Das Eisenbahnviadukt in Altenbeken
Nachdem ich am vergangenen Dienstag, den 25.08.2026 nicht nach Altenbeken fahren konnte, weil es dort den Vandalismus zwischen Hamm / Westfalen Hauptbahnhof und Soest gab, hatte ich mich entschlossen, gestern einen neuen Versuch zu starten.
Ich bin dann wieder um 9.13 Uhr mit dem RE11 betrieben von National Express nach Altenbeken gefahren. In Hamm / Westfalen Hauptbahnhof wird der Zug dann getrennt. Der vordere Zugteil verbleibt in Hamm / Westfalen Hauptbahnhof, während der hinterer Zugteil weiter nach Kassel-Wilhelmshöhe fährt.

Der RE11 wie auch die Regionalbahn RB89 der betrieben von der Eurobahn befahren dabei die Bahnstrecke Hamm-Warburg.
Die Kursbuchstrecke lautet:
- 430 Hamm – Warburg
Diesmal tat mir die Verspätung von ca. 20 Minuten vom RE11 nicht weh, weil am Ziel ging es zu Fuß weiter.
Altenbeken hat rund 9.000 Einwohner, liegt östlich von Paderborn auf einer Höhe von ungefähr 269 Metern (nach der Anzeige im Bahnhof).
Der Bahnhof wurde im Jahre 1869 eröffnet und ist seit je her auch ein Knotenpunkt zu anderen Bahnlinien in der Region.
Folgende Bahnlinien verkehren mit Halt in Altenbeken (Stand 28.08.2026):
- ICE 41 von Düsseldorf HBF nach München HBF über Kassel-Wilhelmshöhe und Würzburg HBF
- IC 51 von Köln Hauptbahnhof nach Leipzig / Gera
- RE 11 von Düsseldorf Hauptbahnhof nach Kassel-Wilhelmshöhe
- RE 82 von Bielefeld Hauptbahnhof nach Altenbeken
- RB 72 von Herford Hauptbahnhof nach Paderborn Hauptbahnhof
- RB 84 von Paderborn Hauptbahnhof nach Kreiensen
- RB 85 von Paderborn Hauptbahnhof nach Göttingen Hauptbahnhof
- S 5 von Paderborn Hauptbahnhof nach Hannover Flughafen
Die RB84 und RB85 fahren als Doppeltraktion bis Höxter Ottbergen, werden dort dann getrennt oder wieder vereint.
Buslinien am Bahnhof Altenbeken:
- R31 von Altenbeken Schule nach Bad Driburg Neuenheerse Wendeplatz (Mo-Fr alle 60 Minuten)
- 431 Paderborn Neuenbeken Buchholz nach Bad Driburg Schulzentrum (nur zu Schulzeiten, 2 Fahrten morgens)
- 433 Paderborn Hauptbahnhof nach Bad Driburg Stellberg (nur zu Schulzeiten, 5 Fahrten)
Mein Ziel war die Aussichtsplattform für das bekannte Eisenbahnviadukt in Altenbeken, wo alle Züge, auch Güterzüge darüber verkehren.
Nach dem Verlassen des Bahnhofs bin ich auf der Bahnhofsstraße bis zur Eichendorffstraße gelaufen. An dieser Ecke steht auch die Evangelische Kirche von Altenbeken, rechts in die Eichendorffstraße und diese dann bis zum Ende am Scholandweg entlang gelaufen, um dann rechts in den Heinrich-Neuheusser Weg abzubiegen. Am Schluss dann an der Kreuzung „Am Kalkofen“ rechts hinauf.
Schließlich wird man natürlich schon informiert durch einen Wegweiser, wo man zum Aussichtspunkt gehen muss. Es sollen vom Bahnhof 1,7 km sein, es gibt keine Haltestelle an in der Nähe und auch keine Parkplätze. Weiter oben am Ziegenpatt gibt es einige Parkplätze.
Es ist ein steiniger Weg bis zur Aussichtsplattform, wo man sich parallel zur Bahnlinie Hamm – Warburg sich bewege.
Für die Leute, sich genauer wissen, wollen, wo sich die Aussichtsplattform befindet hier sind die Koordinaten:
51.76534433288092 N, 8.929209540451915 O
Auf einer Höhe von 257 Meter über Normal Null blickt man auf den 482 Meter langen Eisenbahnviadukt, welches der längste in Europa sein soll, der mit Kalkstein gebaut worden ist. Am 21.07.1853 wurde das 35 Meter hohe Viadukt durch König Friedrich Wilhelm IV. eingeweiht.
Es wurde am 26.11.1944, also im Zweiten Weltkrieg durch die United States Army Air Forces mit dem ersten Luftangriff zerstört. Nach einer Übergangszeit von einer Behelfsbrücke von 4 Jahren wurde das Viadukt in einer bisherigen Form im Jahre 1950 wiedererrichtet.
Nach etlichen Zugdurchfahrten von ICE über den RE11 und Regionalbahnen machte ich zum Abstieg bereit.
In der OpenStreetMap ist ein kleiner Pfad eingezeichnet, der es wirklich in sich hatte. Während man für den Aufstieg nur Kraft braucht, ist der Abstieg eher mit Vorsicht zu genießen. Er ist sehr schmal und es gibt zwar auch Stufen, aber ich glaube da sind einige wohl mit der Zeit abgebrochen, denn die Stufenabstände sind zum Teil sehr groß, selbst für meine 1,93 m. Zur Sicherheit gibt es auch ein Holzgeländer, welches ziemlich stabil scheint, aber verlassen würde ich mich nicht 100%ig darauf.
Am unteren Ende war ich immer noch auf 237 Meter über Normal Null. 30 Meter hören sich nicht nach viel an, sind es aber letzten Endes schon, weil der Weg besteht nur auf Kieselsteinen. Ein fehlerhafter Tritt und man liegt dort auf den Steinen oder im Gebüsch.
Am Ende des Weges kommt man am Stapelsberg an und habe das Viadukt unterquert und rechts auf die Adenauerstraße (Landesstraße L755) abgebogen. An der Adenauerstraße gibt es eine kleine Einbuchtung, wo man das Eisenbahnviadukt von unten sich anschauen kann. Das habe ich nicht gemacht, sondern bin ein wenig den alten Kirchweg zu gegangen, denn da standen zwei Bänke ganz in der Nähe der Kreuzkapelle. Warum stehen, wenn man das Eisenbahnviadukt auch im Sitzen und im Schatten begutachten kann?
Ich stand dann zur Wahl. Fahre ich jetzt mit der Linie R51 von der Haltestelle „Großer Viadukt“ nach Paderborn Hauptbahnhof oder bleibe ich in Altenbeken? Es bot sich einer der seltenen Fahrten der Linie R51 an, die nur einige Male am Tage hier ab Altenbeken nach Paderborn Hauptbahnhof verkehrt an.
Die Haltestelle „Großer Viadukt“ wird nur dreimal am Tage angefahren, ansonsten fährt die Linie R51 ab Paderborn Marienloh „Von-Dript-Weg“ eine andere Strecke nach Bad Lippspringe. Nein, diese Buslinie verkehrt nicht zum Bahnhof Altenbeken, denn sonst hätte ich sie ja in der Übersicht der Buslinien ab Bahnhof Altenbeken erwähnt.
Es gab noch eine andere Fahrtgelegenheit in Richtung Altenbeken Schule. Erst wollte ich die Strecke laufen, aber dann entschied ich mich mit dem Bus zu fahren für die zwei Haltestellen bis zur Haltestelle Altenbeken Eggemuseum. Wenn man möchte, dass man Buslinien auf dem Lande haben möchte, muss man die wenigen Fahrten auch benutzen, denn sonst werden sie auch abgesetzt. Auch wenn meine Fahrt nur einmalig war, so könnte sie auch dazu beitragen, dass sie gezählt wurde.
Gegenüber des Eggemuseums steht eine restaurierte Tender-Dampflok der Baureihe 044 389-5 unterhalb eines kleinen Daches ausgestellt.
Die genauen Koordinaten auf einer Höhe von 240 Meter über Normal Null betragen:
51.76280859288926 N, 8.935921021794789 O
Sie gehörte einst der Bundesbahndirektion Hannover an. Dazu muss man wissen, Deutschland war in verschiedene Direktionen der damaligen Bundesbahn eingeteilt.
Diese Lok der Baureihe 044 wurde von der Firma Henschel gebaut und im Jahre 1941 an die Deutsche Reichsbahn als 044 389 ausgeliefert. Am 01.01.1968 wurde sie von der Deutschen Bundesbahn als 044 389-5 bezeichnet. Am 11.06.1976 wurde sie gemäß Verf. ZTL 200.2002 Fau 2/1 und 05.07.1976 am gemäß Verf. BD Han 21A M70 Fau ausgemustert. Im Oktober 1977 erfolgte die Aufstellung der Dampflok am Eggemuseum von Altenbeken, wo sie heute dort steht.
Von der Haltestelle Eggemuseum kann man neben der benutzen Buslinie R51 auch mit der Buslinie R31 zum Altenbeker Bahnhof fahren oder wenn man weiter möchte auch bis in die Ortsteile von Altenbeken Burke und Schwaney oder ganz zum Ende nach Bad Driburg Neuenheerse Wendeplatz.
Kurz war ich noch am Kirchplatz (245 Meter über Normal Null) gegenüber der Sparkasse in Altenbeken. Die Bank in Regenbogenfarben mag offen gegen Rassismus sein, aber sie bedarf mal eine strukturelle Erneuerung, denn sie schwankte leicht.
Schließlich bin ich dann wieder zum Bahnhof Altenbeken auf 267 Meter hinauf gegangen.
Um 14.01 Uhr habe ich denn den RE 11 zurück nach Essen Hauptbahnhof genommen. Was nach einer Routinefahrt erst aussah, endete doch noch in ein Abenteuer. Es gab bei Soest eine Weichenstörung. Nach einem rund 20-minütigen Aufenthalt wurde der Zug nach Unna umgeleitet. In Unna machte er Kopf und fuhr nach Hamm/Westfalen Hauptbahnhof zurück, über die Bahnstrecke Hagen/Westfalen – Hamm, also die Strecke, die Regionalexpresslinien RE 7 (Rheine-Krefeld über Köln) und RE13 (Hamm/Westfalen nach Venlo (Niederlande) benutzen.
Hier in Hamm/Westfalen Hauptbahnhof vereinigte er sich mit dem anderen Zugteil wieder und fuhr mit fast 60 Minuten Verspätung in Richtung Essen Hauptbahnhof.
Nicht nur mein Zug betraf diesen Umweg. Auf der Bahnstrecke Dortmund – Soest sah ich auch einen ICE in Richtung Paderborn und weiter fahren.
Das Kopfmachen in Unna wunderte mich schon, denn vor einigen Jahren wurde an der Bahnstrecke zwischen Dortmund und Hamm/Westfalen gebaut. Damals wurde der RE 11 auch über Unna umgeleitet. Zwischen Bochum und Dortmund-Hörde gibt es eine Verbindungskurve, die der damalige RE 11 benutzt hatte. Also im Klartext. Mein RE 11 wäre bis Bochum Hauptbahnhof mit dem außerplanmäßigen weiteren Halt in Dortmund-Hörde (für Dortmund Hauptbahnhof, weil es gibt hier U41) fahren können, dann über die Verbindungskurve im Bereich Dortmund Dorstfeld / Innenstadt West benutzen und sich mit dem anderen Zugteil in Bochum Hauptbahnhof koppeln können. Die Frage ist nur, ob es einen Zugführer gegeben hätte, der das Zugteil in Hamm/Westfalen nach Bochum Hauptbahnhof bewegen hätte können?
Wegen der 60 Minuten Verspätung fuhr mein RE 11 nur bis Mülheim / Ruhr Hauptbahnhof. Für mich war das egal, denn Essen Hauptbahnhof war mein Ziel. Blöd nur für die Fahrgäste, die in Düsseldorf auf den RE11 warten wollten. Der nachfolgende RE 11 nach Düsseldorf Hauptbahnhof war im Display im Zug auch mit einer Verspätung von 45 Minuten unterwegs.