Fahrrad / Rollstuhl- / Kinderwagenfahrer im RE2 in Natrup-Hagen unerwünscht

16. Dezember 2019 Aus Von elsenorweb

Der neue RE2, der zwischen Osnabrück und Düsseldorf HBF seit dem 15.12.2019 verkehrt, ist für den Haltepunkt Natrup-Hagen zu lang. Die Deutsche Bahn AG verweist in Fahrplanauskunft für den RE2 in Natrup-Hagen auf folgende Gegebenheit hin.

Zitat: „Natrup-Hagen:  Information.  Wichtiger Hinweis für mobilitätseingeschränkte Reisende sowie Reisende mit Kinderwagen und Fahrrädern:Aufgrund der örtlichen Begebenheiten kann in Natrup-Hagen bei Zügen in Fahrtrichtung Osnabrück nicht in den Steuerwagen ein- bzw. ausgestiegen werden. Die fahrzeuggebundenen Einstiegshilfe kann dadurch nicht eingesetzt werden“.

Auch wenn in Natrup-Hagen nur 60 Personen, lt der Osnabrücker Zeitung vom 19.01.2019 nur 60 Personen dort aussteigen, sind diese, wenn sie nicht mehr so laufen können, oder einen Kinderwagen haben oder gar im Rollstuhl sitzen nun im Arsch gekniffen.

Das Projekt RE2-Verlängerung nach Osnabrück wurde seit vielen Jahren geplant und da ist niemand auf die Idee gekommen, dass der Bahnsteig zu kurz sei?

Warum müssen jetzt die Leute, die nicht mehr können dort am meisten leiden? Warum hält der Zug nicht so, dass vielleicht der erste Wagen nicht am Bahnsteig halten kann? Oder man dreht den Zug um? Von Düsseldorf nach Münster war der Steuerwagen immer am hinteren Ende des Zuges, warum wechselt man nicht umgekehrt, so dass der Steuerwagen nun am Anfang des Zuges ist? Aber wahrscheinlich ist das eine größere Logistik für die Bahn als ein Flug zum Mars. Ich will ja der Bahn auch nicht unnötig größere Arbeit zumuten, weil so etwas muss ja Jahrzehnte lang geplant werden muss. Die Büroangestellten bei der Bahn sollen ja immer pünktlich in den Feierabend gehen. Nee, ein jahrelanges eingespieltes und festgehaltenes System urplötzlich zu ändern, würde ja alle Angestellten bei der Bahn überfordern. Das will ich ja auch nicht, dass nun plötzlich wegen dieser Überforderung, den Steuerwagen als erstes fahren zu lassen, statt am hinteren Ende des Zuges, dass sie sich krank schreiben lassen.

Oder wohnen in Natrup-Hagen keinerlei Menschen mit Behinderung? Hat man sich vorher erkundigt? Wahrscheinlich gibt es auch keine Fahrradfahrer und Mütter mit Kindern in Natrup-Hagen.

Das wird für Besucher ein böses Erwachen geben, wenn sie eine Station früher oder später (wenn das tariflich funktioniert) aussteigen müssen und auf die RB66 warten müssen, weil die Deutsche Bahn AG geschlafen hat. Aber nein, die Deutsche Bahn AG ist immer ganz unschuldig. Die anderen haben Schuld, nicht die Deutsche Bahn AG und die ganze Politik. Es sind immer irgendwelche anderen Leute, die haben Schuld oder der Fahrgast, der da im Rollstuhl, Kinderwagen oder mit dem Fahrrad dort aussteigen möchte. Genau, der doofe Fahrgast hat immer Schuld – nicht die Deutsche Bahn AG oder die Politik, denn die machen immer alles richtig.

Ich wette die Bahn, verweist jetzt auf die RB66, die noch parallel dazu fährt. Also alle die sonst im Steuerwagen vom RE2 sitzen, sollen irgendwo vorher umsteigen und auf die RB66 warten (alle 60 Minuten) oder soll man bis Osnabrück fahren, die Pause des Zuges abwarten und dann zurück fahren?

Ich hoffe, das wird vorher angesagt und die Zugbegleiter sagen es auch den Leuten im Steuerwagen.

Die Planer haben das billigend in Kauf genommen. Ich verstehe nicht, warum man sich Deutschland dann so um mobilitätseingeschränkte Personen kümmert, wenn das selbst der Deutschen Bahn AG oder sonst wer, wer diesem Haltepunkt gehört, egal ist. Da müssen sehr viele Leute absichtlich gepennt haben.

Oder wartet man auf das Jahr 2029, wenn der RXX 7 kommt, also 10 Jahre noch? Durch den RXX werden ja die Bahnsteige alle verlängert. Wahrscheinlich gab es kein Geld, nur weil da jetzt ein Regionalexpress dort alle 2 Stunden hält. Irgendwer muss diese Entscheidung getroffen haben.

Man hat doch ein halbes Jahr vorher, die Strecke renoviert? Was hat man da gemacht? Das Gebüsch zurückgefahren oder nur Däumchen gedreht?

Es ist unerheblich, wie viele Leute irgendwo aussteigen. Wenn ein Zug an einem Bahnhof / Haltepunkt hält, so muss gewährleistet sein, dass dort alle ein-und aussteigen können, aber dass nun ein bestimmter Wagen nun benachteiligt wird, ist für mich eine bodenlose Unverschämtheit.

Deutschland ist eine reine Bananenrepublik.

Stimmt die Pünktlichkeit?

Der RE2 war schon gestern am 15.12.2019 verspätet. Er war so stark verspätet, dass er nur bis Duisburg HBF fuhr.

Der Fluggast, der am Flughafen Düsseldorf ankommt und nach Osnabrück möchte, muss sich nun gedulden. Die Linie wird nicht immer fahren.

Ich habe in der letzten Woche im RE2 auf dem Weg zur Arbeit gehört, wie sich ein Fahrgast und ein Zugbegleiter unterhielten. Es muss immer ein Problem mit dem RE42 vorhanden sein, der einige Minuten vor dem RE2 fährt und irgendwie in Recklinghausen. Da ich aber immer nur Essen-Düsseldorf Flughafen fahre, bekomme ich nur die Verspätungen mit.

Der RE2 hält im VRR nicht mehr in Recklinghausen Süd (hat er noch nie gemacht), Marl Sinsen und Sythen und außerhalb des VRR’s zwischen Dülmen und Münster/HBF nicht mehr und nur alle zwei Stunden in Kattenvenne und Natrup-Hagen.