Nachtzug fahren ist wirklich so toll?

24. Dezember 2019 Aus Von elsenorweb

Also wenn man den einschlägigen Internetforen so Glauben schenken mag, dann soll mit dem Nachtzug fahren, ganz toll sein.

Ich hatte das auch einmal ausprobiert, nämlich 2011. Ich war damals in Freiburg, damals war ich noch Fan von NB’92 Oberhausen, damals noch 1. Liga Frauenbasketball. Die Frauenbasketballbundesliga spielt (oder spielte) den ersten Spieltag immer an einem bestimmten Ort aus (das Season Opening) und dieser fand beim USC Eisvögel Freiburg statt. Meine damaligen Fan-Kollegen sind nur wegen dem Turnier gekommen; ich habe so etwas immer in Verbindung mit einem Urlaub gemacht.

Auf jeden Fall bin ich auf der Hinfahrt ganz normal mit dem ICE gefahren (damals hatte ich noch kein Fahrrad) und auf dem Rückweg bin ich dann mit dem Nachtzug gefahren. Der Zug kam aus Zürich und mein Teil fuhr nach Amsterdam – von der Deutschen Bahn AG. Abfahrt war von Freiburg 22.57 Uhr. Ich hatte keinerlei Erfahrung mit dem Nachtzug und bin wie in den Tageszügen zum Abteil gegangen und habe mich hingelegt.

Der Zugbegleiter kam plötzlich und sagte, ich hätte bei ihm vorbei gehen sollen. Ich hatte aber keinen Einstieg gesehen. Na ja auf jeden Fall bin ich bis Duisburg gefahren. Drei Stunden stand der Zug am Güterbahnhof Mannheim-Friedrichsfeld. Bis Mannheim konnte ich auch noch schlafen.

Ich hatte ein Liegewagen mit fünf anderen im Abteil, die aber schon schliefen als ich kam (ich bin auch immer der letzte).

Da der Zug dann die Rheinstrecke fuhr und die ist ja sehr kurvenreich, konnte ich kein Auge zu machen. Es schaukelte, gefühlt mehr als wenn man sitzen würde.

Ich bin dann unrasiert um 6.00 Uhr in Duisburg ausgestiegen. Ich hatte mir das anders vorgestellt. Ja, dass man schlafen würde. Alle anderen schliefen auch noch. Wer steigt schon in Duisburg aus?

Daher weiß ich nicht, ob ich das noch einmal machen würde.

Ich hatte mir mal die Nachverbindung von München nach Rom angeschaut. Leider ist die ohne Fahrradtransport möglich. Das wäre noch die Strecke gewesen, die ich dann aber richtig im Schlafwagen machen würde.

Im Liegewagen, neben dem Schnarchen, gab es auch noch die komischen Gerüche von den anderen Herren.

Ich finde es auch sehr schade, wenn man mit dem Zug fährt, dass man dann nicht die Landschaft sehen kann, weil man irgendwie schläft und weil es Nacht ist. Wenn ich eh nichts sehen kann, dann kann man auch fliegen.

Mit meinen 1,93 m war es auch damals nicht angenehm, dort zu liegen

Die ganzen Fans von Nachtzügen scheinen schlafen, zu können und all die können diese Züge auch benutzen. Für meinen Teil sage ich eher nein und wenn ja, dann nur im Schlafwagen, in einem richtigen Bett.

Ich schaue ja immer wieder aus Spaß für den Fall was wäre wenn in den Fahrplänen oder Flugplänen nach.

Aus Spaß schaue ich, weil es mich wieder dahin zieht, Fahrten nach Spanien mit dem Zug. Essen bis Paris Gare du Nord mit dem Thalys und dann von Gare de Lyon mit dem AVE nach Barcelona Sants. Das geht. 5.41 Uhr von Essen los, ungefähr um 19.40 Uhr in Barcelona. Es geht dann aber nicht weiter. Also die Renfe, die spanische Bahngesellschaft, hat soweit ich von den Fahrplänen gesehen, keinerlei Nachtzüge. Wenn man um 20 vor 20 Uhr in der katalanischen Hauptstadt ankommt, so geht es erst am nächsten Morgen weiter, also größere Distanzen. Nach Tarragona, wo ich 2007 war, wäre noch möglich.

Ich hatte mir Verbindungen für Zaragoza oder Valencia angeschaut. Da fährt abends nichts mehr.

Aber man könnte um 22.00 Uhr mit der Fähre von Barcelona noch nach Menorca fahren, wo man um 7 Uhr in Mahón ankäme. Fahrradfans würden aufjubeln, denn Fahrräder transportiert die Fähre. Der Harken ist nur die Fahrt bis Paris, denn der Thalys und der ICE (wenn man von Frankfurt käme), transportieren keine Fahrräder.

Fahrrad und Schnellverkehrszüge, das ist eine Wissenschaft für sich auf der ganzen Welt.

Aber wenn das mit dem Fahrrad eh nicht klappt, dann kann man nach Menorca auch eher fliegen. Oder muss ich auf einen eventuellen Urlaub in Spanien, zugunsten der Klimahysteriker verzichten? Nein, ich finde nicht.

Ich habe doch nicht vor mehr als 10 Jahren Spanisch gelernt, um es dann irgendwann nicht mehr vor Ort anzuwenden, nur weil irgendeine Gruppe von Menschen meint, dass man ein schlechtes Gewissen haben muss, wenn man mit dem Flugzeug fliegen möchte.

Ich möchte schon noch zu einigen etwas entfernteren Länder reisen.

Wer will kann auch mit der Eisenbahn von Deutschland nach Südafrika fahren (ist zwar technisch nicht möglich, weil die Netze fehlen), aber wer will kann es machen.

Und wer will kann so viel Nachtzug fahren, wie er möchte.

Es wäre noch interessant zu wissen, wie es funktionieren würde, mit dem autonomen Auto, nachts in ihm fahrend zu schlafen.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten