Einfach nur noch müde

9. September 2021 Aus Von elsenorweb

Nicht einmal eine Woche nach meinem Urlaub bin ich einfach nur noch müde. Die zwei Wochen Urlaub haben keine Entspannung gebracht. Eigentlich nur die erste Woche, in der zweiten Woche musste ich jeden Tag an die Arbeit denken – nein nicht positiv.

Es hat sich auch bewahrheitet. Ich schaffe das einfach nicht mehr. Mit meinen 43 Jahren müsste ich doch total im Saft stehen, aber ich schaffe IT-Support nicht mehr. Meine jetzige Stelle bringt mich nur noch um. Ich habe mich total verändert. Der so fröhliche Mann, dem eigentlich nicht so viele anhaben konnte, reagiert auf jede Sache nur noch allergisch. Ich weiß nicht, wie oft ich schon nach der Arbeit über den Stress geheult habe. Aber das hilft es ja nicht mehr. Der Stress geht jeden Tag weiter.

Wenn zwei Wochen Urlaub zu kurz sind, dann sind zwei Tage Wochenende erst recht zu kurz.

Keine Ahnung wie oft wegen der Arbeit – nach der Arbeit oder so unaufmerksam war und fast vors Auto gefahren wäre. Kein Scherz. Es kam schon desöfteren vor.

Wegen der vielen Anrufe trinke ich auch sehr wenig, was für mich als ehemaliger zweifach Thrombose-Patient überhaupt nicht gut ist. Aber wenn ich trinke, muss ich auf die Toilette, was bei den Vorgesetzten überhaupt nicht gut an kommt, wenn man nicht am Platz ist und Anrufe entgegennimmt. Die SLA ist bedeutend wichtiger als die Gesundheit eines Mitarbeiters. Letzteres ist nur ein ganz größer Störfaktor in der Kalkulation.

Keine Ahnung wie viele Kugelschreiber ich schon zerbrochen habe, auch die eine oder andere Haarbürste musste schon daran glauben, wie auch mal meine Apple-Ohrhörer (die ich für rund 20 Euro nachkaufen musste).

Ich schlafe nicht mehr durch. Von Montag bis heute Nacht bin ich bis auf eine Nacht mehrfach aufgewacht – nicht nur wegen Toilette.

Dann wollte ich heute mal nach Wesel an den Auesee (ich weiß, es wurden Gewitter angesagt), aber ich habe es nicht geschafft.

Ich war in Oberhausen und der RE5 nach Wesel ist um 15.36 Uhr ausgefallen. Der nachfolgende RE19 hatte 5 Minuten Verspätung und der fuhr statt in Doppeltraktion nur in Einfachtraktion, also nur ein Triebwagen. Dieser Triebwagen war wegen dem ausgefallenen RE5 nun dreifach so voll, so dass man als Radfahrer nicht mehr rein konnte. Also mit dem See wurde es wieder nichts. Aber egal. Ich kann auch mal auf etwas verzichten. Es ist auch nicht so wichtig. Vielleicht schaffe ich es mal am Sonntag um 4 Uhr morgens, vielleicht fährt ja dann mal ein Zug.

Was ich bräuchte, wären 1 bis 2 Monate Pause und danach was komplett Neues und nicht wieder zurück in den jetzigen Job. Ich kann immer nur von mir sprechen, wie ich mich fühle.

Ich möchte wieder eine Tätigkeit, auch in Selbstständigkeit, machen, die mir Spaß macht, die mich positiv erfüllt. Nein, sie kann auch mal stressvoll sein. Das ist ja nicht das Problem. Das Problem ist das was ich jetzt seit 7 Monaten praktisch ohne Pause erlebe.