Eroberung des neuen Teils vom Radschnellweg 1 in Bochum
Am Samstag, 05.09.2026 war ich wieder mit dem Rad unterwegs.
Eigentlich wollte ich nach Bochum Mitte zum Intersport Balz, aber Intersport hat immer recht wenige Auswahl. Ich brauche etwas für die Übergangszeit. Für den Winter habe ich, aber nichts so richtig, wenn es bei +10 Grad und etwas ungemütlich ist.
Aber Intersport ist leider immer recht wenig für meinen Geschmack. Im Mai 2026 war ich bei Decathlon in Herne (wo ich schon früher immer wieder mal war) und zu dieser Zeit bauten sie gerade um, sie modernisierten sich.
Ich hatte auch entdeckt, dass der Radschnellweg 1 eine Verlängerung bis nach Bochum-Stahlhausen erfahren hatte. Jetzt im frühen Herbst, der sich eher nach Spätherbst anfühlt, wollte ich das auch videotechnisch erfassen.
Also bin ich am Vormittag losgefahren, über meinen üblichen Weg erst in Richtung Essen-Schonnebeck und dann zum bekannten Zollvereinweg.
Der Zollvereinweg verbindet das Zechengelände Zollverein mit dem Geh- und Radweg Kray-Wanner Bahn.

Nein, ich befahre nicht den gesamten Weg von Zollverein, weil es einen Umweg bedeuten würde, sondern erst ab der Ophoffstraße in Richtung Essen-Kray in östlicher Richtung.
Die Fahrt wird langsam etwas anspruchsvoller, wenn durch starken Wind kleinere Äste auf der Fahrbahn verteilt liegen. Wenn man darüber fährt in einem ungünstigen Winkel, könnte man stürzen. Allerdings, wenn ich mir die Fahrweise von sehr vielen Leute anschaue, dann scheinen sie das alles zu unterschätzen. Viele fahren wohl sehr sorglos durch die Gegend oder mache ich mir zu viele Gedanken? Ängstlich bin ich auch, aber vorausschauend.
Kein Anspruch auf Schadenersatz durch nicht vorausschauende Fahrweise
Es gab einen Fall vor einigen Monaten, wo ein Radfahrer ein Schlagloch übersehen hatte und gestürzt ist. Die Richter haben die Stadt verurteilt, das Schlagloch auszubessern. Der Radfahrer ging auch leer aus, weil er hätte den Straßenverhältnissen angepasst und auf die Straße achtend fahren sollen.
Weiterfahrt nach Gelsenkirchen
Vom Zollvereinweg biege ich dann auf die Kray-Wanner Bahn. Wie auch der Zollvereinweg ist sie eine ehemalige Güterzugstrecke, die ihren Fall die damalige Zeche Bonifacius damals bediente.
Radschnellweg 1 mittlerer Verlauf zwischen Gelsenkirchen und Bochum
Nach dem Unterqueren der Bahnlinie Gelsenkirchen – Essen sieht man auf der südlichen Seite die Arbeiten am Radschnellweg 1 in Richtung Essen. Der Radschnellweg 1 verfolgt den Verlauf der ehemaligen Rheinischen Eisenbahn. Im Jahre 1874 wurde der Streckenabschnitt zwischen den Güterbahnhöfen Essen-Nord und Bochum Nord eröffnet, dessen Verlauf auch über Essen-Kray führte bis zur Einstellung im Jahre 1965 für den Personenverkehr und im Jahre 2004 ganz eingestellt.

Nach einem Baustellenschild sollte die Erweiterung von ingesamt 1,8 km bis Mitte 2026 fertiggestellt sein. Es sieht aber nicht danach aus, als ob es auch wirklich nicht so schnell passieren wird.
Derzeit kann man erst ab der Krayer Straße in Bochum-Wattenscheid auf den RS1 auffahren und ihn vorbei am Lohrheidestadion (mit eigener Ausfahrt) der SG Wattenscheid 09 bis Parkstraße in Bochum-Wattenscheid kreuzungsfrei befahren.
Dieser Abschnitt bietet zwei Spuren an und einen Abschnitt für den Fußgänger. Den Mischmaschverkehr wie in Essen-Altendorf gibt es hier zum Glück nicht mehr.

An der Blücherstraße in Bochum-Wattenscheid gibt es eine Ampelanlage, die mit einem Sensor ausgestattet ist, der die Bewegung erfasst und dann die Ampel für die Autofahrer auf Rot stellt. Im Gegensatz zu den niederländischen Radwegen gibt es hier keine Induktionsschleifen und sogenannte Bettelampeln mehr. Der Nachteil von solchen Sensoren ist, dass sie dann alles erfassen und nichts unterscheiden können. Es könnte auch theoretisch sich ein Elefant dort verirren und die Ampel würde ihn erfassen und den Autoverkehr stoppen, was in dem Fall sogar klug ist. Die Frage ist, wie solche Sensoren eingestellt sind? Werden auch herabfallende Blätter erfasst?
Vielleicht sind Induktionsschleifen vielleicht doch die besseren Alternativen, weil man dann wirklich das Fahrrad erfasst.

Überraschenderweise gibt es im weiteren Verlauf bis zum Ende ein leichtes Gefälle. Der RS1 endet im Bereich des Autobahndreiecks Bochum-West, wo sich die Bundesautobahnen A40 und A448 treffen. Ganz früher war die Ausfahrt Bochum-Stahlhausen. Mir ist das immer noch präsent, denn wenn man als kleiner Junge in WDR2 in den 1990er Jahren den Verkehrsfunk hörte, kam die Ausfahrt Bochum-Stahlhausen ziemlich oft dort vor.
Hier endete das Abenteuer RS1 für mich. Damit ich mich nach Herne bewege, musste ich jetzt noch nach Norden fahren. Nein, die Erzbahntrasse hätte ich auch nur für eine kurze Weile benutzen können.
Viele Leute haben immer nur die großen Highlights im Kopf und für einen Sonntag-Nachmittagsausflug mit der Familie ist die Erzbahntrasse und die anderen Möglichkeiten gewiss sehr schön, aber ich benutze das Fahrrad für den Alltag. Das Fahrrad für den Alltag zu benutzen, stellt ganz andere Herausforderung an, als wenn ich als Radwanderer viele Kilometer überbrücken möchte.
Allerdings wenn man so die Umgebung kennenlernen möchte, was ja Radwanderer auch gerne machen wollen, wäre eine kreuzungsfreie Variante auch nicht die beste. Um auch das Ruhrgebiet sich anzuschauen, muss dann halt die Radwege an den Straßen benutzen. Sie sind dann auch oftmals nicht so voll, wie zum Beispiel der berühmte Ruhrtalweg, der sich an der Ruhr entlang schlängelt.
Der Radschnellweg 1 (RS1) soll ja auch eigentlich die verkehrstechnische Alternative zum Auto zur Autobahn A40 (Ex A430, B1) sein, für Leute, die für eine Fahrt in den Nachbarort halt sich nicht auf den zahlreichen Stadtstraßen verirren möchte und nicht für eine kurze Fahrt in den Zug einsteigen wollen.
Ich würde mal behaupten, nicht jede Autofahrer fährt jeden Tag von Duisburg bis in den Dortmunder Westen. Nicht jeder bedeutet nicht, dass es keine geben wird, aber die Anzahl ist bestimmt sehr überschaubar.
Ich bin dann schließlich in Richtung Dahlhauser Heide gefahren, wo ich dann auch am Hallen- und Freibad Hofstede vorbeikam, welches im Jahre 1976 zum allerersten Mal eröffnet wurde. Zu diesem Zeitpunkt hieß es noch Nordwestbad. Im Jahre 2014 wurde es für rund 800.000 Euro teil modernisiert und es gibt Planungen es bis zum Jahre 2030 für rund 15,5 Millionen Euro ganz zu sanieren.
Im jetzigen Zustand umfasst es ein Hallenbad mit einem 25 Meter Becken und einem Außenbereich mit einem 50 Meter Becken.
Dahlhauser Heide
Die Dahlhauser Heide, welche ich ein wenig gestreift hatte, war mal eine Arbeitersiedlung der Firma Krupp, die zwischen den Jahren 1906 und 1915 entstand. Erworben wurde das Gelände schon im Jahre 1890.
Der Name Dahlhausen (westfälisches Adelsgeschlecht) geht auf ein Rittergut zurück, welches schon im Jahre 1321 erwähnt worden war.
Weitere Fahrt nach Herne
Ich folgte viele Nebenstraßen, welche ich mir über die OpenStreetMap herausgesucht hatte.
Was ist OpenStreetMap?
OpenStreetMap ist eine freie Weltkarte, die von Freiwilligen erstellt und gepflegt wird. Über Smartphone-Apps lässt sich die Karte unterwegs nutzen oder die eigene Strecke per GPS aufzeichnen (tracken). Später können diese Verläufe in die Datenbank übertragen werden und fließen in die finale Karte ein, die jedem kostenlos zur Verfügung steht.
Hinter dem Projekt steht die OpenStreetMap Foundation mit Sitz in Großbritannien:
OpenStreetMap FoundationSt John’s Innovation Centre
Cowley Road
Cambridge CB4 0WS
United Kingdom
Auf meinem Android-Smartphone nutze ich dafür die App OSM Viewer.
Weiterer Verlauf nach Herne
Mein Weg nach Decathlon führte über sehr viele Nebenstrecken, auch am Hannibal Einkaufszentrum vorbei.
Der Name Hannibal kommt von einer Zeche, wie kann es auch anders sein im Ruhrgebiet. Sie begann ihre Produktion schon im Jahre 1856 und endete im Jahre 1973. Aber bereits im Jahre 1847 wurden die ersten Flöze erbohrt und somit konnte schon zwei Jahre Beginn der offiziellen Produktion der Zeche eine offizielle Fördermenge von 2.588 Tonnen erzielt werden.
Vielleicht kommt der Name Hannibal auch vom karthagischen Strategen und Feldherrn, der von 247 vor Christus in Karthago geboren wurde und im Jahre 183 vor Christus in Bithynien verstarb.
Einige Jahre der Stilllegung der Zeche Hannibal wurde auch das Hannibal-Einkaufzentrum errichtet.
Wenn man nicht mit dem Individualverkehr das Hannibal-Einkaufszentrum erreichen möchte, geht es auch mit der Straßenbahnlinie 306 der BOGESTRA bis zur Haltestelle „Hannibal-EKC“ oder mit den Buslinien 385 und 395 sowie dem AST95 (Anrufsammeltaxi).
An der Straße „In der Provitze“ wollte ich rechts abbiegen und als noch da so stand, standen sechs Autos hinter mir. Mir kam es so vor, als es bei der Ausfahrt eine Ampel geben würde, die sechs Autos die Ausfahrt gewähren würde. Von der Straße „In der Provinzie“ können sie nicht kommen, denn mit Stand 05.09.2026, ist sie auch in der Hälfte wegen einer Baustelle nur für Fußgänger (und Radfahrer) passierbar.

Nach weiteren Querstraßen erreichte ich den Gewebepark Hibernia von Süden her. Für mich eine ganz neue Richtung, denn sonst komme ich von Westen.
Moderniserter Decathlon in Herne
Obwohl Decathlon in Herne wunderschöne, überdachte Fahrradabstellplätze neu gebaut hatte, kamen die Herner wohl alle mit dem Auto. Aber kein Problem. Dann habe ich eben die Qual der Wahl für mein Fahrrad zum Parken.
Ich muss aber leider sagen, es ist nicht mehr mein Decathlon von früher. Ich dachte, die Auswahl würde größer werden, so wird dieser bei den Hosen immer weniger. Decathlon legt sehr viel Wert für eine ganz große Fahrradabteilung. Es sollte mich eigentlich erfreuen, aber tut es nicht, weil ich habe in Essen auch mindestens drei solche Fahrradhäuser im Stadtgebiet und dazu noch einige sehr inhabergeführte Geschäfte.
Außerdem gibt es noch eine riesige Abteilung von Laufschuhen / Sportschuhe und keine Ahnung. Was nützen mir die tollsten Schuhe, wenn dann am restlichen Körper mit ganz wenig Kleidung auskomme. Decathlon war mal früher vor sehr vielen Jahren bei mir auch beliebt, dass sie offen waren bei Männerkleidung mit farbiger Kleidung. Inzwischen unterscheiden sie sich nicht mehr von anderen Sporthäusern – höchstens vom Preis.
Die Farbe für Männer soll halt dunkel, grau und schwarz sein (ich aber nicht). Ich hoffe, dass meine hellroten, neongelben und normal roten T-Shirts noch lange halten werden.
Rückfahrt nach Essen-Stoppenberg
Der Rückweg ist schnell erzählt. Holsterhauser Straße bis zum Kreisverkehr, Königsstraße, Heisterkamp, Friedegrasstraße, Burgstraße, Edmund-Weber-Straße (hier ist man schon in Herne-Röhlinghausen), Westfalenstraße, Hofstraße, Bergmannstraße, Am Luftschacht (hier ist man schon in Gelsenkirchen Ückendorf – im nördlichen Bereich) und dann ab auf die Kray-Wanner Bahn bis nach Essen zum Zollvereinweg und dann Ophoffstraße, Hallostraße bis nach Essen-Stoppenberg.

Meine Standardroute, die ich befahre, nach Essen. Es ist meist eine ruhige Strecke, wenn man die Edmund-Weber-Straße ausnimmt, die aber nicht gefährlich ist, weil sie ist eng und hier kann niemand schnell fahren.
Am Schluss die Hallostraße, die Landesstraße L452 ist wieder stärker befahren, aber alles Gewohnheit, weil ich die Strecke schon so oft befahren habe.
Noch kurz einkaufen gewesen fürs Wochenende und dann ab nach Hause.