Die Bahn schafft es einfach nicht

Der RE2 ab 20.13 Uhr ab Düsseldorf Flughafen bis Essen HBF hat auch in der Nachweihnachtszeit erhebliche Probleme. Es sind zwar immer nur so einige Minuten, aber langsam zehrt das unwahrscheinlich an den Nerven. Nur am Mittwoch (27.12.) war der Zug mal wirklich pünktlich in Essen.

Donnerstag waren es einige Minuten, gestern hat der Zug komplett in Mülheim-Styrum gestoppt, musste einen anderen Zug, der auf dem S-Bahngleis fuhr (keine S-Bahn) vorbei lassen, um dann kurz vor dem Mülheimer HBF auf das S-Bahngleis zu wechseln (warum er nicht auf seinem normalen Gleis geblieben ist, weiß ich nicht).

Wahrscheinlich wurde am Gleis 1 des Mülheimer HBF’s gebaut. Der Mülheimer HBF ist seit 4 Jahren eine Dauerbaustelle. Die Bahn wollte den Bahnhof erneuern. Der Brand im Stellwerk in Styrum (aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts) hatte die Bauarbeiten gestoppt. Die Baufirma wurde dort abgezogen. Da es ja ein halbes Jahr gedauert hatte, bis das Stellwerk wieder normal funktionierte (es wurde auch keine neue Technik eingebaut, sondern man halt neue, aber alte Technik neueingebaut), gab es keine Bauarbeiten im Mülheimer HBF. Der Haltepunkt in Styrum, der gerade auch im Umbau war, hat man bevorzugt. Dann musste man die Bauarbeiten neu ausschreiben, was natürlich auch sehr lange dauerte.

Die Bauarbeiten wurden im September 2017 wieder angefangen, für mich als Dauernutzer des HBF’s (Durchfahrt) sieht man aber keine Fortschritte. Es sieht so aus wie vor drei Jahren.

Die Bahn sagt, dass auch Arbeiten am Gleis machen muss, aber wenn man nur vier Gleise zur Verfügung hat und darüber der gesamte Zugverkehr von Duisburg nach Dortmund über Essen abgewickelt hat, kann man daran nicht arbeiten. Die Zeit am Abend bzw. nachts wäre zu kurz.

Jetzt wird die Bahnstrecke in den Osterferien 2018 gesperrt, weil die Thyssenbrücke, die die Bahnstrecke zwischen Styrum und Hauptbahnhof überquert (befahren wird sie auch von der Straßenbahnlinie 112 (Mülheim Hauptfriedhof nach Oberhausen Sterkade via Neue Mitte, CentrO)) abgerissen wird. In den Osterferien 2018 wird es keinen Zugverkehr für zwei Wochen geben. Daher wird mit der Brückenerneuerung auch gleichzeitig im Mülheimer HBF gebaut werden.

Die Bahn rechnet schon mit einer Fertigstellung des Mülheimer HBF’s Ende 2018, also noch ein gutes Jahr.

Wegen der Thyssenbrücke wird die Bahnstrecke für zwei Wochen in den Herbstferien noch einmal komplett gesperrt.


Auf jeden Fall kam der Zug dann gestern am Gleis 11 im Essener HBF an. Als Fahrradfahrer wie mich bedeutet das, dass ich das nicht gemütlich aus dem Waggon schieben kann, sondern die Höhendifferenz ist so groß, dass ich das Fahrrad schon tragen muss. Für mich als Fahrradfahrer ist das noch machbar.

Aber was , liebe Bahn, wenn im Zug ein Rollstuhlfahrer drin ist, der einen schweren E-Rollstuhl hat? Ist die Rampe, die der Zugbegleiter für die normale Bahnsteighöhe ausfahren kann, auch für solche Höhen geeignet? Oder verweigert man dem Mann den Ausstieg, der womöglich kein gültiges Ticket für die Weiterfahrt hat bzw. erstattet man dem Mann auch ein Ticket, dass er wieder zurückfahren kann? Oder muss er das dann selber bezahlen und die Bahn sagt: Pech gehabt?

Oder wie funktioniert das mit dem Einstieg, wenn der Rollstuhlfahrer, der widererwarten es rechtzeitig von Gleis 4 geschafft hat, auf Gleis 11 zu kommen? In der Regel werden solche Gleisänderungen auch erst 60 Sekunden vor dem Eintreffen des Zuges bekannt gegeben. Für normale Menschen ist das kaum schaffbar, denn man muss sich den entgegenkommenden Leuten, die regulär auf den Bahnsteig wollen vorbei das Gewusel auf der Zwischenetage vorbei und dann eiligst hoch auf den Bahnsteig, wo der Zug in der Regel gerade einfährt.

Man denkt ja sonst auch immer in Deutschland an alle 4 Millarden Möglichkeiten, aber so etwas wohl nicht.

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