I’m walking or I driving

20. Juli 2016 Aus Von elsenorweb

Morgen habe ich wieder ein VG. Montag erst eins gehabt, morgen wieder eins. So viele hatte ich 2015 aber nicht gehabt. So eine gute Nachricht baut mich doch wieder auf. Ich habe mir als erstes angeschaut, wie ich morgen dahin zu fahren habe (das heißt, ich habe mir die Firma von außen angeschaut mit meinem Wagen). Da natürlich noch viel Zeit vorhanden und schönes Wetter war, bin ich nach Marl gefahren, nach Schloss Lüttinghof, bei Marl Polsum, auch so ein Ziel, wohin ich immer mal fahren wollte. Auf die B224 bzw. A52 bis Gelsenkirchen Hassel und dann runter Richtung Polsum. Aber der Lüttinghof, so stelle ich gerade fest, liegt lt OpenStreetMap noch auf Gelsenkirchener Gebiet. Das hätte ich nicht gedacht.

Aber am Dienstag ist da wohl tote Hose. Nichts los. Schloss fotografiert, die Wasserratten wollten mit mir auch nichts zu tun haben und schwammen davon. Wenn sie alle gehen, dann gehe ich auch, wenn sie alle nicht mit mir zu tun haben wollen :o)).

Ich wollte erst nach Scholven, mir die Industrieanlagen anschauen, entschied mich aber nach sehr langer Zeit den Flugplatz Marl Loemühle anzuschauen. Richtung Marl, dann auf die B225, die für meine Begriffe teilweise wie eine kleine Autobahn ausgebaut ist. Am Verkehrslandesplatz Marl Loemühle war zu meinen Kindesbeinen an nichts los und jetzt auch nicht. Stand in den 90er Jahre, als ich mit dem Fahrrad dort war, von Essen aus losgefahren, ähnlich heißer Tag wie heute. Zumindest das Flugplatzrestaurant hatte geöffnet und ich habe mir ein Bratwurst mit Kartoffelsalat und eine Mineralwasser zu mir genommen. Es war mir aber zu heiß, denn der Wagen stand in der prallen Sonne und ich wollte ihn nicht weiter aufheizen. Das nächste Ziel war was wohl?

Wenn ich schon in Recklinghausen bin, ich habe frei, na ja so halb, wohin fahre ich dann, wenn ich im Norden bin? Klar zur Sternwarte, genauer zur Volkssternwarte in den Stadtgarten. Warum das so selbstverständlich ist? Ich war als Jugendlicher Stammgast dort. Mindestens einmal in der Woche zu Vorträgen über den Weltraum und das über 5 oder 6 Jahre ohne Pause. Nach der Arbeit mit dem Zug nach Recklinghausen und dann ca. 15 Minuten bis dahin laufen oder noch früher war ich auch schon mit dem alten Nissan Micra dort, damals auch mal mit Kollegen und auch mal mit meiner Mutter und ihrem Betreuer. Obligatorisch bin ich dann immer die A42 bis ABK Herne und dann auf die A43 bis Recklinghausen/Herten und dann auf die L511 bis zum nordöstlichen Ausbauende (früher war da Schluss, ca. 2000). Dann muss man nur noch ein kleines Stück zurück fahren und schon biegt man auf die Cäcillienhöhe ein.

Klar es gibt auch eine Buslinie (derzeit 223) dahin, aber die fährt als Anschluss zum Zug kommend aus dem Ruhrgebiet so unpassend, dass ich zu Fuß schneller war, als die Ankunft des Busses. Umgekehrt passte das nie. Die Vestische fährt so blöd, dass man entweder die Hälfte des Vortrages nicht hören konnte, oder noch einmal eine halbe Stunde dort an der Sternwarte warten musste und dann noch einmal eine halbe Stunde auf den nächsten Zug, da die Ankunft des Busses am RE-HBF so kurz nach der Abfahrt des RE2 nach Essen war. Also bin ich viel lieber gelaufen, auch in Dunkelheit und bei Schauerwetter.

Ich war dort sehr gerne. Nach Essen nach Schuir zur Sternwarte war ich nur einmal, Recklinghausen mind. 10 bis 15 mal wenn nicht gar mehr. Am kleinen Planetarium, das zur Sternwarte gehört, habe ich diesmal einen Anbau gesehen. Zufällig war der Innenraum offen und jemand stand in der Tür. Der erzählte mir, dass die dort einen neuen Anbau errichten, mit einem Hörsaal, der sich über eine Wendeltreppe in der 2. Etage befindet. Urgemütlich. Klasse. Ich habe mir auch das neue Programmheft geholt und bin dann noch durch den Stadtgarten gelaufen, durch das Tiergehege, aber nicht mehr zum Festspielhaus.

Zuletzt war ich noch am Stadion Hohenhorst in der Mitte von Recklinghausen. Der 1. FFC Recklinghausen, eine Frauenfußballmannschaft, die derzeit in der Regionalliga West spielt, trägt dort ihre Heimspiele aus. Es liegt aber ganz unscheinbar mitten im Wald und die für Fußballstadien typischen Flutlichtmasten fehlten.

Auf dem Rückweg bin ich noch durch Grullbad und Hochlarmark gefahren, immer der Linie 210 hinter her, ein Bus fuhr da vor mir her. Als er rechts ein bog, erkannte ich die Straße. Ich bin am Recklinghausen Süd Bahnhof (RB42 und S2, der RE2 fährt hier durch) ausgekommen. Später bin ich noch am Steinkohlekraftwerk Herne Baukau vorbei gekommen. Jahrelang bin ich mit den Zügen dicht daran vorgekommen und nun kam ich von der anderen Seite. Ich musste parken und es fotografieren :-). Vorbei am Cranger Kirmesplatz bin ich bei Herne Crange auf die A42 (Emscherschnellweg) nach Essen gefahren.

Die A42 ist für mich die beste Ruhrgebietsautobahn. Man kann sie super befahren, meistens staufrei und das witzige ist, dass die Autobahn bei Gelsenkirchen Bismarck ansteigt. Da gibt einen Hügel mitten auf der Autobahn. Ich meine, die A40 ist flach, aber die A42 nicht. Finde ich witzig. Traditionsgemäß bin ich in Gelsenkirchen-Heßler wieder runter von ihr gefahren.

Traditionsgemäß? Ja. Früher, vor ca. 13 Jahren bin ich von meinen Disco-Abende aus der Dortmund Live Station (direkt im Dortmunder HBF) auf dem Rückweg (und Hinweg) die A42 benutzt, ausgehend von der A45.

Mich verwirrte nur eins, die Abfahrt zur Grothusstraße hieß früher immer Gelsenkirchen-Schalke, jetzt heißt sie Gelsenkirchen-Zentrum. Die jetzige Ausfahrt Gelsenkirchen-Schalke im Bereich Uechtingstraße ist neu. Die gab es früher nicht. Über Katernberg und Schonnebeck bin ich nach Haus gefahren.

Wieder mehr als 100 km an einem Tag zurückgelegt. Wenn es so weiter geht, dann bin ich am Ende des Jahres bei 85.000.