Spanische Buchhandlung in Bonn besucht

Spanische Buchhandlung in Bonn besucht

Nach etwas längerer Zeit war ich gestern mal wieder unterwegs. Ursprünglich wollte ich nach Köln fahren, aber ich hatte Gemini, die KI von Google, gefragt, ob es in Köln eine Buchhandlung mit spanischen Büchern gäbe. In Düsseldorf hatte ich vor einigen Wochen gefragt, ob das dortige Thalia im Bereich der Königsallee auch eine Buchabteilung mit spanischer Literatur hätte. Zwar habe ich aus der Stadtbibliothek Essen, die seit dem 11.07.2026 wegen Umzug geschlossen ist, immer noch spanische Literatur, aber es wäre gut, wenn man etwas Eigenes haben könnte.

Vorneweg: Es war keine touristische Fahrt, um alle Sehenswürdigkeiten aufzusuchen, sondern es ging rein um das Aufsuchen dieser Buchhandlung. Wer Sightseeing erwartet, den bitte ich auf andere Seiten zu gehen.

Ich war nicht einmal am Rhein in Bonn, was ich mal geplant hatte.

Gemini schrieb mir natürlich auf meine Nachfrage, dass es in Bonn eine Buchhandlung gibt, die ausschließlich spanische Bücher verkaufen würde.

Also da ich spontan bin, bin dann nicht nur nach Köln gefahren, sondern direkt nach Bonn. Ich konnte das auch nicht hinauszögern, denn ich weiß nicht, wann die nächste Möglichkeit durch eventuelle Störungen oder Sperrungen hier im Ruhrgebiet bei der Bahn passieren würden. Außerdem soll ja auch die Strecke Köln nach Bonn saniert werden bei der Bahn.

Ich bin vom Essener HBF mit dem RE2 (einer sehr verspäteten Fahrt, die nur bis Duisburg HBF fuhr). Statt mit dem nächsten RE1 nach Köln zu fahren, habe ich inzwischen das Risiko gewagt, inzwischen ist es schon ein Risiko, auf den RE5 um 11.42 Uhr warten. Es ist ja auch Sommer und warm. Da ist das Warten auch erträglich, im Gegensatz zum Winter.

Mit einer seiner winzigen kleinen Verspätung von 11 Minuten kam der RE5 dann schließlich in Bonn HBF an.

Bonn Hauptbahnhof von der Straße "Am Hauptbahnhof"
Bonner Hauptbahnhof

Ich bin auch sehr ungern in Bonn, aber für diese Buchhandlung habe ich es dennoch gewagt, denn ich empfinde Bonn als schmuddelig. Und das als ehemalige Bundeshauptstadt von Deutschland. Mit meinem Jahrgang von 1978 habe ich das auch noch bewusst erlebt.

Mit der Google Maps App, wo ja heutzutage sehr viele Buslinien enthalten sind, hatte ich schon bei meinem Urlaub in 2022 in A Coruna (Nordwestspanien) angewendet, ist der Linienverlauf der Buslinien enthalten. Ich wollte, nein musste mit dem Bus fahren, um das mal so auszudrücken, weil die Buchhandlung ist außerhalb der Innenstadt und in Bonn kenne ich mich gar nicht aus.

Ich hatte mal eine damalige Brieffreundin in Bonn (vor ca. 20 Jahren) und bin einmal im Jahr auf der Durchreise am Bonner HBF, wenn ich von der FRoSCON (Free and OpenSoruce Software Conference) im benachbarten Sankt Augustin komme. Aber ansonsten meide ich Bonn, auch bewusst.

Bonn HBF mit der Straßenbahn

In der Nähe der Buchhandlung halten zwei Buslinien, die Linien 604 und 605, die auch vom Bonner Hauptbahnhof dort hinfahren. Jetzt ist es auch mir selber passiert, dass ich mich in den falschen Bus gesetzt hatte und mit der Linie 605 in Richtung Duisdorf, einem Stadtteil draußen in Bonn gefahren, in der Nähe vom Hardtberg, wo die Telekom Baskets Bonn (Basketball) im Telekom Dome spielen. Ich weiß das ganz genau, weil die damalige Brieffreundin großer Fan dieser Mannschaft zu dem damaligen Zeitpunkt war.

Weil ich die Google Maps mit der Linie 605 geöffnet hatte und den Fahrverlauf live verfolgte, ist mir ganz schnell aufgefallen, der Bus fuhr in eine für mich verkehrte Richtung. Also bin ich direkt an der nächsten Haltestelle Herwarthstraße ausgestiegen. Der Bonner ZOB ist so unübersichtlich. Vermutlich hat man ihn seit seiner Eröffnung im Jahre 1973 auch nicht mehr verändert. Aber es gibt Hoffnung für die Bonner. Ein neuer ZOB soll gebaut werden. Dazu gab es vom 17.05.2024 bis zum 01.08.2024 eine öffentliche Beteiligungsphase zur Neuplanung des ZOB. Anfang 2025 wurden diese Ergebnisse in den politischen Gremien der Stadt Bonn eingebracht. Im Jahre 2026 soll er neugebaut werden. Wir haben jetzt 2026, einen Bagger habe ich bewusst nicht gesehen, aber es ist wirklich bitter notwendig.

Von der Haltestelle Herwarthstraße der Buslinie 605 in Fahrtrichtung Duisdorf, die sich in der Bachstraße befindet, bin ich dann zurück zum ZOB gefahren. Dann habe ich einen Bus der Linie 605 in der gegenteiligen Richtung sausen lassen und hatte mir die Haltestellenpläne angeschaut und da beide Linien 604 und 605 tagsüber ungefähr einen 10 Minuten Takt haben, habe ich den nächsten Bus der Linie 604 abgewartet und zur Sicherheit den Busfahrer noch einmal gefragt, denn der Bus stand in nordöstlicher Himmelsrichtung und war für mich nicht erkennbar, dass das auch wirklich nach Nordwesten fahren würde.

Die Linie 604 fährt einmal um den Busbahnhof herum.

Zu allem Übel war die Haltestellenanzeige innerhalb des Busses gestört, die nicht die tatsächlichen Fahrtverlauf anzeigte, sondern nur Haltestelle außerhalb von Bonn. Mein Sorge war, dass die Haltestellenansage auch nicht lief – manche laufen synchron, also hatte ich die Google Maps Apps wieder geöffnet (früher hätte ich einen gedruckten Fahrplan in der Hand gehabt). Kann man sich nicht vorstellen, dass auch Auswärtige mal mit den Bussen fahren könnten, die nicht alle Haltestellen auf diesem Planeten auswendig kennen und die auf solche Anzeigen angewiesen sind? Nicht jeder holt die Google Maps App und lässt sie im Fahrverlauf offen, um die Haltestellen zu verfolgen, bis man aussteigen möchte.

Warum bin ich überhaupt mit dem Bus gefahren, wenn ich hätte laufen können? Ich habe meine Lehren aus Münster/Westfalen gezogen, wo ich dachte die westfälische Stadt kennen zu müssen, weil ich so oft da war und mich dann heillos verlaufen hatte. Ich hatte mich dann in einem Bus gesetzt und bin dahin gefahren, wo ich eigentlich zu Fuß hinwollte.

Das Verlaufen wollte ich mit dem Bus nun entgehen.

Für mich war die Zielhaltestelle: Dorotheenstraße. Von dort aus waren es nur noch einige Schritte bis zur Buchhandlung in der Vorgebirgsstraße. Die spanische Buchhandlung befindet sich in einem Hinterhof. Von außen wirkt sie wirklich unscheinbar.

Die Buchhandlung

Vorneweg: Von der Auswahl ist sie klasse und hat sehr viele Bücher. Es ist aber keine Buchhandlung im klassischen Stil wie von Thalia, sondern ein Ort im Hinterraum, den man zur Buchhandlung umfunktioniert hatte. Das heißt sehr unsortiert aufgebaut. Im ersten Bereich befinden sich eher die modernen Bücher und im hinteren Bereich Bücher aus sehr viele Ländern, aber nur alles einmalig. Was weg ist, ist weg.

Es gibt dort drei Personen, die da arbeiten. Ich vermute zwei von denen haben die Buchhandlung gegründet und eine Angestellte. Es war auch sehr stickig. Mir lief die Suppe, der Schweiß, nur so herunter. Wahrscheinlich hätte ich den Ebro damit noch befüllen können ;-).

Ich habe mir das Buch von José Luis Sampedro „Economía humanista“ aus dem Jahre 2010 gekauft.

Wie fast zu erwarten, so richtig technische Bücher fand ich keine und selbst die Wirtschaftsabteilung, wo ich dieses nun gekaufte Buch fand, war minimal. Nach politischen Sachen habe ich nicht bewusst gesucht, aber da ich alles abgelaufen hatte, war die Abteilung auch sehr klein oder gar nicht vorhanden. Gerade die Zeit nach Franco-Tods ist aus deutscher Sicht eher unbeachtet. Zur der Zeit vom spanischen Bürgerkrieg gibt es massenhaft Bücher, aber wie ist Spanien wieder auferstanden, hat sich von der Dikatur erholt, gibt es sehr wenig. So manches bekomme ich in den spanischen Medien mit.

Spanien wird auch bis gerade aktuell wegen Ceuta, in den deutschen Medien so gut wie gar nicht beachtet. Dass OpenAI ein Büro in Madrid eröffnet hatte, dass Madrid die einzige Stadt in Europa ist, wo Robottaxis getest werden, in einer Stadt bei Barcelona wurde mit Hilfe eines Roboters eine Operation durchgeführt, die nur ein „Loch“ brauchte, dass der ehemalige Verkehrsminister von Spanien, wegen seiner Masken-Deals in der Coronazeit mit bis zu 24 Jahren Haft verurteilt wurde (das kam noch etwas in den Nachrichten vor).

Daher ist die Zeit von 1975 bis praktisch heute, was da alles passiert, eigentlich eine interessante Zeit.

Das hatte ich erhofft, etwas zu finden.

Ach ja, dafür gibt es die Webseite der Buchhandlung, wo ich das alles finden könnten. Der ständige Verweis des örtlichen Einzelhandels auf deren Webseite ist mir eigentlich neu. Natürlich ist die Suche über eine solche Webseite viel einfacher, aber wie oft die Chefin der Buchhandlung mich darauf hingewiesen hatte – dachte wahrscheinlich dass ich kein Nerd bin, sondern nur so einfacher Mensch, der so eben schaffen würde seinen Computer einzuschalten.

Ich bin dann gegangen mit dem Neuerwerb. Ach Kartenzahlung ist nicht möglich. Es gibt nicht einmal eine Kasse. Zum Glück hatte ich es jetzt passend gehabt.

Beginn der Rückfahrt nach Essen


Mit dem nächsten Bus der Linie 605 von der nahegelegenden Haltestelle Frankenbad / Kunstverein (mal so nebenbei gesagt, das Frankenbad muss unbedingt mal von außen renoviert werden, das ist ja ein Schandfleck, dagegen ist der Busbahnhof noch ein Glanzstück), zurück zum Bonner Hauptbahnhof.

An einer Kreuzung stand der Bus bestimmt 10 Minuten, trotz Ampelanlage, weil ein LKW mit Anhänger zum Beladen von Schutt, Sand oder ähnlichem wohl diesen Kreuzungsbereich so was von geschlossen hatte, dass nichts mehr fahren konnte. Ich bin ja schon sehr geduldig, aber wenn der Bus drei Ampelphasen verstreichen musste und noch keinen Millimeter vorran kam, da fragt man sich schon, warum fährt er nicht? Aber es gibt ja Menschen, die würden auch nach 24 Stunden warten, nicht wissen wollen, warum man nicht weiter kommt.

Auch wenn Coaches wie Dieter Lange, Bodo Schäfer und so viele andere zur Gelassenheit wieder aufrufen, so muss ich sagen, irgendwann möchte ich schon wenigstens den Grund wissen.

Wenn es partout nicht voran geht, scheint es vielen nicht mehr zu interessieren. Rechts von mir, auf dem Bürgersteig lief eine Frau. Erst hatte der Bus diese überholt, später die Frau den Bus und ich hatte sie zufällig später aus dem Bus heraus in der Innenstadt gesehen. Also mit Laufen ist man in Bonn viel schneller unterwegs.

Durch die Sperrung der Nordbrücke, der Bundesautobahn A565, fahren sie jetzt alle über die Kennedybrücke, der Bundesstraße B56. Da der Bus der Linie 605 einen anderen Fahrtverlauf hat, als die Linie 604, fuhr dieser am Bertha-von-Suttner-Platz vorbei und bog dann den Belderberg ab. Beim Rechtsabbiegen sah ich einen ganz langen Stau auf der Kennedybrücke. Nur die Stadtbahn der Linie 66 konnte den Bereich gut passieren, weil sie auf ihren eigenen Bahnkörper fuhr.
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Auf jeden Fall war mein Plan, ich hatte mir die Abfahrszeit vom RE5 in Richtung Wesel mit .04 gemerkt, wollte ich nur schnell auf den Bahnsteig, um vielleicht eine andere Fahrtmöglichkeit zu testen. Die Alternative die RB48 von National-Express betrieben, fährt nur bis Leverkusen Manfort, statt Wuppertal Oberbarmen, wegen der Brückenuntersuchung an dieser Brücke in Leverkusen Opladen, die erst nach der Generalsanierung untersucht worden ist und aus diesem Grund verkehrt da wohl nur der RE7 und vielleicht noch etwas Fernverkehr.

Ich wäre sonst Alternativ zum RE5 mit der RB48 bis Wuppertal Vohwinkel gefahren, um dann mit der RE49 / S9 nach Essen zu nehmen, aber moment, gibt es die Stellwerksstörung auf der S9 im Raum Wuppertal immer noch? Ich weiß nicht.

Aber es wurde ein verspäteter RE5 aus Koblenz angezeigt, dessen Verspätungsminuten alle 30 Sekunden auf eine weitere Verspätungsminiute aufsummierten. In der DB Navigator App wurde angezeigt, dass es eine ärzliche Versorgung eines Fahrgastes handeln würde (später wurde aus diesem Vorfall ein Polizeieinsatz – keine Ahnung was nun die Wahrheit ist). Die nachfolgende RB26 der Mittelrheinbahn kommend aus Mainz, fuhr wohl lange hinter dem RE5 her, hat dann diesen wohl überholt an einem Bahnhof. Entweder in Sinzig oder Remagen gibt es so eine Möglichkeit, von mehreren Bahnsteigen, wo man einen Zug vorlassen kann oder nicht. Auf jeden Fall fuhr die RB26 nun als erstes in Bonn ein, so dass alle, die nur bis Köln wollten, da einstiegen und der Bahnsteig etwas leerer wurde.

Der RE5 kam dann auch tatsächlich. Er hatte eine Verspätung von 35 Minuten. Eigentlich noch eine gute Zeit für diese Linie, fast Standard ;-). Bis Duisburg HBF und nach zig Überholungen durch den Fernverkehr betrug die Verspätung des Zuges fast 60 Minuten. Natürlich durch seine eigene Verspätung fuhr dieser Zug jetzt außerhalb des Planes (des Buchfahrplanes, was die Lokführer haben) und musste die anderen vorlassen.

Mein Plan war es in Duisburg HBF in den RE6 umzusteigen, der am gleichen Bahnsteig hält wie der RE5. Es war ein Spiel mit dem Feuer. In Düsseldorf Flughafen fuhr der Zug früher ab als der RE5. Weil der RE6 aber die Ortsgleise auf der linken der S-Bahn benutzt, muss er über die kaputte Brücke nördlich von Angermund mit Schrittgeschwindigkeit fahren, also hatte der RE5 jetzt Vorsprung. Das wurde aber zunichte gemacht, weil der RE 5 vor dem Duisburger HBF warten musste. Ich vermute, damit der RE6 über Kreuzungen fahren konnte, weil der RE6 hielt vom RE5 auf der rechten Seite.

Kurzum, weil der RE6 warum auch immer nicht pünklich in Duisburg HBF abfahren konnte, habe ich ihn doch noch erreicht und musste nicht auf den verspäteten RE2 aus Düsseldorf HBF warten.
Dann der Übergang vom RE6 zur Straßenbahnlinie 107 war auch reibungslos.

Alles in allem eine Fahrt Stoff für drei Fahrten.

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