine Oma väterlichseits im Jahre 1989 an den Folgen eines Gehirntumors verstorben.

Weiter ging es Richtung Osten und ich bin an den Ruhr Oel-Werken Gelsenkirchen Horst vorbei gekommen. Heute ist das ein Teil von BP. Hier sieht man noch viele alte Zechenhäuser stehen. Sie sind zwar alle von außen renoviert worden, aber die Charakterzüge haben sie immer noch. Ich bin dann wieder am Hallenbad Horst ausgekommen und bin wieder nach Horst Zentrum Süd (wenn man so will) gefahren.

Eigentlich wollte ich die Industriestraße 77 besuchen, wo ein anderer Teil der Goldberg-Verwandtschaft wohnte (Willi und Edith Goldberg), aber ich wusste es nicht mehr genau, wo sich die Straße befand. Beim nächsten Mal mache ich es besser.

Ja, ein Navigationsgerät wäre gut gewesen, aber ohne habe ich speziell an solchen Tagen immer das wunderbare Gefühl, dass man unerwartet neues kennenlernen kann.

Ich bin wieder bewusst nach Essen Karnap gefahren, um auf den dortigen Friedhof nach der Verwandtschaft zu suchen. Die Ahnewinkelstraße am Friedhofeingang sieht immer noch so aus, wie in meiner Kindheit. Das Grab vom im zweiten Weltkrieg gefallenen Gustav Goldberg habe ich noch gefunden, die anderen Gräber, die wir damals aufgelassen haben, sind natürlich nicht mehr da, aber ich weiß noch die ungefähre Position. Neben Oma Mia liegt hier auch Tante Ani und Onkel Heini (Heinrich), so wie meine Ur-Ur Oma (also die Ticktack-Oma) begraben. Als Fahrradfahrer ist die Sicht der kleinen verwinkelten Straßen in diesem Teil Karnaps natürlich etwas ungewohnt.

Nordsternpark in Gelsenkirchen Horst

Zum Abschluss war ich mal wieder im Nordsternpark, der ehemalige Zeche Nordstern. Es zieht mich immer wieder dahin, obwohl der Park eher unbedeutend ist. Er ist zwar sehr groß, sehr weitläufig, hat aber nur eine kleine Gastronomie und hat mit Ausnahme des Amphitheater auch sonst keine besonderen Attraktionen. Auch ein Museum ist nicht vorhanden oder eine besondere regentaugliche Dauerausstellung im Freien. Am sogenannten Europator bin ich über den Ausgang Eggemannstraße wieder Richtung Essen-Katernberg gefahren und über den Nordsternweg zurück nach Stoppenberg.

Ich trug meine gestrige 3/4 schwarze Sporttight, darüber eine kurze schwarze Hose und die ganze Zeit mein blaues Sportshirt. Es war die ganze Zeit über doch recht frisch, denn es zogen immer wieder mal etwas dunklere Wolken auf. Wird Zeit, dass ich mich nach längeren Hosen Ausschau halte. Diese Woche ist das wegen der erneuten Spätschicht nicht möglich. Daher muss ich das auf den nächsten Samstag vertagen.

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Sonniges Wetter in der Landeshauptstadt

Bevor es in die Landeshauptstadt von NRW ging stand als Pflichttermin der Frisörbesuch bei mir an. Meine Kopfbehaarung war schon ins Unendliche gewachsen, dass es selbst mir nicht mehr schön war. Darum bin ich so gegen 9 Uhr am heutigen Samstag morgen mit dem Rad erst einmal nach Altendorf gefahren, dort wo ich mal gewohnt hatte.

Danach war ich noch kurz in der Stadtbibliothek, um zwei Bücher zurück zugeben und ich bin doch mit dem Zug um 10.21 Uhr ab Essen HBF nach Düsseldorf gefahren. Eigentlich hätte ich den RE1 um 10.09 Uhr noch nehmen können, der 10 Minuten Verspätung hatte, aber der war mir zu voll.

Ich schob da mein Rad über den Bahnsteig und eine Frau, die mit einer Frauengruppe und ihren Rädern beäugte mich nett. Sie trug auch (ich auch wieder) diese 3/4 enge schwarze Hose, eine kurze schwarze Hose darüber (wie ich das auch manchmal mache, manchmal muss man auch als Mann gut kleidungstechnisch kombinieren können). Leider stieg sie mit ihren Freundinnen in den vorausfahrenen RE1 ein. In einem Augenwinkel sah ich, dass das Fahrradabteil vom dem RE1 wieder typischerweise am Samstag pickpackevoll war. Das tue ich mir nicht an, nicht am Samstag und auch nicht, wenn ich vorher nett von dieser blond haarigen Frau beäugt wurde. Ich bin mit dem RE2 gefahren. Witzigerweise war der gleiche Zugbegleiter im Zug, der auch meistens mit dem RE2 um 20.13 Uhr ab Düsseldorf Flughafen Richtung Münster/Westfalen mitfährt. Beim letzten Mal, vorgestern, hatte ich ihm noch einen schönen Abend gewünscht.

Ich hatte das gesagt, weil ich das doch blöd finde, man sieht sich jeden Abend im Zug und in der späten Stunde kann man das schon sagen. Heute fragte ich ihn, als er meine Fahrkarte kontrolliert hatte, ob er eine andere Schicht hätte, als sonst üblich? Er sagte, dass er die Abendschicht gerne machen würde. Als Zugbegleiter würde man auch schon um 4.00 Uhr morgens anfangen. Das ist arg früh.

Rheinpromenade in Düsseldorf

Bis Düsseldorf HBF bin ich mit dem Zug gefahren und schließlich über den Graf-Adolf-Platz zum Rhein. Ich glaube, ich war heute das allererste Mal in meinem Leben in der Düsseldorfer Innenstadt mit einem/meinem Rad. Gewiss Düsseldorf ist schön, sehr schön, aber da shoppen zu gehen, fällt mir immer schwer. Es ist mir einfach zu voll.

Rheinbad in Düsseldorf

Mein anderes Ziel war das Rheinbad, an der Esprit Arena von Fortuna Düsseldorf. Über die vielen kleineren und größeren Straßen bin ich bis zum Messegelände gekommen. Das altgriechische Labyrinth ist noch einfacher zu verstehen. Ich bin von der Rotterdamer Straße den Schildern für Autofahrern „Rheinbad“ gefolgt, bis zur Anschlussstelle der A44 wo dann für Autofahrer links ging, aber für Fahrrad verboten war zu fahren. Schließlich bin ich bis zu den Messehallen gekommen, habe noch einen „Pförtner“ gefragt, der hatte es mir auch erklärt, aber ich musste noch einen anderen „Pförtner“ fragen, bis ich endlich am Rheinbad ankam.

Heute war auch noch Hundeschwimmen. Alle Freibäder machen bis sie das Wasser ablassen noch ein Hundeschwimmen im Freibad. Manche Freibäder machen auch Klamotten baden (was mir eigentlich lieber wäre), aber Hundeschwimmen ist nun mal der ganz große Renner zurzeit.

So bin ich mit den normalen Schwimmklamotten im ganz normalen Hallenbad des Rheinbads schwimmen gewesen. Das Bad hat sogar ein 50 Meter Becken. Ich war bislang in so vielen Hallenbädern außerhalb von Essen. Mir hat bislang jedes noch besser gefallen, als die Essener wo ich früher war. Auch dieses hier war sehr schön und auch nicht überlaufen. Die Essener Bäder sind immer so eng, überlaufen und einfach nicht schön. Egal wie gut sie renoviert haben.

Jüngere Frauen von einer Schwimmschule, die in einem Neopren Shorty gekleidet waren, brachten Kinder das Schwimmen bei. Witzigerweise war der Rückenbereich bei einer dieser jungen Frauen nicht ganz zu gedeckt. Diese Shorts haben einen Reißverschluss der mit einer langen Kordel behangen ist, so dass man sich den auch selber zumachen kann. Ob sie das so mit Absicht gemacht hat oder sie selber und die anderen das nicht bemerkt hatten, weiß ich nicht. So ein Neopren Shorty würde mir auch sehr gut gefallen, aber bislang konnte ich mich nicht dazu überreden, auch so ein Teil zu kaufen. Aber bei meiner Jammer-Badehose, die ich heute immer sehr sehr gerne trage und die mir sowas ans Herz gewachsen ist, hatte ich mich auch anfangs schwer getan, diese zu kaufen.

Skeptiker werden jetzt wieder entgegen, dass die alte klassische Badehose auch gut täte, warum wiederum eine neue und warum so etwas. Dann wird mal wieder etwas in Verbindung gebracht, was nur zum Teil stimmt, vielleicht auch nur sich vor dem Neuem zu bewahren.

Das Bad hat auch ein Außenbecken (und ist eigentlich so vom Typus ein ganz normales Hallenbad und wird nicht als Freizeitbad deklariert). Dieses Außenbecken war gut temperiert und abgetrennt vom Freibadteil, wo sich jetzt die Hunde vergnügten. Ein gefühlter Test der Wassertemperatur mit einer Hand von diesem „Hundebecken“ ergab, dass diese wohl bei unter 20 Grad gelegen haben muss. Es war deutlich kühler als das Außenbecken wo ich drin war.

4,60 Euro kostet der Eintritt für Erwachsene, aber durch das Außenbecken, das laut Homepage das ganze Jahr angeboten wird, und dem 50 Meter Becken und dem normalen 25 Meter Becken mit einem kleinen Becken, das einen Hubboden hatte, denke ich, ist der Preis akzeptabel. Hallenbäder für unter 4 Euro gibt es sowieso in NRW wohl nur ganz wenige.

Würde ich wiederkommen? Ich denke schon, aber am wahrscheinlichsten ist, dass ich das nach meiner Frühschicht machen würde.

Auf dem Rückweg bin ich an Düsseldorf Unterrath vorbeigekommen und dann knapp den ISS Dome (auch der Spielort der Düsseldorfer EG (Eishockey)). Hier wird derzeit an einer neuen Stadtbahnverbindung (oberirdisch) gearbeitet. Ich bin aber „Am Hülserhof/Broicherstraße nach Ratingen abgebogen und dann schließlich in die Volkardeyer Straße. Ich wollte noch in die Ratinger Geschäfte in der Ratinger Innenstadt, aber die waren am späten Nachmittag schon fast alle zu und die Gastronomiebetriebe rund um den St. Peter und Paul Dom waren restlos belegt. Es war ja auch super sonnig und doch sehr warm geworden. Zu dieser Uhrzeit trug ich nur noch ein T-Shirt und meine 3/4 Hose. Das dicke Langarmshirt von heute morgen, hatte ich in die Fahrradtasche gesteckt, wo auch noch die orange Regenjacke drin war. Ich war mir nicht so ganz sicher mit dem Wetter.

Über den Ratinger S-Bahnhof bin ich dann wieder nach Hause gefahren (S-Bahn bis Essen HBF) und bin noch bei REWE bei mir in Stoppenberg gewesen. Vom Kassenpersonal war mir sofort jemand aufgefallen, als ich reingekommen bin. Ich habe mich auch dann bewusst an diese Kasse angestellt und keine Ahnung; ich war in guter Laune und sie auch und wir beide strahlten um die Wette uns an.

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Nur noch wenige Tage

Die Zeit naht, alles hat mal ein Ende. Auch technische Apparaturen müssen mal Lebewohl sagen.

Nur noch wenige Tage bis Cassini in die Saturn-Atmosphäre absichtlich verglühen wird. Fast keine andere Mission ist mir so nahe gestanden wie diese. Nur noch Spirit und Opportunity, die beiden kleinen Roverfahrzeuge auf dem Mars haben mich in ihren unermüdlichen Lebenerhaltungsgeist genauso fasziniert.

Noch schwebt sie durch das Saturn-System. Sie ist momentan noch 1,2 Millionen km von ihrem Grab, der Saturnatmosphäre entfernt. Die Distanz ist wird laufend kleiner. Die Geschwindigkeit nimmt aufgrund der Gravitation des Saturns stetig zu.

Heute werden die letzten Bilder von ihrem letzten Vorbeiflug am Titan, dem einzigen Mond im Sonnensystem mit einer dichten Methan (CH4) und Ethan (C2H6)-Atmosphäre, einem Durchmesser von 5.150 km, wohl bei uns ankommen.

Was nach Cassini kommen wird, ist ungewiss. Mir sind keine neuen Saturn-Missionen bekannt. Klar, es wird einige Durchflüge durch das Saturn-System geben, eine dauerhafte Mission im System vom Herrn der Ringe wird in absehbarer Zeit nicht geben.

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Hallenbad-, Museums-, Regenjackenwetter / Gedanken zum Montag

Der Tag hat schon wieder mit Regen begonnen (was sonst). Klar war das gestern nur eine Regenpause (zum Glück an einem Tag am Wochenende). Ab heute bekommen alle Blumen und Bäume wieder genügend Wasser, damit sie wunderbar gedeihen können, was auch bedeutet, dass die Pflanzen, was wir als Unkraut nicht würdevoll bezeichnen auch durch alle Ritzen von unseren Wegen hervorkrabbelt.

Jeder Hobbygärtner freut sich doch tierisch, macht nicht enden wollende Jubeltänze. Er kann jetzt jeden Tag tanzen, denn der Regen wird uns bis mindestens Donnerstag am ganzen Tag treu bleiben und womöglich auch noch in der Nacht. Natürlich wird das auch die Bauern freuen. Endlich kommt der lang ersehnte Regen. In Deutschland ist doch der Regen immer eine sehr positive Naturkonstante, die Sonne ist hässlich, vor allem die ganzen Menschen, die draußen sitzen und lachen und die Anwohner bei ihrem Schlaf stören, müssen jetzt ins Gebäude.

Meine Regenjacke

Für das Fahrrad fahren hatte ich mir in der letzten Woche eine Regenjacke gekauft. Ich hatte mir auch mal einen Regenponcho anprobiert, aber den fand ich doch einwenig albern. Nee, da muss als Hose etwas anderes her. Eine Jeanshose kommt nicht in Betracht. Temperaturmäßig kann man sich noch mit der Sportkleidung begnügen und dann auf der Arbeit die Jeanshose drüber anziehen (was ich bislang immer gemacht habe), aber auf Dauer für die kühleren Monate brauche ich etwas anderes. Ob ich mal in der Wanderabteilung der Sportgeschäfte nachschauen soll? Da müssten doch wasserabweisende Hosen vorhanden sein und wenn ich dann eine oder zwei für das Stück 100 Euro bezahle ist, ist auch gut, aber dann müssen sie ihre Funktion auch gerecht werden. Am liebsten hätte ich auch eine helle wasserabweisende Jacke.

Das Fahrradfahren verlangt andere Kleidungsarten als der Otto-Normalbürger, der sich morgens ins Auto oder in die öffentlichen Verkehrsmittel setzt. Ich finde es auch gut, denn dann verändert sich auch die Kleidungsstile und man bleibt nicht ewig bei der Jeanshose sitzen. Ja, die Jeans als Hose ist noch akzeptabel aber als Jacke oder Shorts oder sonst was fand ich sie immer ätzend. Nein, die Buntfaltenhose ist genauso ätzend.

Die Hose muss auch rissfest sein, was man meinen Jeanshosen nicht behaupten kann. Diese Hose sollte auch nicht zu schwer sein, denn das ist der entscheidende Nachteil der Jeans beim Fahrradfahren. Ich schaue schon emsig, seit Wochen durch die verschiedenen Sportgeschäfte. Nein, im normalen Hosen-/ Bekleidungsladen wird man so etwas nicht finden. Da findet man Kleidung nur Nicht-Radfahrer.

Wahrscheinlich ist auch das der Hauptgrund warum für viele Menschen, das Radfahren in der ungemütlichen Jahreszeiten endet, weil es keine richtige passende Kleidung dafür gibt. Gäbe es passende Kleidung, wären Pfützen, kleine Regeneinlagen, Kälte auch kein Hindernisgrund auch im Herbst/Winter das Rad regelmäßig zu benutzen.

In Kopenhagen sollen die Radwege als erstes vom Schnee geräumt werden und dann die Autofahrstraßen. Das ist in Deutschland undenkbar und vor allem in Essen. Hier hat die EBE das Personal soweit auf das äußerste Minimum reduziert; da funktioniert nicht einmal der normale Winterdienst auf den Straßen nicht. Das Personal ist restlos überfordert, wenn es schneit. Radwege werden erst mit der Schneeschmelze geräumt, das heißt: man wartet bis der Schnee da geschmolzen ist, aber Radfahren in Essen ist sowieso nur etwas für Spinner wie mich; den Ausbau von Radwegen hat man auf Jahre gestrichen, komplett gestrichen und in anderen Ruhrgebietsstädten sieht es ähnlich aus. Bei meinen Fahrten stelle ich allerdings fest, dass alleine Essen, Gelsenkirchen und Mülheim die allerschlechtesten Netze haben. Bochum und Herne schnitten bei meinen Fahrten erfreulich gut ab. Ist immer noch schlecht, aber besser als Essen, Gelsenkirchen und Mülheim.

Alle Radwege in Essen (wenn man vom RS1 absieht) haben noch den gleichen Zustand (Backwinkelstraße mal abgesehen, aber der ist nicht benutzungspflichtig) wie in meiner Kindheit vor 20 bis 25 Jahren. Seitdem hat die Stadt nichts mehr daran gemacht. Daran ist nicht nur Herr Kufen, Paß oder Herr Reiniger (aktueller, und ehemalige Oberbürgermeister) Schuld, sondern noch deren Vorgänger. Mich wundert, dass Essen nicht jedes Mal seit 1991 die Rostige Speiche bekommt. Das ist der Preis für das schlechteste Netz, was eine Stadt zu bieten hat. 1991 hatte Essen diesen Preis erhalten. Ich vermute darauf ist man immer noch sehr stolz, denn man ruht sich immer noch sehr aus.

Denn nicht nur die Radwegeinfrastruktur ist hinüber, auch die andere. Ich weiß, Essen ist bettelarm, man hat sich jahrzehntelang auf die Dividende von der RWE AG verlassen. Aber als dort das Geld noch mehr sprudelte, hat man nichts besonderes macht, außer für RWE (Rot-Weiß Essen, nicht für die RWE AG) ein neues Stadion zu bauen. Ja, da spielt auch die SG Essen-Schönebeck (1. Liga Frauen, Fußball), aber auch nur weil man sich überreden ließ, dorthin zu wechseln. Die Sportanlage Am Hallo in Stoppenberg ist auch bei dem heutigen Zuschauerschnitt von 1.100 Zuschauern immer noch ausreichend (Fassungsvermögen hat die Sportanlage am Hauptplatz von 3.700 Zuschauern).

Der Verein spielt immer die Nachwuchskarte aus. So spielt auch die erste Mannschaft. Erst hoffnungsvoll gut in der Hinrunde und in der Rückrunde, wenn sie genügend Punkte gemacht haben, dann wissen sie nicht mehr wie sie vorher gespielt haben. Nachwuchsförderung ist gut, aber wenn man diese Karte zu lange ausspielt, von Seiten des Vorstands, dann wird sich auch langweilig. Dann hat man die junge Spielerin aus xxx geholt, die hat so unglaubliches Talent und die passt so gut ins Team und blablabla. Und nicht nur eine, sondern gleich drei oder vier oder man hievte eine Spielerin von der A-Jugend direkt in die erste Mannschaft (andere müssen sich erst einmal durch die zweite Mannschaft ihr Können beweisen und auch reifen, ehe sie dann vielleicht in die Erste geholt wurden).  Jetzt hat man endlich nach 4 oder 5 Jahren erfahrende Spielerinnen geholt. Das wurde auch endlich Zeit.

Ich wäre für einen Umzug zum Hallo. Vielleicht hätte man dann für das Geld für das man die Stadionnutzung an der Hafenstraße ausgegeben hat, einen besseren Kader zusammenstellen können und auch Stimmungsmäßig (also von den Zuschauern) passt der Hallo immer noch sehr gut. Alle anderen Mannschaften in der 1. Liga bis auf Frankfurt und Potsdam spielen in ähnlichen Stadien, wie das der Hallo.

Na ja, einige Gedanken zum Montag von mir.

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Herne – das dritte Mal

War ich früher nur alle Jubeljahre in Herne, so bin ich seit meinem Urlaub schon das dritte Mal dort. Für mich war Herne bislang unbedeutend. Aber wenn man etwas entdeckt hat, dann möchte man es nicht mehr loslassen.

Nee, leider kenne ich niemand aus Herne persönlich, also weiblich persönlich und so. Das Fahrrad fahren muss ich auch sagen, hat die Umgebung noch einmal persönlicher gemacht. Irgendwie schätze ich das total mehr, das Entdecken von nahen Sachen.

Grund nach Herne zu fahren, war wieder der Südpool, das Hallenbad an der Bergstraße. An diesem Morgen habe ich mich wieder normal angezogen und es kommt auch leider schon die Zeit, wo man sich dicker am Oberkörper anziehen muss. Ich bin am Oberkörper kälter empfindlicher als an den Beinen. Eine 3/4 Hose kann ich noch bis Ende Oktober anziehen, vielleicht in diesem Jahr auch noch etwas länger (bei günstigen Verhältnissen).

Um 9.15 Uhr bin ich dann von hier los gefahren, wieder über die übliche Route Manderscheidtstraße, Langemarckstraße, Bonifaciusstraße bis zum Radweg der Kray Wanner Bahn. Man durchquert wirklich sehr schnell Gelsenkirchen und schon war bei der Ausfahrt „Am Luftschacht“, der sich noch in Gelsenkirchen Ückendorf befindet.

Hier bin ich auf die Bergmannstraße (K8) und dann über den Kreisverkehr in die Hofstraße abgebogen. Die folgt man bis zur Westfalenstraße, biegt erst links ab und dann rechts auf die Edmund-Weber-Straße und überquert Röhlinghausen Markt, um dann so halb schräg links auf die Burgstraße abzubiegen. Bis zur Hauptstraße bin ich die diesmal gefolgt und auf die Friedgrasstraße und Heisterkamp abgebogen. Über die Königstraße bin ich wieder auf die Holsterhauser Straße gelangt und bin die bis Südstraße gefolgt. Die gesamte Südstraße, die die A43 dann schließlich unterquert bin ich auf die ehemalige B51, heutige L551, bei Hornbach gelangt. Querfeldein über die Straßen Berninghausstraße, Ewaldstraße, Straße am Bohrhammer, Flottmannstraße, Anna-Luise-Straße und Jean-Vogelstraße war meine Endstation dann der Südpool in Herne Altenhöfen.

Fahrtdauer betrug ungefähr 1 Stunde und 25 Minuten. Auch der Freibadteil war noch geöffnet, so dass ich nach dem Ausziehen und dem Duschen direkt zum Freibadteil ging. Draußen schwimmen ist doch das größte und im etwas kühleren Wasser als drinnen war es immer noch sehr angenehm. Vor einer Woche war das bei bedeckten Himmel gefühlt noch kühler. Ich war auch nicht alleine im Becken.

Im Gegensatz zu so vielen anderen Bädern in Essen hatte ich diesmal nicht das Gefühl, das kleine Bad sei voll. Besonders im Schwimmzentrum Rüttenscheid, was ich gerne am Sonntag meide, ist immer voll. Schwimmen macht da auch keinen Spaß, vor allem weil man nicht ruhig schwimmen kann. Entweder habe ich den Möchtegern Michel Phelps im Rücken oder ich muss den zwei oder drei Damen, die nebeneinander quatschend schwimmen wollen. Hier im Bad geht es wirklich ruhig zu. Das Schwimmbad erinnert mich einwenig an das vom Urlaub, aus Delfzijl, als ich an dem Abend damals in einem Becken schwamm, das zwar voll war, aber nicht diese Hektik hat, wie so manche Bäder hier in Essen. In Rüttenscheid habe ich meist die Möchtegern-Athleten im Rücken, in den übrigen Bädern bin ich der Schnellere, weil sich dort nur die Alt-Herren und Alt-Damen nebeneinander ihre Bahnen absolvieren, was auch sehr nervig ist.

Natürlich das Schwimmbad ist äußerst schlicht und nicht voll, aber auch nicht leer. Dass das Bad auf Google Maps nur eine Durchschnittsbenotung von 3,8 erhält, verstehe ich bislang noch nicht.

Ich bin doch recht flugs wieder gefahren, weil der Wind auffrischte und im Außenbecken es doch frischer wurde, frischer als noch am Anfang.

Bis 30.09. ist das Freibad dort noch geöffnet. Vielleicht fahre ich dorthin noch einmal, vielleicht auch nicht mehr. Ich weiß es noch nicht.

Eickel Markt mit der Buslinie 390 nach Bochum-Dahlhausen

Auf der Rückfahrt bin ich noch etwas in Herne Eickel gewesen, besonders der Markt und die Kirche hatte es mir angetan. Anfangs trug ich nur das T-Shirt aber der Wind kühlte mich zu sehr ab, so dass ich doch wieder das dickere Langarmshirt überzog.

Johanneskirche in Herne Eickel

Herne Eickel Markt ist eine wunderbare Gegend mit seinen Geschäften und der Johnneskirche, die im neugotischen Stil gebaut worden ist. Gegenüber der Kirche befindet sich eine Bäckerei, wo ich mir noch schnell zwei Rosinenbrötchen gekauft habe.

Ausnahmsweise bin ich diesmal den gleichen Weg zurück gefahren, wie auf dem Hinweg, außer dass ich in Essen noch den „Umweg“ über Schonnebeck gemacht habe.  Die Bonifaciusstraße hoch zu fahren, das tue ich mir dem Rad nicht an. Das ist mir doch zu steil. Witzigerweise hatte mich in Gelsenkirchen ein Pärchen auf der Kray-Wanner Bahn überholt, das ich vor kurz vor Kray überholte. Genau dieses Pärchen hat mich auf der Hallostraße überholt. Um da hin zu kommen, muss man etwas oft abbiegen und die Wahrscheinlichkeit, dass dies jemand macht, ist äußerst gering. Später habe ich die Frau eingeholt und klebte etwas an ihrem Hinterrad, während der Freund weiter vorne herfuhr.

Es wurde doch zu keiner großen Tour wie die Wochen zuvor, weil ich eine aufkommende Müdigkeit verspürte und weil mir die dicken und kompakten Wolken doch kein richtig schönes Wetter versprachen, obwohl es bislang 16.10 Uhr immer noch trocken ist.

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