Düsseldorf mit dem niedrigen Rheinpegel im Jahre 2026
Kurzer Besuch in der Landeshauptstadt in NRW. Das ist Düsseldorf, welche auch am Rhein liegt. Ich wollte mir mal den niedrigen Rheinpegel anschauen. Das hatte ich schon lange vor. Nun fand sich auch die Zeit so richtig das zu machen und genau an dem Tag, wo es bis zu 36 Grad warm war. Es ist heiß für einige, für andere beginnt erst die Wärme. Wenn ich mir aber so sehe, dass in Düsseldorf so viele mit dem Fahrrad unterwegs waren, dann war es noch nicht so heiß.
Am Vormittag bin ich hier mit der Straßenbahnlinie der Ruhrbahn 107 zum Essener Hauptbahnhof gefahren. Dann wollte ich wie immer mit dem Zug nach Düsseldorf HBF. Die Alternative S6 zwischen Essen Hauptbahnhof und Düsseldorf bzw. im weiteren Verlauf nach Köln ist derzeit wegen Bauarbeiten gesperrt. Es gibt einen Ersatzbus. Ich frage mich langsam wirklich, welche Strecke ist nicht hier gesperrt wegen Bauarbeiten? Wenn wenigstens die anderen Züge auf den „normalen“ Strecken so einigermaßen pünktlich fahren würden. Natürlich machen sie das nicht. Es wäre auch zu viel verlangt.
Mir ist heute auch aufgefallen, alle Züge fuhren in Einzeltraktion. Ich hatte mal vor zwei Jahren eine Durchsage eines Triebwagenführers in Dortmund vernommen, dass sie mit RRX, Rhein-Ruhr Express Zügen, verpflichtet wären nur in Doppeltraktion zu fahren, wegen der hohen Bevölkerungsdichte im Ruhrgebiet. Anscheinend ist diese Pflicht nun aufgeweicht oder aufgelöst. Oder sind mal wieder alle anderen Triebwagen kaputt, weil die Klimaanlage kaputt war? Das halte ich auch für möglich. In zwei Wagen verteilt, verteilen sich die Menschen allerdings besser, als wenn sie alle zusammengerottet in einen Wagen verbringen. Würde das nicht die Klimaanlage nicht erst recht zu schwitzen bringen?
Ich fuhr dann mit einem verspäteten RE11 nach Düsseldorf. Liebe Bahn, wenn ihr lügt, dann bitte einheitlich. Im Bahn Navigator stand drin, der RE11 hat eine Verspätung wegen der Reparatur eines Signales, am Bahnsteig wurde erzählt, wegen einer verspäteten Bereitstellung. Obwohl, es ist ja auch egal. 30 Minuten Verspätung ist ja eigentlich Standard.
Wie war das noch einmal? Wenn der Fernverkehr eine Verspätungsrate um die 60 % hat, dann bekommen die Bahnmanager ihren Boni. In der freien Wirtschaft bekämen sie ihn erst bei 97 %. Aber da wir in Deutschland überall die Standards absenken, dann können wir auch den Boni bei einer Pünktlichkeitsrate von 0,0001 % einführen und einen doppelten Bonus ab 50 % Pünktlichkeitsrate. Ich gönne dann auch dem Bahnmanager seine zweite Ferienwohnung auf Bora Bora in der Südsee.
Dann bin ich doch in Düsseldorf HBF angekommen und bin mit der nächsten U77 Richtung Oberkassel gefahren. Ausgestiegen bin ich bei der Haltestelle Tonhalle, die sich schon oberirdisch befindet. Nach einer kurzen Pause am Ostende der Brücke, noch im Schatten bin ich dann über die schattenlose Oberkassler Brücke gelaufen.
Als ich begann die Oberkassler Brücke zu überqueren, ist rechts vom Düsseldorfer Flughafen (EDDL, DUS) ist eine Boeing 777 der SkyLine Express nach Antalya gestartet. Das blau-gelbe Logo der Airline und natürlich die Größe der Maschine ist von weitem sichtbar. Mir war es für einen Flughafenbesuch doch viel zu heiß. Im Gegensatz zu einem Ausflug gibt es kein Schatten auf dem obersten Parkdeck, wo man die Flugzeuge beobachten kann. Da sich auch das Haar auf dem Kopf bei mir gelichtet hat, ist die Gefahr eines Sonnenbrandes dort oben (oben am Kopf und auf dem Parkdeck) ziemlich real.
Ursprünglich wollte ich nur ein Stückchen laufen und dann umkehren. Aber dann überkam es mich und ich über die gesamte Brücke gelaufen. Das sind 900 Meter. Natürlich immer wieder Fotopause wegen des Rheins gemacht und auch für den einen oder anderen U-Bahnzug.

Auf dem Rhein, wo sonst so viele Schiffe verkehren, er wirkte diesmal so friedlich. Die Fahrrinne war natürlich verengt, das Flussbett hatte sich zusammengezogen. Es gab auch kaum Strömung zu sehen. Ich hatte erwartet, wenn sich ein Fluss zusammenzieht, dass die Strömung zunehmen würde. Nur einige Freizeitboote verkehrten noch auf dem Rhein. Eine Familie kam mit Klappstühlen an und wollte in Richtung Rhein. Sehr großer Mut, sich bei so einem Wetter dorthin hinzusetzen. Dort gab es keinen Schatten, auch wenn man so ein Minischirmchen dabei hat. Aber was will man dort beobachten? Den Rhein ohne Schifffahrt? Die einzige Chance als Binnenländer doch mal etwas sowas wie Schifffahrt zu sehen, ist der Rhein, also aus der Sicht aus NRW.

Schließlich habe ich mich unter einem schattigen Baum am Luegplatz eine etwas größere Pause gemacht, auch ideal zum Trinken.
Mein nächstes Ziel war der Belsenplatz. Dort befindet sich der alte Bahnhof. Bevor die U76 nach Krefeld fuhr, gab es mal ganz früher eine Vorortbahn, die von Krefeld nach Düsseldorf verkehrte. Es war die K-Bahn, die so umgangssprachlich benannt wurde. Sie wurde am 15.12.1898 eröffnet, fast zeitgleich mit der Eröffnung der Oberkassler Brücke. Sie endete wohl an der heutigen Heinrich-Heine Allee, denn der heutige Innenstadttunnel wurde erst 1988 eröffnet.
Vom Luegplatz bin ich faulerweise mit der U77 zum Belsenplatz gefahren, zwei Haltestellen. An kühleren Tagen wäre ich auch diese Strecke gelaufen, aber heute war mir nicht so danach.

Danach wollte ich eigentlich zum Krefelder HBF fahren, aber ich sah eine U77, die einige Minuten vorher fuhr und ich dachte, dass sie auch an allen Haltestelle wie die U76 halten würde. Pustekuchen nach der Haltestelle Heerdter Sandberg bog die U77 in die Fritz-Vomfelde-Straße rechts ein und hielt dort an der Haltestelle Prinzenallee. Nun gut dachte ich mir und bin dann bis zur Endhaltestelle Düsseldorf „Am Seestern“ gefahren, um mir diese mal anzuschauen. Sie besteht aus zwei Stumpfgleisen, eigentlich nichts Besonderes. Ein anderer U-Bahnzug der U77 stand auf dem gegenüberliegenden Gleis zur Abfahrt innerhalb von 3 Minuten bereit. Schnell zwei oder drei Fotos gemacht und dann mit dieser U77 doch schließlich wieder nach Düsseldorf HBF zu fahren.
Krefeld HBF hatte ich fallen lassen. Da saß eine Gruppe von jungen Männern vor mir und der eine trug einen Anzug. Irgendwie war auf den Taschen der Name einer deutschen Bank zu lesen. Er hielt es auch fest, das Sakko nicht auszuziehen. Irgendwann meinte er zu seinen Kollegen, es wäre heute ein sehr heißer Tag. Ja in der Tat. Wenn ich so etwas bei +36 Grad anziehen würde, mir würde der Schweiß so was von herunterlaufen. Ohne Anzug schwitze ich schon massiv. Möchte man sich irgendwas beweisen, dass man ein toller Typ ist? Oder hat er Angst, dass sein Chef sich die Aufzeichnungen der U-Bahnkamera anschauen würde und ihn verurteilen würde, weil er sich das Sakko ausgezogen hätte?
Am Düsseldorf HBF bin ich dann mit der nächsten S1 nach Duisburg HBF gefahren. Das ist eine der Züge, weil im Rheinland herrscht ja 20-Minuten-Takt und im Ruhrgebiet 15/30-Minuten-Takt. Also daher endet eine Fahrt der S1 in Duisburg. Früher wäre sie durchgefahren. Aber wenn der zahnlose Bettvorleger ProBahn dieses Konzept als super gekennzeichnet, dann muss es ja toll sein. Ich hatte in Düsseldorf HBF etwas von einer Störung im Raum Köln-Mülheim gelesen und bevor mal wieder nichts fahren würden oder nur arg verspätet, habe ich diese S1 genommen.
Die S1 kam auf Gleis 9 in Duisburg HBF und gegenüber fuhr dann auch die nächste RE42 nach Essen HBF. Ursprünglich fährt sie bis Münster / Westfalen HBF, aber weil es irgendwie eine Signalstörung oder eine Baustelle um Recklinghausen gibt, fährt sie halt nur bis Gelsenkirchen HBF. Der RE2 fährt nur bis Herne-Wanne Eickel HBF.
Und wieder: Beim Umstieg in Essen HBF in die Straßenbahnlinie der Ruhrbahn 107 hieß es in 1 Minute fährt sie nach Essen Katernberg / Gelsenkirchen HBF ab. In den ganzen letzten Jahren, egal mit welchem Zug ich gefahren bin, die alle unterschiedlich in Essen HBF ankamen, habe ich noch nie erlebt, 107 in 7 Minuten nach Katernberg. Nein bzw. ja für den schnellen Umstieg ist es praktisch ohne Frage, aber mal so ganz allgemein gesprochen.