Arnhem in Gelderland
Ich war mal wieder in Arnhem. Also bin ich am gestrigen Montag bei sommerlichen Temperaturen mit dem Fahrrad zum Bahnhof Essen-Altenessen der ehemaligen Köln-Mindener Eisenbahn, geöffnet im Jahre 1847, gefahren.
Durch die derzeitige Baustelle noch bis Anfang Oktober 2026 auf der ehemaligen Bergisch-Märkischen Eisenbahn Strecke, wovon der Essener HBF im Jahre 1862 eröffnet worden ist, besteht eine Baustelle zwischen Essen Hauptbahnhof und Duisburg Hauptbahnhof.
Linienverkehr in der Baustellenzeit vom 04.09.2026 bis 09.10.2026:
- RE3 Essen HBF nach Hamm/Westfalen über Bochum Hauptbahnhof
- RE6 Minden/Westfalen über Herne und Essen-Altenessen nach Köln/Bonn Flughafen
- RE42 von Münster/Westfalen über Herne und Essen-Altenessen nach Mönchengladbach Hauptbahnhof
- RB32 von Dortmund Hauptbahnhof nach Oberhausen Hauptbahnhof
- RB35 von Gelsenkirchen Hauptbahnhof nach Oberhausen Hauptbahnhof
Mein persönliches Schicksal begann beim Kauf des Fahrrad-Tagesticket fürs Fahrrad, 4,60 Euro kostet es derzeit am Automaten des Bahnsteiges am Bahnhof Essen-Altenessen. Ein defekter Fahrkartenautomat am Bahnsteig verhinderte den Kauf des Fahrrad-Tagesticket. Also habe ich den Automaten der Ruhrbahn unten an der Straßenbahnhaltestelle genommen. Wegen einer Baumaßnahe fährt die Linie 106 derzeit nicht zum Bahnhof Altenessen. Hier gibt es einen Schienenersatzverkehr.
Da das Ticket im Automaten der Ruhrbahn nicht entwertet war und der Entwerter am Bahnsteig auch nicht funktionierte, bin ich zum Fahrgastbetreuer im Zug gegangen und auf die Fehlfunktion des Fahrkartenautomaten in Essen-Altenessen hingewiesen.
Die Störung war bereits bekannt, Automatensprengung und der neue Fahrtkartenautomat ist wohl noch nicht in Betrieb. Nach einem zerstörten Fahrkartenautomat sah jetzt dieser am Bahnsteig nicht aus.
Ich konnte schließlich ohne Reklamation oder Strafgebühr bis Oberhausen HBF fahren.
Warum heißt es Fahrkartenentwerter und nicht Abstempler?
Eine nicht abgestempelte Fahrkarte (wie ein Mehrfahrten- oder Tagesticket vom Automaten) stellt einen monetären Gutschein dar. Sie hat einen geldwerten Vorteil und kann theoretisch übertragen, umgetauscht oder bis zum Gebrauch aufbewahrt werden.
Sobald das Papier durch das Gerät gezogen wird, verliert es seinen reinen Geldwert und wird in eine einmalige, zeitlich befristete Nutzungsberechtigung umgewandelt. Das Dokument wird also im eigentlichen Wortsinn „seines Verkaufs- und Tauschwertes entwertet“ – es kann danach kein zweites Mal mehr zum Fahrtantritt verwendet werden.
Die Historie: Lochung und Zangen
Der Begriff stammt aus einer Zeit, in der Fahrkarten noch gar nicht bedruckt oder gestempelt wurden:
- Früher nutzten Schaffner Entwerterzangen, die ein Loch in die Papp- oder Kartonkarte stanzten oder eine Ecke abknipsten.
- Durch diese Zerstörung des Papiers wurde die Karte unbrauchbar für weitere Fahrten gemacht – sie wurde physisch „entwertet“.
- In einigen Systemen gab es Rillen- oder Abknips-Automaten, die komplett ohne Tinte arbeiteten.
Da das Ziel immer die Entwertung des Dokuments war, setzte sich in der Rechtssprache der Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe der Begriff „Fahrkartenentwerter“ bzw. „Entwertung“ durch.
Abfahrt von Oberhausen nach Arnhem
Auf Gleis 9 fährt der RE19 nach Arnhem bzw. Bocholt in Doppeltraktion. Also zwei Triebwagen in einer Garnitur zusammengekoppelt. Im Gegensatz zu früheren Zeiten fährt jetzt der vorderer Teil nach Bocholt und der hinterer Triebwagen nach Arnhem Centraal (Niederlande).
Noch einmal die Chance zum Wechseln
Wer das noch aus früheren Zeiten gekannt hatte, dass der vordere Zugteil nach Arnhem fährt, muss jetzt spätetens in Wesel umsteigen. In Wesel umzusteigen ist die beste Variante, weil hier die Standzeit des RE19 am größten ist.
Die Ankunft war somit um ca. 11.20 Uhr in Arnhem Centraal. Um zum Ausgang zu gelangen, muss dann den gesamten Bahnsteig bis zum hinteren Ende durchlaufen. Es gibt hier auch einen Aufzug.
Um den Bahnhof zu verlassen, benutzt man am besten den rechten Zugangspoortjes, weil dieser am breitesten ist. In der Regel sollten die Doppelflügeltür sich beide öffnen. In meinem Fall öffnete sich nur eine der beiden.
Es geht wohl am Mittwoch, 09.09.2026 einen landesweiten Generalstreik in den Niederlanden, der den öffentlichen Personennahverkehr zum Stillstand bringen wird.
Arnhem mit Fahrrad
Als Erstes bin ich mit dem Fahrrad vorbei an der Innenstadt (weil die Geschäfte machen in den Niederlanden erst um 12 Uhr am Montag offen) über den Nijmeegseweg (John-Frost-Brug) bis zum Hoefbladlaan und dann links über den Nijmeegseweg, hin zur Huissensestraat. Im ersten Kreisverkehr rechts auf die Sint-Gangulphusplein, wo sich der Name immer wieder mal ändert.
Am Hallenbad „de Grote Koppel“ rechts nach Decathlon abgebogen. Schon im Jahre 2017 war ich hier, als ich mal für eine Woche Urlaub in Arnhem machte. Schon damals kam ich mit zwei Stunden Verspätung in Arnhem an, weil der Zug wegen Personen im Gleis auf deutscher Seite unterwegs haltmachen musste.
Geschichte der Rijnhal in Arnhem
Decathlon befindet sich in einer Halle, die sich Rijnhal nennt. Früher war es mal ein Kongresszentrum, ein Messezentrum. Gebaut wurde es im Jahre 1971. Es wurde auch mal für Sportveranstaltungen genutzt, aber kein Eishockey, weil es hat die Ähnlichkeit mit zahlreichen Eissporthallen, die ich so in der Vergangenheit besucht hatte. Im Jahre 2015 wurde die Halle geschlossen. Decathlon zog im Jahre 2016 dort ein, also ein Jahr bevor ich dort das erste Mal war.
Auch wie bei meinem Besuch in Herne fand ich jetzt nichts so sehr, aber Socken für mich. Ich brauche 47 bis 50 und die fand ich dort auch. Da die Niederländer als die größten von der Länge in Europa gelten, war es gut das mal auszutesten. Mit meiner Sparkassen Mastercard Karte konnte ich sie auch bezahlen. Die alte Karte, welche im alten Jahr auslief, damit konnte ich es nicht bezahlen bzw. meine Kreditkarte. Es hatte mal sehr viele Jahre funktioniert und dann plötzlich nicht mehr.
Bargeldlos bezahlen bei Decathlon Arnhem
In Decathlon in der Rijnhal in Arnehm kann man auch kein Bargeld mehr bezahlen, sondern nur noch per Selbstbedienung und Karte. Also dem Bargeld verwöhnte Deutsche wird da nicht glücklich.
Fahrradparkplatz im Einkaufszentrum Kronenburg
Im weiteren Verlauf bin ich noch weiter in Richtung Süden zum Winkelcentrum Kronenburg gefahren und wie immer im kostenlosen Fietsenstelling mein Fahrrad abgestellt, also der kostenlosen Fahrradabstellgelegenheit mit Aufsicht.

Man bekommt am Eingang einen Aufkleber mit einer Nummer, der wird auf das Fahrrad geklebt und das Pendant für sich selber und schiebt das Rad auf eine beliebige Abstellposition und kettet es dort an.
Dann kann man wie im Parkhaus vom Auto direkt von diesem Abstellplatz in das kleine Einkaufszentrum über ein Rollband gehen.
Ich war dort auch nicht so lange, aber ich finde das mit dem Fahrradstellplatz so schön.
Auf dem Hinausgehen schiebt man das Rad zum Ausgang. Ein anderer entnimmt den Aufkleber auf dem Lenker und nimmt das Teil, was man auch noch bekommen hat entgegen und anschließend verlässt man die Unterbringung.
Innenstadt von Arnhem (kurz)
Anschließend war ich noch kurz im Zentrum von Arnhem.
Het colofon ist mein weiter Stammladen in Arnhem, welcher nur Bücher hat. Im Erdgeschoss gibt die aktuellen Bücher und oben gibt es Bücher aus zweiter Hand. Das Geschäft hat auch eine Toilette. Also wenn es mal länger dauert und man muss, dort kann man wie auch bei Decathlon einmal kurz sich entleeren. Die meisten Bücher kosten von 17 bis 22 Euro oder etwas mehr.

Weil ich ja schon oft in Arnhem war, einmal auch mal „kurz“ am Nachmittag, war es auch diesmal keine Sightseentour. Natürlich kenne ich die Außenbereiche der Stadt, das Freibad Klarenbeek, wo ich auch schon einmal geschwommen bin. Es sei gesagt, es geht dort bergauf. Das ist man vielleicht nicht gewohnt in den Niederlanden. Die Veluwe hat neben der üppigen Pflanzenwelt auch einen Höhenzug bis zu 110 Metern.
Mit dem Fahrrad von Arnhem nach Zevenaar (Fietsweg F112)
Ich bin dann lieber an diesem Tag zurück nach Zevenaar gefahren, nicht mit dem Zug, sondern über den Fietsweg F112, eine langgezogene Strecke, unabhängig vom Verkehr. Es sind ungefähr 13 km bis zum Bahnhof in Zevenaar bis auf die Westervoortse Brug und den Rivierweg (auch eine kleine Brücke) geht es sehr eben.

Wegen der Hitze von +28 Grad noch einmal Anfang September habe ich einige Pausen gemacht. Eine Trinkpause gab es am Bahnhof von Westervoort, wo der RE19 nicht hält. Der RE19 hat nur Rechte am Bahnhof von Zevenaar und Arnhem Centraal zu halten, Westervoort und Duiven sind es nicht. Da sollte man in Zevenaar in die RS32 mit Fahrtrichtung Arnhem umsteigen. Im RS32 gilt nur der niederländische Tarif und kein Deutschlandticket. Das Deutschlandticket gilt nur im RE19 in den Niederlanden.
Am Bahnhof von Westervoort gibt es auch einen öffentlichen Trinkwasserspender, wo man so viel Wasser nehmen kann, wie man möchte. Es herrschte jetzt kein Andrang dort. Ich hatte meine Wasserflasche noch einmal ganz aufgefüllt.
Schade, dass es in Deutschland so etwas nicht gibt. Aber wahrscheinlich würden die Deutschen auch mit Stoppuhr andere Leute überwachen, wie lange sie dort das Wasser entnehmen und diese Daten an das Ordnungsamt übermitteln. Es würde auch von den Deutschen ausgerechnet, wie viel Wasser dort entnommen werden würde und danach gäbe es nach einen automatischen Stop, wenn man diese Höchstmenge überschreiten würde. Ich kenne doch meine deutschen Landsleute.
Nahe Duiven hatte ich mich kurz in den Schatten auf einer Wiese gesetzt. Schon wurde ich von einer Frau mit einem Lastenfahrrad, wo ihr Nachwuchs drin saß, angesprochen, ob es mir gut gehen würde, ob sie helfen könnte. Ja, ich hatte ich geschwitzt und war wohl etwas rot im Gesicht, aber sonst ging es mir gut.
Mir ist das gleiche in Zevenaar von einem älteren Mann passiert, der sogar kurz die Fahrtrichtung änderte, um nachzufragen, ob es mir gut gehen würde. Als ich sage, es gehe mir gut, hat er seine Fahrt in seiner ursprünglichen Richtung fortgesetzt.

Mir ist das bei meinen so vielen niederländischen noch nie passiert wie jetzt und in Deutschland schon gar nicht.
Auch Zevenaar ist nicht unbekannt. Hier bin ich auch schon sehr oft gewesen. Die Stadt mit ihren 44.000 Einwohner gefällt mir allerdings auch sehr. In Arnhem war es schon recht warm und fast unangenehm, in Zevenaar war es angenehm. Der Wind durchquerte den Ort. Hier konnte man es gut aushalten.
Rückfahrt nach Deutschland
Ich bin dann mit dem RE19 um 15.54 Uhr nach Deutschland gefahren. In Emmerich war dann schon Schluss, weil hier musste ich dann umsteigen, denn der Triebwagen fuhr nicht weiter. Zum Glück kam der RE19 auf Gleis 3 an und auf Gleis 4 stand der RE19 nach Düsseldorf. Nicht auszudenken, wenn man noch auf Gleis 2 gehen müsste.
Die restliche Rückfahrt war dann wieder normal chaotisch bis zum Endbahnhof für mich persönlich, Essen-Zollverein Nord.
In den Niederlanden, in Zevenaar und Arnhem war jeder Zug pünktlich, so was ich da gestern gesehen hatte.
Fazit für mich: Zevenaar ist nicht schlecht. Nur zu nahe an der deutschen Grenze für mich. Arnhem ist mir zu groß mit seinen 160.000 Einwohnern und ist mir zu gebirgig. Ich bevorzuge für meine Auswanderung auch eher die nördlichen Provinzen von Overijssel, Drenthe, Friesland, Groningen.