Die neue Medienwelt auf YouTube.
Ich staune in den letzten Wochen und Monaten und Jahren über so viele Privatmenschen, die sich auf einmal das alles so genau wissen. In Zeiten der Schwäche der etablierten Medienlandschaft und einer schwachen Politik ist es wohl einfach, solche Kanäle zu betreiben. Meistens sind es auch Kanäle von Leuten, die meist als Aktienversteher, Goldversteher angefangen haben und sich zum Meinungskanal konvertiert haben. Ja, eigentlich ging es um die Sache der Vermietens, wie kauft man Immobilien oder Aktien oder sonst was. Dann sind sie umgeschwenkt haben und sind zu Meinungskanälen geworden.
Auch wenn sie jetzt ihren Kanal umgebaut haben, was durchaus legitim ist, weil das ursprungsthema nicht mehr ausreichte oder sich damit nicht so viel Geld auf YouTube verdienen konnte. Meinung ist Meinung und wenn sie gegen die etablierte Politik gerichtet ist oder andere Medien ist es immer gut. Allerdings muss ich sagen, es ist meist keine fundierte Meinung. Nichts, was man lang recheriert hätte. Meist wird anhand einer Meinung etwas bewertert, dann eine allgemeine Zukunftsprognose gestellt. Die allgemeine Zukunftsprognose dient der eigenen Absicherung, um dann nach 2 oder 3 Wochen zu sagen, wenn es so etwas ähnliches eingetroffen ist: „Ich hatte Recht“. Dabei müsste man erst die alte Zukunftsprognose sozusagen als Einschub in dem neuen Video noch einmal einblenden. Es wird sich niemand die Mühe machen, genau diese eine Stelle zu finden, wo derjenige diese Prognose zu gemacht hatte. Damit sind die YouTuber fein raus. Kein Zuschauer wird sich noch einmal das eine Video von täglich zwei oder drei Videos in den letzten 2 Wochen sich durchschauen.
Es kommen meist so Sätze: „Ich wünschte, ich hätte nicht Recht behalten“. Das ist so ein klassischer Anfang, wenn das Szenario wahr geworden ist.
Am Anfang haben so einige keinen Onlinezeitungsartikel gezeigt, woher sie die Informationen hatten. Jetzt trauen sie sich etwas mehr. Aber: Sie beurteilen die Situation von einem anderen Journalisten, der den Text oftmals auch nicht mehr selber geschrieben hat, sondern auch von jemanden anderen oftmals Wort für Wort übernommen hatte, aus Zeitmangel. Theoretisch müsste der YouTube jetzt die Gegenthese des klassischen (Online-) Journalisten machen, also auch vor Ort sein und Leute befragen, ggf. Termine mit Offiziellen machen und etc..
Viele machen sich den Gebrauch von der Meinung eines anderen YouTubers, meist doch der etwas mehr Ahnung hat.
Theoretisch kann man höchstens 1 bis 2 Videos pro Woche produzieren, um möglichst viel über ein bestimmtes Thema zu wissen. Man weiß es nur, ob man es verstanden hat, vor allem die ganzen geschichtlichen Hintergründe. So eine Aufgabe wird sich kein YouTuber machen.
Das Klientel der Kommentar ist unter allen Videos von allen gleich. „Wir wurden verar….“, „Deutschland ist am Ende…“ oder „Diese Regierung gehört eingesperrt“ oder so was ähnliches. Diese Art der Kommentare erstreckt sich unter allen Videos. Es gibt ganz selten mal einen sachlich fundierten Kommentar, wo jemand ein Thema auseinander nehmen möchte. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es Bots sind. Das sieht man an anhand den Namen der Konten. Selten, dass mal ein Name ganz auftaucht. Es sind meist kritische Bezeichnungen. Der Mensch ist phantasiereich, aber so wage ich auch zu bezweifeln. Man kann sich ja auch die Kommentare kaufen. Meist sind es Leute aus Indien (wohl so eine Art Callcenter) oder anderen asiatischen Ländern (vielleicht auch weltweit verteilt). Jeder Bot hat nur einmal die Möglichkeit pro Video zu kommentieren. Es sind auch manchmal wohl echte Personen darunter. Das sind jetzt Vermutungen, aber weil sich alle Kommentare so ähneln, hegt das meine Vermutung. Menschen würden wie Menschen schreiben, wenn es eine Comunity ist, auch mal etwas in die Comunity fragen.
Auffällig ist, dass sich die YouTuber immer nur eine Quelle bedienen.
Im Journalismus (ach nee, das sind ja keine Journalisten) bedient man sich eher mehreren Quellen. Einer kann immer etwas behaupten.
Viele bedienen sich gerade bei Ceuta einer spanischen Nachrichtenseite: „The Objective“, die es wohl seit 2013 gibt. Gegründet wurde die Seite von Paula Quinteros, die in Kolumbien, in Cali geboren wurde. Paula Quinteros wuchs in Brasilien auf und studierte in der Universidad Católica Andrés Bello in Caracas, Journalismus („periodismos y comunicación“). Also von Kolumbien ist sie nach Brasilien gegangen (wohl durch ihre Eltern) und hat in Venezuela studiert.
Dann ist sie nach Spanien gegangen und hat dort „The Objective“ gegründet.
Spanien hat viele Einwanderer aus Kolumbien und Venezuela. In den kanarischen Nachrichten auf Spanisch wird Venezuela immer wieder genannt. Viele Canarios sind wohl unter Franco nach Venezuela ausgewandert und kommen jetzt so nach und nach wieder zurück. Interessanter Fakt ist, das viele Venezuelaner unter Maduro nach Kolumbien ausgewandert / geflohen sind.
Es ist in Südamerika auch etwas leichter auswandern, weil bis auf Brasilien, Guyane, Suriame, Französisch-Guyana (dort wo Koruru sich befindet, und die ESA seit Jahrzehnten ihre Ariane Raketen in den Himmel starten), die Menschen dort Spanisch sprechen, bis auf einige grammatische Unterschiede.
Kommen wir von den eher laienhaften YouTube Kanälen zu den größeren Kanälen wie NIUS oder Apollo News. Es gibt dann noch einige andere Kanäle, die aber eher unterfernerliefen arbeiten.
Die Kanäle sollen Seriöusität vermitteln, weil die Leute schon einmal alle in Anzügen dort herum laufen. Das heißt nichts, denn auch die Mafiabosse tragen Anzüge. Also ist das kein Indiz dafür. NIUS hat eine morgendliche dreistündige Sendungen NIUS Live am Morgen und eine kurze einstündige Sendung am Abend von Montag bis Freitag. Es gibt auch ein Medienunternehmen im Hintergrund, wo Frank Gotthardt der Geldgeber ist.
Geboren wurde Frank Gotthardt 1950 in Siegen (NRW, im Südosten vom Sauerland), Gründer des Unternehmens CompuGroup Medical. Der Wikipediaartikel beschreibt das so, dass er die Medienportale NIUS und exxpress (Österreich) betreibt. Die Frage ist, wie betreibt er die? Sitzt er da in der NIUS Chefetage oder wie soll ich mir das vorstellen?
Er hat noch andere Fernsehensender DRF1, TV Mittelrhein (Raum Koblenz, Neuwied) dem weiteren regionalen Sender auch aus Koblenz WWTV. Gelernt ist wohl „nur“ Informatiker. Frank Gotthard unterstützt Julian Reichelt, der ehemalige Bild-Chefredakteur. Julian Reichelt hat die Rome Medien GmbH gegründet (Rome = Hauptstadt von Italien oder?) mit einem sagenhaften Grundkapital von 25.000 Euro (laut der Seite North Data). Geschäftsführer ist Julian Reichelt. Der Gesellschaftervertrag ist vom 27.12.2021.
Nach dem Ausscheiden bei Bild hat Julian Reichelt den YouTube Kanal „Achtung Reichelt“ aufgebaut. Auch ein reiner Meinungskanal. Im Gegensatz zu den anderen YouTubern kann Julian Reichelt auf seine Erfahrungen von Bild und als Weltkriegsreporter aufbauen. Das macht das Ganze seriöuser, also zum größtenteils. Man müsste Berichte aus dieser Zeit sehen oder lesen, um seinen damaligen Stil zu erfahren.
Julian Reichelt ist nicht nur Geschäftsführer, er ist auch Chefredakteur bei NIUS. Anfangs sendete NIUS zwei Stunden am Morgen aus einem Radiostudio, ehe es dann in ein größeres Studio umzog und auf drei Stunden vergrößerte. Das größere Studio ist mit einer großen Couch versehen (sieht eher wie Wohnzimmer aus, soll es wohl auch suggerien), wobei die Couch sehr niedrig ist, denn die meisten müssen die Beine stärker anwinkeln. Aber es soll auch nach Arbeit aussehen und kein Vergnügen sein. Es werden auch mehrstündige Sondersendungen bei Landtagswahlen durchgeführt, wobei hier die Hochrechnungen von der ARD oder ZDF kommen. Eigene Hochrechnungen kann NIUS noch nicht erstellen.
NIUS LIVE am Morgen sendet wie gesagt von 6 Uhr bis 9 Uhr live, auf YouTube ohne Werbepausen von YouTube, aber natürlich mit Eigenwerbung, was ein privater Sender ja machen muss. Ich möchte meine Bücher auch an den Mann/Frau und was auch immer ihr euch fühlen mag bringen. Wer als Selbstständiger möchte das nicht?
Es ist eine Meinungssendung, die ab und zu von Fakten unterbrochen wird. Dazu gehen die Journalisten zu einer Magic Wall (einer normalen Tafel, die man mit Textmarkern bemalen kann) und versuchen das Thema auf den einfachen Zuschauer herunterzubrechen, was aus meiner Sicht auch manchmal gelingt. Oftmals bleiben bei mir einige Fragen offen.
Weil es auch Fernsehncharakter hat, kommen schon einmal Eilmeldungen dazwischen. Natürlich werden Eilmeldungen nur diese bedient, die dem eigenen Narrativ entsprechen.
Wie auch beim öffentlich-rechtlichen Sendern, die harten, technischen Themen werden ausgeblendet. Es soll ja den einfachen Facharbeiter, der morgens am Fließband (noch) steht, ansprechen.
Die Frage, die sich mir immer stellt, wie viel Einfluss hat hier Frank Gotthardt und die Rome Medien GmbH auf NIUS auf die Themenauswahl?
Stellvertretene Chefredakteurin ist die im Jahre 1993 geborene Pauline Voss, die in einer Videoagentur anfing, als Redakteurin bei der Neue Züricher Zeitung arbeitete. Interessant ist dass sie wohl direkt zur Chefreporterin bei NIUS im Magazin Debatte wurde. Also bei NIUS angefangen und direkt Chefreporterin oder wurde da eine Stelle ausgeschrieben und sie hat sich darauf beworben? Nach nur einem Jahr wurde sie direkt stellvertretende Chefredateurin bei NIUS. Eine steile Karriere, die die heutige 33 jährige Frau da innehat. Sie weiß, was sie will.
In den Sendungen kommt sie eher zurückhaltend vor, was wahrscheinlich eine Fassade ist.
Pauline Voss hat zwei Bücher veröffentlicht. Das erste „Generation Krokodilstränen“ noch in Eigenregie und dann in 2026 mit dem Chefredakeur Julian Reichelt das Buch „Links-Deutsch/Deutsch-Links“. Bei einem Blick in das Buch in einer deutschen Buchhandlung war ich ein wenig enttäuscht. Es ist ein recht dünnes Buch, wo auch das berühmte Lastenfahrrad mal wieder dran glauben mussten.
Was die Leute gegen das Lastenfahrrad haben, kann ich nicht nachvollziehen. Das Lastenfahrrad steht für den Inbegriff einer Wokengesellschaft, es wird dafür instrumentalisiert, zu zeigen, dass nur sehr gut betuchte, sich so ein Fortbewegungsmittel „leisten“ können. Dabei ist es nicht besonders teuer, wenn man die Verbrenner der Nicht-Wokengesellschaft in Vergleich bringt.
Aber auf das Lastenfahrrad, ob die Niederländer auch darüber so schimpfen wie die Deutschen, kann die andersdenkenen einteilen. Eine schlimme Einordnung, dabei ist es streng genommen nur ein Versuch, sich mal wieder von der Gewohnheitsmaschine Auto und LKW wegzubewegen, weil man auch kleinere Lasten transportieren kann.
Hauptthema bei NIUS Live Am Morgen ist der amtierende Bundeskanzler Friedrich Merz. Ein Tag ohne Merz ist bei NIUS Live am Morgen kaum vorstellbar. Julian Reichelt übertreibt es manchmal mit seiner Meinung, aber wahrscheinlich kann er sich (noch) leisten. Ich vermute, dass er da auch ein wenig Druck ausübt, weil von den Moderatoren wird er immer als „Unser Chefredakteur“ begrüsst. Der Chef muss so begrüßt werden (besonders in Deutschland – mir würde so etwas nach dem dritten Mal schon nerven).
Der excellente Politikjournalist, Ralf Schuler, der auch schon wohl auch bei Bild in der Kanzlermaschine mit Angela Merkel mitflog, bringt seine fundierten politkwissenschaftlichen Thesen mit ein. Ralf Schuler ist eher ein Fremdkörper bei NIUS, die sonst eher an der Oberfläche bleiben.
Um wahrscheinlich die Quote zu steigern und oben zu halten hat man noch Waldemar Hartmann, ehemaliger Sportreporter bei der ARD dazugeholt, Wolfgang Herles (ZDF – ist mir nicht so bekannt gewesen damals) und Dr. Alexander Kissler von der NZZ. Einmal am Abend in der NIUS Live Sendung von 18 bis 19 Uhr am Montag kommentiert noch der ehemalige ZDF-Moderator Peter Hahne, der durch seinen Eifer in der Vergangenheit viele Fans mitbringt und sehr gerne auch durch sehr viele YouTube Kanäle und anderen Formaten auftaucht. Die Beiweihräuscherung oder das Schleimen von Peter Hahne an die entsprechenden Sender ist eigentlich unerträglich. Jeder YouTuber oder jeder Sender ist der tollste und beste. In seinem Eifer verplappert er sich manchmal und nennt die anderen Sender, die ja eigentlich Konkurrenten sind. Peter Hahne ist auch vielen Hochzeiten vertreten. Dabei ist er oft in den USA und hat wohl zwei Wohnungen. Eine ist wohl in Berlin und die andere in der Schweiz im Wallis.
Man merkt bei Peter Hahne, das er sich gerne selber reden hört. Manchmal kommen da viele Monologe heraus. Ich habe Peter Hahne als ZDF-Moderator nicht mehr so in Erinnerung. Auf YouTube gibt es vereinzelt Ausschnitte von damals noch.
Aber alle haben sie gemeinsam, bis auf NIUS, die das manchmal etwas aufblitzen lassen, aber nur kurz: Es sind größtenteils Meinungsverteilungsplattformen.
Inzwischen haben die „Altmedien“, die sich sehr gerne immer noch in ihrer Ideologie befinden, gemerkt,dass die anderen auch nur mit Wasser kochen und nach meinem Eindruck kommen sie wieder auf ihren Pfad der Analyse zurück.
Meine persönliche Meinung zu den neuen Medien, die ich auch mal dann und wann aufblitzen gelassen habe, man kann sich NIUS durchaus mal sich antun, die YouTuber sind inzwischen zum Davonlaufen. Ich habe YouTube mitgeteilt, dass YouTube mir diese Kanäle nicht anzeigen soll. Dies betrifft auch auf NIUS zu.
Meine Lebenszeit ist zu kostbar, mir das anzuschauen, wobei ich das meist im Hintergrund lasse und es als Radio dient und im Vordergrund meine Datenbanken befülle. Aktiv sich das anzuschauen, ohne was anderes zu machen, wäre pure Zeitverschwendung.