Ausmisten geht weiter

7. August 2020 Aus Von elsenorweb

Ich habe einen Laden hier in Essen entdeckt, der auch Musik-CD’s empfangen kann. Es ist zwar nur eine Spende, zu Geld kann man da nichts mehr machen. Aber egal. Ich habe hier über 400 Musik-CD’s, die immer noch so im ehemaligen Schlafzimmer da so liegen, wie ich sie vor 4 Jahren hingelegt habe.

Ja, es gibt die Ankaufläden, aber die haben schon 2016 mir signalisiert, besonders Andrä hier in Essen, dass sie die Musik-CD’s nur widerwillig entgegen nehmen, da sie eher auf Raritäten aus sind und nicht das allgemeine Gut, welches sie schon auch sehr viel auf Lager hätten.

Es gibt noch andere, aber da also nichts gegen die Leute als solches, aber wenn ich mir die Konzeption der Läden so anschaue, dann wird sehr viel wert auf Hardrock, Heavy Metal gelegt und so. Da ist Andrea Berg oder The Fortunes eher fehl am Platze.

Ich sortiere schon vorher aus. Also CD’s von meinen Lieblingsgruppe behalte ich natürlich noch weiterhin, aber die sind nur ein ganz kleiner Anteil von der ganz großen Menge.

Und Ebay? Ich bin dagegen, weil man stellt dann was rein und dann muss ein Käufer gefunden werden. Dann verkauft man eine CD und dann wieder eine und so weiter. Aber in einem Schneckentempo. Ich will ja auch Fortschritte sehen.

Ausmisten in der Serie Gilmore Girls würde bedeuten 30 Videokassetten behalten und drei abgeben. Da gab es mal so eine Szene, wo Rory ihrer Mutter auf die Füße trat, weil sie sich für so viel entschieden hatte.

Ich bin da radikaler. Was ich in den letzten 4 bis 5 Jahren nicht angeschaut, angehört, benutzt habe, werde ich auch in den nächsten 4 bis 5 Jahren nicht mehr anschauen, anhören, benutzen.

Ich habe auch in den letzten 4 Jahren keine einzige CD mehr gekauft. Also warum soll ich nicht den bestehenden Bestand ausmisten? Ja, man hat überall Geld reingesteckt.

Nein, ich will auch kein Minimalist werden. Das habe ich nicht vor. Aber wenn man so sagte, dass jeder Deutsche oder gar Mensch allgemein 10.000 Dinge besitzt, die eigentlich nicht benutzt werden, dann liege ich bestimmt darüber.

Es tut auch immer gut, dass die Zimmer jetzt so langsam leerer werden und ein bißchen entlastet das auch. Von etwas loslassen gut sehr gut.

Es kommt bei mir alles auf dem Prüfstand – auch Kleidung habe ich schon entsorgt oder alte Kissen etc.. Ich habe schon etliches an Fotos und Schreiben von mir und meinen Eltern entsorgt. Die Aktenordner werden sowieso nie mehr befüllt werden, also werde ich die auch bald zur EBE fahren, da auch sehr viele Firmen ihre Rechnungen digital anbieten. Es ist auch logisch. Eine Rechnung, die auf einem Server liegt, die dann nach 10 Jahren dort automatisch gelöscht wird, ist doch in Ordnung, sonst hätte ich hier 10 Jahresrechnungen.

Mein Heftchen von der Barmer hatte ich schon vor Jahren in der Papierversion abbestellt – nur noch digital. Und selbst die digitale Version blättere ich einmal durch und das war es dann auch.

Ich habe hier Spiele auf den Schränken stehen, die niemand mehr spielen möchte, also zumindest mit mir, weil den meisten auch die Zeit fehlte, fehlt.

Ich will auch in keiner Wohnung wohnen, wo man nur das nötigste hat, aber zumindest da man nicht mehr so viel hat.

Außerdem begünstigt meine Aktion auch, umzuziehen. Natürlich sehen viele darin den Hauptgrund, aber na und? Wie viele Menschen sind schon umgezogen, in andere Städte, andere Länder? Andere haben auch Eigentum verkauft und wohnten dort wo sie sich wohl gefühlt haben.

Ich wohne ja in der Wohnung, wo ich auch früher wohnte, als Kind. Die Miteigentümer sehen in mich immer noch den „kleinen“ Sven. Ein Nachbar, eigentlich hochgeschätzt von mir, hat mich seiner neuen Lebensgefährtin, noch als das Nachtbarskind. Ich war innerlich entsetzt. Die anderen im Haus, sofern sie noch leben, sehen in mich immer noch so.

Früher in der Wohnung in Essen-Altendorf war das anders.Da war ich ein Neuer, da habe mich um Kontakte gekämpft. Mit einigen hatte ich dort guten Kontakt, aber da sah mich keiner als den „kleinen“ Sven an.

Die hier eingezogen sind, da glaube ich nicht, dass sie alles hier als Eigentum erworben haben, sondern eher auch zur Miete wohnen, denn meine Eltern bzw. mein Vater hat auch ungefähr 25 Jahre gebraucht, um die Wohnung abzubezahlen.

Am Haus werden auch nur die notwendigen Renovierungsarbeiten gemacht. Es grundlegendes Neues ist nicht drin. Nein, wenn neu, muss das in das Konzept der Wohnanlage rein passen. Nachbarn unter mir haben sich einen vollkommen neuen Terrassentyp ausgedacht. Alles fertig. Irgendjemand hat sich daran gestört gefühlt und Beschwerde bei der Wohnungsverwaltung eingelegt und deswegen wurde dann eine eigene Eigentümerversammlung einberufen. Das Ergebnis war, dass sie ein Teil wieder in den alten Zustand umkehren mussten.

Aus diesem Grunde habe ich nichts am Balkon geändert, mit der Furcht, es könnte jemanden stören. Eine Person reicht ja schon aus, die sich gestört fühlt. Die Häuserverwaltung möchte ein einheitliches Aussehen der Balkone und Terrassen haben.

So ruhig ist das hier auch nicht, wie ich mal dachte. Jetzt in Homeofficezeiten erlebe ich dass hier alle naselang an den Bäumen, Sträuchern mit Motorsägen geschnitten wird. Es ist kein direkter Straßenlärm zu hören, nur ganz früh morgens hört man etwas von der Straßenbahn.

Leider muss ich auch sagen, dass die Anlage etwas zerfällt. Man versucht durch Gärtnerarbeiten da etwas entgegen zu wirken, aber das ist nur der Tropfen auf dem heißen Stein. Die Straße ist schon seit Jahren brüchig und das Garagenhaus müsste man mit allem neu bauen.

Vielleicht hat auch in allem seinen Grund, warum das junge Pärchen aus dem Erdgeschoss aus dem Haus auszieht. Es können auch andere Gründe dafür sprechen.

Natürlich schaue ich schon wohin es mich verschlagen könnte. Großstädte also Hamburg, Stuttgart, Hannover, Braunschweig eher weniger, aber Berlin, München, und Frankfurt/Main, Köln auf keinen Fall. Never.

Möglich sind Bremen, Rostock (auf jeden Fall möglich), Bremerhaven, Wilhelmshaven, Kiel, Lübeck, Emden, Rheine, Minden, Freiburg (als einzigste südliche Stadt).

In Hamburg oder Hannover arbeiten ist möglich, aber wohnen außerhalb.

Ein wenig Stadt, ab 30.000 Einwohner aufwärts bis ungefähr 100.000 brauche ich schon noch, aber halt keine Großstadt wie bisher oder eine winzige Kleinstadt oder Dorf (schon gar nicht). Ich brauche ja eine zeitnahe Anlaufstelle wegen meinen Beinen, also Gefäßchirurgie.