Wieder geplante Streckensperrungen zwischen Essen-Duisburg

30. Januar 2020 Aus Von elsenorweb

Es wird wieder Streckensperrungen bei der Deutschen Bahn AG zwischen Essen und Duisburg geben. Diese Streckensperrungen werden außerhalb der Schulferien stattfinden. Das Beste ist wieder: Es werden keinerlei neuen Gleise gebaut. Das heißt der Engpass auf der Schiene wird auch noch weiterhin stattfinden.

Erste Sperrung: 11.09.2020 und 20.09.2020

Zweite Sperrung: 02.12.2020 und 07.12.2020

Obwohl zum Beispiel Osnabrück – Münster angeblich modernisiert wurde, gibt es laufend Weichenstörungen (wie gestern auch wieder). Für die Bahn ist das immer ein lustiges Kavaliersdelikt und nicht so schlimm. Viel schlimmer für die Bahn ist, wenn die Dividende nach unten absinkt, aber keine Weichen- / Oberleitungs-/Stellwerkstörungen. Das sind Peanuts. Unbedeutend für den Bahnvorstand, der sich von Party zu Party bewegt.

Natürlich ist mir als technisch begeisterter bewusst, dass die Technik ausfallen kann, aber ich arbeite nicht im Transportwesen und im Transportwesen muss für solche Störungen eine höhere Sensibilität herrschen, denn schließlich transportieren diese Unternehmen Menschen von A nach B.

In der IT kann man noch auf andere Programme kurzfristig ausweichen, aber wenn die Strecke Lengerich – Münster um 22 Uhr wegen einer Weichenstörung zum Erliegen kommt, gibt es keinerlei Alternativen (Linienbusse verkehren besonders am Abend nur noch selten und nicht durchgehend bzw. es ist auch nicht sicher, ob die Umsteigeverbindung auch wirklich klappt).

Im Ruhrgebiet hat man noch Alternativen. Also theoretisch. Praktisch sah das bei der letzten Streckensperrung in den Sommerferien 2019 so aus, dass die Züge meistens brechend voll (Verhältnisse wie in Indien) waren. Dann gibt es so idiotische Verträge zwischen dem VRR und den Eisenbahnunternehmen, die im Normalbetrieb funktionieren, aber im Umleitungsverkehr nicht mehr. Die Eurobahn (RE3 in diesem Falle) fährt auch stur nur mit einem Triebwagen, weil es der Vertrag mit dem VRR es so vorsieht.

Es müsste in jedem Vertrag der Passus vorhanden sind, wenn es eine geplante Streckensperrung einer wichtigen Hauptstrecke gibt, auf der Ausweichstrecke, die dort verkehrenden Linien müssen dann mit mehr Triebwagen fahren. Auf dem RE3 fahren Doppeltraktionen zu manchen Zeiten, die Bahnsteige sind auch für diese Längen ausgelegt, also muss man im Vertrag bei Streckensperrungen es so einrichten müssen.

Aber alle Firmen auf diesem Globus, auf dem Planeten Erde, nur noch mit den knappsten Resourcen, also sprich mit den Eisenbahnunternehmen haben nur die Triebwagen, die sie wirklich benötigen.

Die Triebwagen, die als Reserve im Bahnbetriebswerk abgestellt werden, verkehren an solchen Zeiten im Verstärkungsverkehr und wenn sie nicht dafür eingesetzt werden, halt als Ersatz, wenn ein Triebwagen mal streikt.

Ich weiß alle BWL’er und VWL’er, die die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens bis auf die letzten Wert, 200 Stellen hinter dem Komma ausrechnen, werden mich jetzt lynchen, aber sie wären dankbar, wenn ihr Zug statt ausfallen, fahren würde, weil es eine Reserve gibt. Oder fahren alle BWL’er und VWL’er nur mit dicken SUV’s durch die Gegend?

Wie gut, dass ich wohl die letzte Streckensperrung Dezember hoffentlich nicht mehr so erleben werde, denn dann habe ich einen neuen Job und hoffentlich hier in Essen.