Niederlande mit dem ÖPNV und OVpay nach Winterswijk
Dieser Ausflug, diese Rundfahrt sollte in den Niederlanden mit OVpay stattfinden, zumindest auf einen Teilstück. Dazu habe ich mir die Nebenbahnstrecke Winterswijk nach Aalten ausgesucht.
Worum geht es in diesem BlogArtikel?
- Kein Sightseeing
- Kauf einer niederländischen Tageszeitung
- Ausprobieren der deutschen Bankkarte innerhalb der Niederlande im ÖPNV
Tut mir leid, wer auf Sightseeing gefreut hat, auf tolle Baudenkmäler oder ähnlichem, dem verweise ich auf andere Blogartikel im Internet.
Wenn Sie Interesse haben auf, dem ÖPNV auf deutscher Seite (Münsterland) und den Niederlanden Bereich der Provinz Gelderland, dann sind Sie hier richtig.
Erschwerte Anfahrt mit dem Fahrrad derzeit aus Deutschland nach Winterswijk
Da Winterswijk auch mit dem Fahrrad derzeit schwieriger zu erreichen ist, bot sich eine andere Variante an. Im Jahre 2022 (Blogeintrag von damals) konnte man noch ohne Probleme mit dem Regionalexpress RE14 von Essen nach Borken/Westfalen fahren und dann sich quasi durch die Wildnis zur deutsch-niederländischen Grenze durchschlagen.
Der Betreiber, die RheinRuhrBahn, hat seit Monaten massive Probleme mit einem Betrieb ihrer Triebwagen auf der Linie RE14 überhaupt aufrecht zu erhalten. Daher fahren Ersatzbusse und bei Ersatzbussen müssen Fahrradfahrer draußen bleiben.
Wir haben in Deutschland auch kein System, welches erlaubt, wie in den Niederlanden, sich ein Fahrrad am Zielbahnhof auszuleihen. Ich meine direkt am Bahnhof, fast am Bahnsteig. Es liegt auch wohl kein Problem an den Kapazitäten vor, es ist ein reiner Nicht-Willen.
In den Niederlanden habe ich im Gefühl weder als Fußgänger, noch als Radfahrer noch als ÖPNV-Benutzer irgendwie einen Nachteil gegenüber dem dortigen Autoverkehr.
Anfahrt mit den Zügen aus Deutschland

Daher bin ich nun am frühen Morgen, es ist inzwischen jahreszeitlich bedingt im Dunkeln um 7.40 Uhr mit dem RE2 von Essen Hauptbahnhof bis Dülmen gefahren. Ausnahmsweise gab es keine Verspätungen auf dieser Linie. In Dülmen gab es einen Umstieg nach Ahaus in die Westmünsterlandbahn der RB51, die auch pünktlich war. Vielfach baut sie sich eine kleine Verspätung in Lüdinghausen aus, eine Station vor Dülmen, aber an diesem Morgen war sie pünktlich.
Highlight mit dem Elektrobus nach Vreden – moderne Technik wird angewendet
In Ahaus bin ich in den Elektrogelenkbus der Linie S70 kommen aus Münster/Westfalen des Regionalverkehrs Münsterlands durch die Ahauser Ortsteile Wessum und Ottenstein nach Vreden Busbahnhof gefahren.

Dort am Busbahnhof von Vreden wurde der Linienbus erst einmal aufgeladen, ehe er in einer Stunde seine Rückfahrt nach Münster/Westfalen Hauptbahnhof antreten wird.
Neben den Wartehäuschen gibt es noch am Busbahnhof von Vreden noch zwei Toilettenanlagen, die 50 Cent kosten (Stand 14.10.2026) und eine Fahrradabstellanlage.
R71 – kleine Buslinie im deutsch-niederländischen Grenzverkehr im Kleinbus
Ich bin in die Linie R71 (Endstation Winterswijk Bahnhof) umgestiegen. Es ist ein Kleinbus mit maximal 7 Sitzplätzen. Hier erbittet die RVM, dass eine Gruppe mit mehr als 5 Personen sich anmelden möge. Das ist nur gerecht, denn andere Fahrgäste müssten dann draußen bleiben, die sich nicht anmelden müssten. Oder es müssten sich alle Fahrgäste anmelden.
Die RVM hat die Linie in der Woche auf vier Fahrten und am Samstag auf sechs Fahrten reduziert, am Sonntag gibt es keine Fahrten, mangels Nachfrage.
Es ist zu befürchten, dass diese Linie dann wohl bald ganz eingestellt wird oder nur noch als Taxibus verkehrt. In den Niederlanden kann man Taxibusse auch bequem über die 9292.nl App buchen, während das in Deutschland noch Zukunftsmusik ist (überhaupt so eine landesweite Plattform zu haben).
Es ist aus meiner Sicht der gleiche Homo sapiens, der in den Niederlanden wohnt, der aber seine technischen Fähigkeiten besser einsetzen kann als die gleiche Spezies im Nachbarland. Schon sehr erstaunlich, wie das Denken des Menschen innerhalb von einigen Kilometern sich so verändern kann.
Die ersten Schritte in Winterswijk

In Winterswijk angekommen bin ich dann nach längerer Zeit ungewohnt für mich zu Fuß durch die Spoorstraat in die Innenstadt von Winterswijk gelaufen.
Kurzinfo über Winterswijk
- Land: Niederlande
- Provinz: Gelderland
- Region: Achterhoek
- Einwohnerzahl: 29.000
- Fläche: 138,82 qkm
Bei ANWB (Algemene Nederlandse Wielrijdersbond, gegründet 1883, dessen Hauptverwaltung in Wassenaar, nördlich von Den Haag sich befindet) wollte ich Ausschau nach einem Buch über die Verkehrsregeln der Niederlande halten. Ich hatte mal so ein Buch schon einmal gehabt.
Auch inzwischen hat sich der deutsche ADAC dem Fahrradverkehr wohl nach sehr langen zögern geöffnet, ist es beim ANWB schon seit mehr als 15 Jahren so, dass sie auch einen Herz für den Fahrradverkehr haben.
Der ANWB ist auch für die niederländischen Verkehrsmeldungen auf den niederländischen Autobahnen zuständig, die über das öffentliche Radio eingespielt werden.
Es gibt aber auch noch den Fietserbond, der wie man aus dem Namen heraus lesen kann, fiets = Fahrrad, also sich auch ausschließlich für die Belange der Fahrradfahrer einsetzt.

Schwimmmöglichkeiten
- Badesee ‚t Hilgelo (Meddoseweg)
- Strandbad Winterswijk (Badweg)
Anders als in anderen niederländischen Städten in der Grenzregion wie Zevenaar, Didam, Doetinchem oder Aalten gibt es einen regen Zulauf von Deutschen nach Winterswijk. Ich konnte sehr viele Deutsche, die gewohntes Hochdeutsch, in der Fußgängerzone sprachen.
Zeitschriften und vielem mehr was man lesen und knobeln kann
In der in den Niederlanden sehr bekannten Einzelhandelsgeschäft Bruna (gegründet im Jahre 1868, Hauptverwaltung befindet sich in Utrecht) habe ich mir die aktuelle Zeitung NRC, einer liberalen und anspruchsvollen niederländischen Tageszeitung und von Denksport ein Kreuzworträtsel der Stufe 2 bis 3 gekauft. Das ist eine Zeitschrift, die in den Niederlanden und Belgien sehr populär ist und seit den 1990er Jahren gibt.
Bahnhof Winterswijk – einstiger Knotenpunkt im Bahnwesen der Niederlande
Wieder am Bahnhof von Winterswijk angekommen, habe ich mich erst einmal in der warmen Sonne aufgehalten.

Früher gab es hier neben den innerniederländischen Verbindungen auch internationale Verbindungen bis nach Bocholt und Borken/Westfalen.
Derzeit (Stand 14.10.2026) sind folgende Fahrten mit dem Betreiber Arriva unter der Marke RRReis ab Winterswijk mit den Zügen möglich (RS31 und RS32 fahren alle im 30 Minuten Takt):
- RE30 Winterswijk – Apeldoorn
- RS31 Winterswijk – Zutphen
- RS32 Winterswijk – Arnheim über Zevenaar
Busverkehr ab Winterswijk Bahnhof
- 73 Winterswijk – Enschede
- B7 Winterswijk – Stadtlohn (Deutschland)
- R71 Winterswijk – Vreden (Deutschland)
- T10 Winterswijk – Bocholt Barlo (Deutschland – Taxibus)
- T55 Winterswijk – Südlohn Oeding (Deutschland)
Ich wollte ja noch weiter und nicht wieder zurück mit dem R71 nach Vreden, sondern mit dem Zug nach Aalten, mit der RS32, die alle 30 Minuten fährt, wie auch die RS31.
OVPay in den Niederlanden mit der ausländischen Bankkarte
Es gibt die Möglichkeit mit der ausländischen Bankkarte, also die deutsche aus meiner Sicht auch mit den Zügen zu fahren. Dazu muss man nicht umständlich an den Fahrkartenautomaten gehen und sich dort eine Papierfahrkarte zu kaufen.
Man geht mit seiner Bankkarte (in meinem Falle, die von der Sparkasse) an die kleinen Automaten, einem Scanner, die an jedem Bahnsteig mehrfach stehen und hält sie vor diesem Scanner. Es gibt dann einen Piepton und eine grüne Benachrichtigung auf dem Gerät, dass man eingecheckt hat.
Diese Daten werden nicht 1:1 gespeichert, sondern verschlüsselt ins System eingetragen. Mit diesem Einchecken ist man nun berechtigt die öffentlichen Verkehrsmittel in den Niederlanden zu benutzen. Hier am Bahnsteig natürlich mit dem Zug. Die Busse und Straßenbahnen haben im Fahrzeug selber diese Scanner.
Aber das kennen wir auch von Deutschland aus. Unsere deutschen Busse hatten auch diese Prüfgeräte am Eingang vorne am Bus, wo wir unsere Plastikkarten (Abotickets) allerdings nur zum Prüfen dran gehalten haben. Inzwischen sind die Geräte wohl wieder abgebaut worden.
Der RS32 ist dann zur Minute .10 aus Arnheim angekommen und fuhr zur Minute .20 wieder zurück.
Weiterfahrt nach Aalten
Meine Fahrt dauerte nur 10 Minuten. In den Stadler GTW Triebwagen gibt es keine Toiletten. Im Gegensatz zu den deutschen Triebwagen der BR643 haben die niederländischen Pendants eine hohe Beschleunigung, so dass auf diesem Abschnitt zwischen Winterswijk und Aalten Tempo 100 möglich war. Im weiteren Verlauf bis nach Arnheim ist 120 km/h bis 130 km/h möglich. Die Triebwagenfahrer bremsen auch nicht hart ab, sondern fahren bis zur Höchstgeschwindigkeit und werden dann Stück für Stück langsamer.
Auf dem RS31 nach Zutphen auf einer eingleisigen Nebenstrecke fahren die Triebwagen zum Teil mit 140 km/h, so als Randinformation. Daher kommt eine Reisezeit von ca. 32 Minuten von Winterswijk nach Zutphen, einem Knotenpunkt im niederländischen Bahnsystem, zustande.
Der Ausstieg ist ganz einfach. Auf den grünen Knopf rechts neben der Tür drücken, dann geht sie auch wieder auf und geht in Richtung Osten zu diesem Scanner und hält die Bankkarte wieder dran. Hier kommen dann zwei Pieptöne und der Hinweis „Out“. Damit ist die Fahrt abgeschlossen, der Fahrpreis von 4,32 Euro wird dann von meinem Bankkonto abgebucht.
Den Fahrpreis bekommt von den Seiten der NS.nl und 9292.nl, wenn man kein Abo abgeschlossen hat.
NS = Nederlandse Spoorwegen und damit sind sie das einzige weltweit erlaubte Möglichkeit NS auch öffentlich zuerwähnen – wir wissen schon, drittes Reich und so.

Wenn man das ausschecken vergessen haben sollte, gibt es eine Seite im Netz, wo man das wieder korrigieren kann.
Die Niederländer benutzen noch die im Jahre 2001 eingeführte OV-Chipkaart, die aber durch OVpay und OVpas abgelöst wird. OVpas funktionert über eine Cloud mit dem Handy und OVpay mit der Bankkarte.
Persönlich gesagt wäre mir OVpas als Niederländer lieber, denn mit der Bankkarte auf einem belebten Bahnsteig wie Amsterdam Centraal zu hantieren wäre mir doch einwenig zu unsicher. Jetzt hier in der Provinz bei zwei oder drei Personen kann man das ja mal ausprobieren.
Von Aalten mit dem Linienbus nach Bocholt

Dieses Mal bin ich nicht nach Aalten reingelaufen, sondern habe am Bahnhof von Aalten auf die deutsche Verbindung mit der Linie C11 gewartet, die mich nach Bocholt brachte. Auf dem C11 galt wieder mein Deutschlandticket. In meiner Fahrt waren zwei Personen um 13.03 Uhr von Aalten Bahnhof im Bus. Die Linie endet am Bustreff in Bocholt und fährt dann als C13 weiter.
Weil ich aber zwischen der Ankunft des C11 am Bustreff und der Abfahrt des RE19 ab Bocholt noch fast 50 Minuten Zeit hatte, bin ich dann kurz durch die Bocholter Innenstadt gelaufen um dann nach kurzer Zeit den Bahnhof zu erreichen.
Von Bocholt aus mit dem Regionalexpress RE19 nach Oberhausen
War die Abfahrt des RE19 noch pünktlich, ohne funktionierende Toiletten an Bord – man sollte wenigstens einer der beiden an Bord befindlichen Toilettenanlagen in Gang halten, egal, ob man nun verpflichtet ist von einer höheren Instanz oder nicht, aber gänzlich das zu igonieren ist eigentlich ein No-Go. Ich musste jetzt nicht stark, weil ich mir seit Jahren auch angewöhnt habe, unterwegs nichts so viel zu trinken bis gar nichts mit dem Wissen, dass es überhaupt nicht selbstverständlich ist, dass Toiletten im Nahverkehr funktionieren.
Es ist eine Unmenschlichkeit, ein Grundbedürfnis des Menschen zu ignorieren. Beliebte Ausrede von Bahngesellschaften sind, dass man die Fahrt unterbrechen solle, und dann im Bahnhof, wenn auch vorhanden, dann dort zu gehen. Allerdings kreuzt sich dann das mit der Benutzung von Einzelfahrkarten, wo man die Fahrt nicht so einfach unterbrechen darf. Man müsste sich dann ein neues Ticket kaufen. Weil das niemand macht, hält man dann eben ein.
Wenn die Toilette kaputt geht unterwegs, dann muss dann ein Techniker halt mal einige Stationen mitfahren und die Anlage wieder in Gang bringen.
Wie üblich musste der RE19 dann in Hamminkeln auf den sehr verspäteten Gegenzug aus Düsseldorf / Wesel warten. Weil dieser 15 Minuten Verspätung hatte, musste man auch so lange warten.
Komisch, keine 50 km nördlich, auf dem RS32 in den Niederlanden auch eingleisig, aber keine Verspätung und diese Linie befährt auch die Bahnstrecke Arnheim nach Zevenaar mit all seinen ICE, RE19 und Güterzügen und trotzdem kann man die Uhr danach stellen und in Deutschland ist aller Hopfen und Malz verloren. Man kann sich das auch nicht mehr schönreden, außer man arbeitet bei einem Bahnunternehmen oder Verkehrsverbund.
Umsteig in Sterkrade in den normalen Linienbus der Vestischen
Durch die Baustelle in Duisburg wird der RE19 derzeit umgeleitet und hält bis zum 31.10.2026 nicht in Oberhausen Hauptbahnhof, muss man in Oberhausen Sterkrade in den Schienenersatzbus umsteigen. Es kam auch keine Durchsage, dass man umsteigen solle. Nur die Linie RE49 (Wesel-Wuppertal) hält in Oberhausen Hauptbahnhof.
Ich habe mich dazu entschieden, natürlich nicht mit dem Schienenersatzverkehr des RE19 (wurde auch nichts am Bahnhof angeschlagen) – vielleicht gibt es den nicht oder durch die Verspätung war er längst abgefahren – anders nach Hause zu fahren.
Für die Fahrgäste mit dem Ziel Oberhausen Hauptbahnhof ist die Straßenbahnlinie 112 nach Oberhausen HBF zu empfehlen.
Meine Wenigkeit hat die Buslinie 263 der Vestischen genommen, die einmal quer durch Oberhausen Sterkrade, Bottrop bis nach Essen-Karnap im 20 Minuten Takt fährt.
An der Haltestelle in Essen Karnap Arenbergstraße bin ich dann die U-Bahnlinie U11 bis Essen-Altenessen Bahnhof umgestiegen und von dort aus in die Buslinie 140 nach Essen-Stoppenberg.